BayWa Aktie: Justiz greift ein!
Wenige Tage vor der Vorlage neuer Quartalszahlen überschlagen sich beim Agrar- und Energiekonzern BayWa die Ereignisse. Neben einem massiven Loch im Sanierungsplan muss das Unternehmen einen plötzlichen Chef-Rücktritt, Rügen der Finanzaufsicht und strafrechtliche Ermittlungen verkraften. Die ohnehin angespannte Lage wächst sich damit zu einer handfesten Unternehmenskrise aus.
Aufsicht und Staatsanwaltschaft ermitteln
Die Finanzaufsicht BaFin hat den Jahresabschluss 2023 formell beanstandet. Das Unternehmen verschwieg im Lagebericht wesentliche Finanzierungsrisiken. Konkret fehlten Angaben zu den Bedingungen für einen Milliardenkredit sowie die Refinanzierungsrisiken für Anleihen und kurzlaufende Schuldverschreibungen im Wert von über einer Milliarde Euro.
Gleichzeitig schaltet sich die Justiz ein. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Verantwortliche, zu denen auch der damalige Vorstandschef Marcus Pöllinger zählt. Dieser Fehlerbericht der BaFin stellt implizit auch eine Rüge für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC dar, die dem Abschluss zuvor ein uneingeschränktes Testat erteilt hatte.
Milliardenlücke und Management-Flucht
Diese juristische Eskalation trifft auf ein bröckelndes finanzielles Fundament. Beim Gesamtsanierungsziel von vier Milliarden Euro bis 2028 fehlt derzeit eine Summe von rund 2,7 Milliarden Euro. Als Hauptursache nennt das Management die veränderte US-Energiepolitik, die die erzielbaren Verkaufspreise für die Tochtergesellschaft BayWa r.e. im wichtigsten Einzelmarkt drückt.
Als Konsequenz aus der verfahrenen Situation legt CEO Frank Hiller sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Zudem verlassen bis Ende Mai 2026 drei Aufsichtsratsmitglieder das Gremium, die intern für den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitverantwortlich gemacht werden. Um die Kontrolle über die Finanzen zu verschärfen, senkte der Aufsichtsrat die eigene Genehmigungsschwelle für Geschäfte drastisch von 200 auf 50 Millionen Euro.
Notverkäufe sollen Zeit kaufen
Um das gewaltige Finanzloch zumindest teilweise zu stopfen, bereitet der Konzern weitere Portfoliobereinigungen vor. Im Fokus steht der Verkauf der 74-prozentigen Beteiligung am neuseeländischen Obsthandelskonzern T&G Global. Insider rechnen durch diese Transaktion mit einem Beitrag von etwa 300 Millionen Euro zur Entschuldung.
Am 26. März wird die Veröffentlichung der Q4-Zahlen das genaue Ausmaß der Abschreibungen in der Energiesparte offenlegen. Gleichzeitig verschiebt sich die Erstellung des Jahresabschlusses 2025 voraussichtlich bis ins vierte Quartal, während die Jahresprognose für 2026 komplett gestrichen wurde. Bis zum Herbst verhandelt das Management nun mit den Kernbanken über eine Stillhaltevereinbarung, um zwingend benötigte Zeit für ein völlig neues Sanierungskonzept zu gewinnen.
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