BayWa Aktie: Durchsuchungen!
Die Krise bei BayWa verschärft sich dramatisch. Nach dem abrupten Abgang von Vorstandschef Dr. Frank Hiller ermittelt nun die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Unregelmäßigkeiten in der Finanzberichterstattung. Am 15. Januar durchsuchten die Behörden private Räumlichkeiten – im Fokus steht der frühere Konzernchef Klaus Josef Lutz. Für den ohnehin schwer angeschlagenen Münchner Agrar- und Energiekonzern kommt die Entwicklung zur Unzeit: Mitten in der größten Krise der Unternehmensgeschichte fehlt eine klare Führungsspitze.
Ermittlungen belasten Sanierungskurs
Die Staatsanwaltschaft München bestätigte am 15. Januar die Durchsuchung von Privaträumen im Zusammenhang mit den BayWa-Ermittlungen. Staatsanwalt Florian Lindemann nannte als Grund den Verdacht auf Unregelmäßigkeiten in der Finanzberichterstattung des Konzerns.
Betroffen ist offenbar Klaus Josef Lutz, langjähriger früherer CEO und einer der einflussreichsten Wirtschaftsfunktionäre Bayerns. BayWa erklärt, mit den Behörden zu kooperieren. Die Ermittlungen treffen den Konzern in einer Phase, in der jede zusätzliche Belastung die ohnehin komplexe Restrukturierung gefährden könnte.
CEO-Vakuum mitten in der Krise
Nur wenige Tage vor den Durchsuchungen hatte der Aufsichtsrat am 9. Januar die sofortige Trennung von Vorstandschef Frank Hiller verkündet. Sein Vertrag endet formell zum 31. Juli 2026, die Aufgaben wurden auf die verbleibenden Vorstandsmitglieder verteilt.
Der Grund für den abrupten Abgang: Hiller hatte mehrfach versäumt, seine Vorstellungen zur Zukunft des Konzerns zu präsentieren. Die Aktionäre verloren das Vertrauen. Das bedeutet: Die Sanierung muss nun ohne klare Führungsspitze fortgesetzt werden – ein massiver Nachteil in einer existenziellen Umbruchphase.
Verkäufe und Kapitalerhöhung gegen den Kollaps
BayWa befindet sich seit 2024 in einem Sanierungsverfahren nach dem StaRUG-Gesetz. Eine schuldenfinanzierte Expansion hatte den Konzern an den Rand der Insolvenz gebracht. Die wichtigsten Schritte zur Entschuldung:
- Cefetra-Verkauf: Im Dezember 2025 veräußerte BayWa die niederländische Tochter für rund 125 Millionen Euro an First Dutch. Hinzu kommen etwa 62 Millionen Euro aus Gesellschafterdarlehen
- Schuldenabbau: Die Transaktion reduziert die Bankverbindlichkeiten um mehr als 600 Millionen Euro
- Kapitalerhöhung: Im November 2025 flossen rund 179 Millionen Euro zu, die Zeichnungsquote lag bei 89 Prozent
Die Restrukturierung soll bis 2028 abgeschlossen sein – vorausgesetzt, keine weiteren Krisen werfen den Zeitplan durcheinander.
Katastrophale Finanzkennzahlen
Die Bilanz verdeutlicht das Ausmaß der Krise: Im Geschäftsjahr 2024 verbuchte BayWa einen Verlust von rund 1,6 Milliarden Euro. Der Umsatz sank auf 21,1 Milliarden Euro, das EBIT rutschte nach außerplanmäßigen Abschreibungen auf minus 1,1 Milliarden Euro.
Die aktuellen Kennzahlen:
- Nettoverlust: -1,27 Milliarden Euro
- Gewinn je Aktie: -15,53 Euro
- Eigenkapitalrendite: -466,78 Prozent
- Gewinnmarge: -6,40 Prozent
Diese Zahlen machen deutlich: BayWa kämpft ums Überleben. Die negative Eigenkapitalrendite von fast 467 Prozent zeigt eine dramatische Vermögensvernichtung.
Die nächsten Monate werden entscheidend
Die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen frühere Verantwortliche könnten den Sanierungsprozess zusätzlich belasten. Gleichzeitig muss der Konzern ohne CEO die komplexe Restrukturierung fortsetzen. Am 26. März 2026 folgen die Quartalszahlen – dann wird sich zeigen, ob die eingeleiteten Maßnahmen erste Erfolge zeigen oder ob die Krise weiter eskaliert.
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