BayWa Aktie: Chef vor Aus
Der nächste Führungswechsel bei BayWa steht unmittelbar bevor – mitten in einer tiefgreifenden Sanierung. Nur zehn Monate nach Amtsantritt soll Vorstandschef Frank Hiller gehen. Für die ohnehin angeschlagene BayWa Aktie rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, ob der Restrukturierungskurs ohne stabile Spitze durchzuhalten ist.
Aufsichtsrat bereitet Trennung vor
Am 6. Januar veröffentlichte BayWa eine Ad-hoc-Mitteilung: Der Aufsichtsrat befasste sich mit der „künftigen Entwicklung des Vorstands“. Nach Informationen von Reuters tagte das Gremium am 8. Januar erneut, um die Konditionen des Abschieds von Hiller zu verhandeln.
Damit zieht die Kontrollebene nur wenige Monate nach dem Start des Sanierers Konsequenzen. Aus Aktionärskreisen heißt es, Hiller habe mehrfach verpasst, eine überzeugende Zukunftsstrategie für den Konzern klar zu formulieren – ein gravierender Mangel in der aktuellen Lage.
Harte Sanierung bis 2028
BayWa befindet sich in einem umfassenden Restrukturierungsprozess, der sich bis 2028 strecken soll. Die Ausgangslage ist belastet:
- Verlust 2024: rund 1,6 Milliarden Euro nach Steuern
- EBIT 2024: minus 1,1 Milliarden Euro (nach außerplanmäßigen Abschreibungen)
- Umsatzrückgang: von 23,9 auf 21,1 Milliarden Euro
- Geplanter Schuldenabbau: 4 Milliarden Euro bis 2028
Die stark kreditfinanzierte Auslandsexpansion hatte das Unternehmen an den Rand der Insolvenz gebracht. Im Juni 2025 bestätigte das Amtsgericht München den Restrukturierungsplan nach dem StaRUG-Verfahren und schuf damit den rechtlichen Rahmen für den Umbau.
Cefetra-Verkauf entlastet Bilanz
Ein zentrales Element der Entschuldung ist der Verkauf der Getreidehandels-Tochter Cefetra. Am 23. Dezember 2025 unterzeichnete BayWa den Vertrag mit einem Investorenkonsortium.
Die Eckpunkte des Deals:
- Reduktion der Bankverbindlichkeiten um mehr als 600 Millionen Euro
- Kaufpreis: 125 Millionen Euro (80 Millionen bei Abschluss, 45 Millionen als Nachzahlung)
- Zusätzlich rund 62 Millionen Euro aus Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen
Ein erster Verkaufsversuch an den niederländischen Unternehmer Peter Goedvolk war im Juni 2025 gescheitert, weil die Finanzierung nicht gesichert werden konnte. Mit dem jetzigen Abschluss hat BayWa einen wichtigen Baustein des Restrukturierungsplans umgesetzt.
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Kapitalerhöhung signalisiert Rückhalt der Eigentümer
Parallel läuft seit Oktober 2025 die zweite Tranche der Kapitalerhöhung. Bereits in der ersten Runde hatten die Großaktionäre Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest AG rund 125 Millionen Euro gezeichnet.
Die Zeichnung verdeutlicht: Die genossenschaftlichen Eigentümer unterstützen den finanziellen Sanierungskurs weiterhin. Gleichzeitig deutet sich an, dass dieser Rückhalt nicht mehr für die aktuelle Führungsspitze gilt.
Belastung durch US-Politik
Zusätzlichen Druck bringt die Energiepolitik der USA. Im Oktober 2025 musste BayWa die Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurückziehen. Hintergrund ist die Entscheidung der Trump-Administration, Subventionen für erneuerbare Energien zu streichen.
Besonders betroffen ist die Erneuerbare-Energien-Tochter BayWa r.e. Die gekürzten Förderungen verschlechtern die Ertragsaussichten in einem wichtigen Markt und erschweren damit die Umsetzung des Sanierungsplans.
Wiederholter Wechsel an der Spitze
Hiller war erst im März 2025 als Krisenmanager angetreten, nachdem sein Vorgänger Marcus Pöllinger den Konzern Ende Oktober 2024 verlassen hatte. Mit der nun anstehenden Trennung wäre es der dritte Wechsel an der Vorstandsspitze in weniger als 18 Monaten.
Für die BayWa Aktie bedeutet das ein erhöhtes Risiko: Die Sanierung basiert auf einem klaren Restrukturierungspfad mit Gerichtsbeschluss, Vermögensverkäufen, Kapitalmaßnahmen und Schuldenabbau. Ohne verlässliche Führung drohen Verzögerungen und Abstimmungsprobleme mit Gläubigern, Investoren und Geschäftspartnern.
Im weiteren Jahresverlauf wird sich zeigen, wie schnell ein neuer Vorstandschef gefunden wird und ob dieser den bestehenden Restrukturierungsplan konsequent fortführen kann – dieser Plan mit StaRUG-Rahmen, Cefetra-Verkauf und laufender Kapitalerhöhung bleibt derzeit der zentrale Anker für den Konzern und damit auch für die Bewertung der BayWa Aktie.
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