Ruhe kehrt beim Münchner Agrarkonzern einfach nicht ein. Während die Staatsanwaltschaft beim langjährigen Ex-Chef wegen des Verdachts auf Bilanzschönung klingelt, wirft der neue Sanierer an der Vorstandsspitze das Handtuch. Anleger stehen vor einem fundamentalen Trümmerhaufen, doch der Aktienkurs zeigte zuletzt völlig überraschende Zuckungen.

Hier sind die Fakten zur aktuellen Lage:

  • Verlust 2024: 1,6 Milliarden Euro Defizit haben das Grundkapital vollständig aufgezehrt.
  • Führungskrise: CEO Frank Hiller trat Anfang Januar wegen Strategiedifferenzen sofort zurück.
  • Justiz: Ermittlungen wegen Untreue gegen Ex-Vorstandschef Klaus Josef Lutz.

Razzia beim Ex-Chef

Die juristischen Wolken über der BayWa verdunkeln sich drastisch. Die Staatsanwaltschaft München I durchsuchte am 15. Januar die Privaträume des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Klaus Josef Lutz. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Vorwurf der Untreue. Die Behörden hegen den Verdacht, dass der Konzernlagebericht 2023 die tatsächliche wirtschaftliche Lage geschönt dargestellt hat.

Brisant ist dabei der zeitliche Ablauf: Im Bericht für 2023 fanden sich kaum Hinweise auf die existenzielle Krise, die das Unternehmen 2024 fast in die Insolvenz trieb. BayWa kooperiert nach eigenen Angaben mit den Behörden; die Geschäftsräume des Konzerns blieben von den Durchsuchungen verschont.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?

Führungsvakuum und Radikalkur

Als wäre die juristische Aufarbeitung nicht genug, brach am 9. Januar auch die neue Führungsstruktur weg. Dr. Frank Hiller, der die Sanierung leiten sollte, trat mit sofortiger Wirkung zurück. Offiziell begründete das Unternehmen den Schritt mit unterschiedlichen Auffassungen über die künftige Strategie. Die Aufgaben werden nun von den verbleibenden Vorstandsmitgliedern übernommen.

Der vom Amtsgericht bestätigte Restrukturierungsplan sieht vor, den einstigen 24-Milliarden-Euro-Riesen gesundzuschrumpfen. Bis 2028 soll ein fokussiertes Unternehmen mit rund zehn Milliarden Euro Umsatz und 8.000 Mitarbeitern entstehen. Ein wichtiger Baustein hierfür ist der Verkauf der Tochter Cefetra, der die erdrückenden Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro senken soll.

Spekulation treibt den Kurs

Trotz der verheerenden Nachrichtenlage – negatives Kurs-Gewinn-Verhältnis und eine Verschuldungsquote von über 1.600 Prozent – reagierte die Aktie zuletzt irrational. Am 17. Januar sprang der Kurs bei extrem hohem Handelsvolumen um 13,6 Prozent auf 4,34 Euro an. Marktbeobachter werten dies nicht als fundamentale Wende, sondern als hochriskante Spekulation in einem extrem volatilen Umfeld.

Der Weg zur Rettung bleibt steinig und langwierig. Entscheidend für den Fortbestand des Konzerns ist nun das reibungslose Closing des Cefetra-Verkaufs im ersten Quartal 2026 sowie die strikte Umsetzung des Schrumpfkurses bis zum Zieljahr 2028.

BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 20. Januar liefert die Antwort:

Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...