Zwei regulatorische Erfolge an einem einzigen Tag — und die Aktie fällt trotzdem. Bayer erhielt am 23. März vom japanischen Gesundheitsministerium gleich zwei Freigaben: eine neue Indikation für Eylea 8 mg sowie die weltweite Erstvermarktungszulassung für das MRT-Kontrastmittel Ambelvist. Der Markt zeigte sich davon unbeeindruckt.

Ambelvist und Eylea: Was Japan bedeutet

Ambelvist (Gadoquatrane) ist ein makrozyklisches MRT-Kontrastmittel der nächsten Generation und feiert in Japan seine globale Premiere. Das Mittel enthält 60 Prozent weniger Gadolinium als vergleichbare Produkte auf dem japanischen Markt — bei gleichbleibender Bildqualität und zugelassen für alle Altersgruppen, einschließlich Neugeborener.

Eylea 8 mg bekommt in Japan seine dritte Netzhautindikation, nun auch zur Behandlung von Makulaödemen infolge retinaler Venenverschlüsse. Die Phase-III-Studie QUASAR lieferte dabei überzeugende Daten: Patienten benötigten im Schnitt drei Injektionen weniger als mit der niedrig dosierten Variante, mehr als 60 Prozent erreichten ein Behandlungsintervall von vier Monaten oder länger. Nach der EU-Zulassung erschließt Japan weitere Marktpotenziale in der Ophthalmologie.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bayer?

Ubben-Ausstieg drückt auf die Stimmung

Belastender als die positiven Pipeline-Nachrichten wirkte der Abgang eines prominenten Investors. Inclusive Capital Partners — die Gesellschaft von Aktivist Jeff Ubben — veräußerte rund 8,5 Millionen Aktien zu je 37,45 Euro über eine JPMorgan-Platzierung, ein Paket im Gesamtwert von rund 318 Millionen Euro. Das entspricht einem Abschlag von etwa 25 Prozent gegenüber dem Einstandsniveau von Januar 2023. Die Aktie notierte zuletzt bei 38,04 Euro und liegt damit rund 22 Prozent unter ihrem Februarhoch von 49,17 Euro.

Die UBS sieht das Papier trotzdem mit frischem Optimismus: Die Bank stufte Bayer kürzlich von Neutral auf Buy hoch und erhöhte das Kursziel von 48 auf 52 Euro. Als Wachstumstreiber nennt sie vor allem Nubeqa und Kerendia sowie weitere Produktneuheiten.

Roundup-Verfahren als Schlüsselereignis

Das entscheidende Datum für die Aktie bleibt der 27. April: Dann beginnen die mündlichen Verhandlungen vor dem US Supreme Court zu Bayers Berufung gegen ein Roundup-Urteil. Das Gericht prüft, ob auf fehlende Warnhinweise gestützte Klagen durch Bundesrecht ausgeschlossen werden können. Eine Entscheidung wird für die zweite Junihälfte erwartet.

Die UBS sieht durch eine verkürzte Opt-out-Frist bis 4. Juni die Wahrscheinlichkeit einer außergerichtlichen Einigung gestiegen — vorausgesetzt, kein laufendes Verfahren produziert vorher ein ungünstiges Urteil. Konzernweit peilt Bayer für 2026 ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro an, rechnet aber aufgrund von Settlement-Zahlungen mit einem negativen freien Cashflow. Die Japan-Zulassungen liefern kurzfristig Portfoliowachstum — die wirklich schwere Last bleibt bis zur Supreme-Court-Entscheidung bestehen.

Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 25. März liefert die Antwort:

Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...