Während die juristischen Altlasten rund um den Unkrautvernichter Roundup weiterhin schwer auf der Bilanz lasten, sendet die Pharmasparte ein starkes Lebenszeichen. Ein positiver Phase-III-Befund für das Medikament Kerendia öffnet die Tür zu einem deutlich größeren Patientenmarkt. Dieser klinische Erfolg liefert dem Leverkusener Konzern dringend benötigten Rückenwind in einer finanziell stark angespannten Phase.

Kerendia erweitert Marktpotenzial

In der klinischen Studie FIND-CKD erreichte der Wirkstoff Finerenone (Kerendia) seinen primären Endpunkt bei erwachsenen Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung. Die Daten belegen eine signifikante Verbesserung der Nierenfunktion gegenüber einem Placebo. Bislang war das Medikament ausschließlich für Nierenpatienten mit Typ-2-Diabetes sowie für bestimmte Herzinsuffizienz-Diagnosen zugelassen. Mit dem geplanten Antrag auf Zulassungserweiterung bei der US-Gesundheitsbehörde FDA vergrößert sich die adressierbare Zielgruppe für den Blockbuster-Kandidaten erheblich.

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Solche positiven Pipeline-Nachrichten sind für den Konzern derzeit von enormer strategischer Bedeutung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und türmte eine Nettoverschuldung von knapp 30 Milliarden Euro auf. Hohe Sonderaufwendungen für Rechtsstreitigkeiten belasten den Cashflow massiv. Die Börse honoriert den aktuellen medizinischen Fortschritt entsprechend: Der Kurs kletterte heute um 4,71 Prozent auf 40,25 Euro. Damit setzt sich der übergeordnete Aufwärtstrend fort, der Titel notiert mittlerweile gut 23 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Juristische Weichenstellungen im Frühjahr

Parallel zu den Fortschritten im operativen Geschäft blicken Investoren gebannt auf die juristische Front in den USA. Hier geht es um die Frage, ob Bundesrecht die staatlichen Klagen wegen fehlender Krebswarnungen auf Roundup-Etiketten ausschließt. Zudem könnte eine Exekutivorder von US-Präsident Donald Trump zur Sicherstellung der Glyphosat-Versorgung den Herstellern einen gewissen Haftungsschutz bieten.

Für Anleger kristallisiert sich in den kommenden Wochen ein dichter Terminkalender mit mehreren potenziellen Katalysatoren heraus:

  • 24. April 2026: Ordentliche Hauptversammlung mit Abstimmung über den Dividendenvorschlag von 0,11 Euro je Aktie.
  • 27. April 2026: Mündliche Verhandlung vor dem US Supreme Court zur Roundup-Warnkennzeichnung.
  • Zweite Junihälfte 2026: Erwartete Urteilsverkündung des Supreme Courts.

Die kommenden Monate definieren die mittelfristige Ausrichtung des Konzerns. Während die Pharmasparte mit der geplanten Kerendia-Zulassungserweiterung das operative Fundament stärkt, entscheidet das anstehende Supreme-Court-Urteil im Juni über das Ausmaß der verbleibenden juristischen Risiken. Ein positives Urteil in Kombination mit den jüngsten klinischen Erfolgen würde die Bilanzstruktur nachhaltig entlasten und den Weg für die geplanten zehn Blockbuster-Launches im nächsten Jahrzehnt ebnen.

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