DAX: Übernahme-Krimi rettet Handelstag
Ein massiver Vorstoß im europäischen Bankensektor überlagert am Montag die Sorgen der Anleger. Während steigende Ölpreise den deutschen Leitindex am Vormittag noch tief in die rote Zone drückten, sorgt eine milliardenschwere Offerte aus Italien für eine plötzliche Kehrtwende. Die UniCredit macht Ernst bei der Commerzbank und zwingt damit nicht nur das Management in Frankfurt zum Handeln.
Der italienische Bankenriese hat ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der Commerzbank vorgelegt. Mit einer Bewertung von knapp 35 Milliarden Euro und einem Tauschverhältnis von 0,485 neuen UniCredit-Papieren je Commerzbank-Aktie eskaliert CEO Andrea Orcel das monatelange Ringen um das Frankfurter Geldhaus. Das Angebot entspricht einem Preis von 30,80 Euro pro Anteilsschein. An der Börse wird dieser Schritt honoriert: Die Commerzbank-Aktie schießt um fast zehn Prozent nach oben und zieht den Gesamtmarkt mit sich. Der DAX notiert am frühen Nachmittag bei 23.574 Punkten und verbucht damit ein Plus von 0,53 Prozent.
Harter Widerstand aus Deutschland
Die Gegenwehr gegen die Pläne aus Mailand formiert sich bereits auf breiter Front. Die Bundesregierung lehnt eine feindliche Übernahme weiterhin strikt ab, während die Gewerkschaft Verdi vor einem massiven Stellenabbau warnt. Auch der Commerzbank-Betriebsrat bezeichnet das Vorgehen als geschäftsschädigend.
Marktbeobachter werten das Angebot, das nur knapp vier Prozent über dem jüngsten Schlusskurs liegt, weniger als finalen Versuch der Machtübernahme. Vielmehr dürfte Orcel, dessen Institut inklusive Finanzinstrumenten bereits knapp 30 Prozent der Anteile kontrolliert, versuchen, Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen.
Ölpreis diktiert die Verlierer
Abseits des Banken-Dramas zeigt sich der Markt zweigespalten. Die anhaltende Rally beim Ölpreis belastet zyklische Titel und die Reisebranche spürbar. Höhere Kerosinkosten drücken die Papiere von Lufthansa und TUI ins Minus, auch der Konsumgüterhersteller Beiersdorf verzeichnet Abgaben. Auf der Gewinnerseite finden sich hingegen Bayer, angetrieben von positiven Studiendaten, sowie Siemens Energy.
Aus charttechnischer Sicht bleibt die Lage für den deutschen Leitindex trotz des heutigen Kursanstiegs angespannt. Der Index handelt mit einem Abstand von rund 4,5 Prozent weiterhin deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 24.698 Punkten.
Die kurzfristige Richtung des DAX hängt nun maßgeblich von der politischen und unternehmerischen Reaktion auf die Mailänder Offerte ab. Das offizielle Angebot der UniCredit wird für Mai erwartet. Bis dahin müssen Anleger die Unterstützungslinie bei rund 22.900 Punkten im Blick behalten, deren Bruch weiteren Verkaufsdruck auslösen würde. Auf der Oberseite erfordert eine nachhaltige Aufhellung des charttechnischen Bildes eine Rückeroberung der Marke von 24.000 Punkten.
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