Für den Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern spitzt sich die juristische Lage in den USA zu. Während das Unternehmen einen milliardenschweren Vergleichsvorschlag für die anhaltenden Glyphosat-Klagen vorantreibt, rückt ein entscheidender Termin vor dem US Supreme Court näher. Die rechtlichen Altlasten zehren massiv an den finanziellen Reserven und überschatten das operative Geschäft.

Hoffen auf das höchste US-Gericht

Am 27. April 2026 verhandelt der Supreme Court eine Klage, die den Umgang mit fehlenden Krebswarnhinweisen auf Roundup-Etiketten abschließend klären soll. Bayer argumentiert, dass Bundesrecht die Gesetze der Einzelstaaten überlagert. Ein Urteil zugunsten der Leverkusener könnte einen Großteil der verbleibenden Verfahren hinfällig machen.

Parallel dazu sicherte sich der Konzern die vorläufige Genehmigung eines US-Richters für einen 7,25 Milliarden Dollar schweren Vergleich. Dieser Rahmen soll aktuelle und künftige Ansprüche deckeln. Die Konstruktion erfordert laut CEO Bill Anderson jedoch eine Beteiligung der Kläger von nahezu 100 Prozent. Politische Rückendeckung erhält Bayer aus Washington: Nach der Ausrufung des Defense Production Acts durch Präsident Donald Trump stellte sich die US-Regierung in einem Schriftsatz hinter die Position des Unternehmens.

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Rechtskosten belasten die Bilanz

Die finanziellen Spuren der Monsanto-Übernahme bleiben tief. Obwohl Bayer im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 sein Umsatzziel mit 45,57 Milliarden Euro erreichte, stand unter dem Strich ein Nettoverlust von 3,62 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür waren in erster Linie hohe Sonderaufwendungen für die anhaltenden Rechtsstreitigkeiten.

Auch der Ausblick auf das laufende Jahr ist von diesen Altlasten geprägt. Für 2026 rechnet das Management mit einem negativen freien Cashflow von bis zu 2,5 Milliarden Euro, da allein fünf Milliarden Dollar für juristische Auszahlungen reserviert sind. Der finanzielle Spielraum bleibt entsprechend eng, was sich in der konstanten Minimaldividende von 0,11 Euro je Aktie für die kommende Hauptversammlung widerspiegelt.

Entscheidung im Juni erwartet

An der Börse sorgte die Kombination aus milliardenschweren Belastungen und juristischer Unsicherheit zuletzt für Ernüchterung. Nachdem die Papiere im Februar noch deutlich zugelegt hatten, ging die Aktie am Freitag bei 38,44 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel mittlerweile knapp 22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro.

Eine fundamentale Neubewertung der Situation erfolgt voraussichtlich in der zweiten Junihälfte. Dann wird das Urteil des Supreme Courts erwartet. Fällt dieses negativ aus, dürfte der bisherige Milliardenvergleich als unzureichend gelten und das Unternehmen zwingen, die Rückstellungen für die Glyphosat-Klagen erneut massiv aufzustocken.

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