Bayer Aktie: Deutlicher Aufschwung!
Der Kurs von Bayer hat sich in den vergangenen Monaten deutlich erholt – nun rückt ein möglicher Wendepunkt in der Glyphosat-Saga in den Vordergrund: Der US Supreme Court nimmt den sogenannten Durnell-Fall an. Damit steht erstmals auf höchster Ebene zur Debatte, wie weit die Zuständigkeit der US-Umweltbehörde EPA bei Pflanzenschutzmitteln reicht – und wie viel Raum für Schadensersatzklagen der Einzelstaaten bleibt. Kann ein Urteil aus Washington die milliardenschwere Rechtslast des Konzerns spürbar drücken?
Supreme Court greift in Glyphosat-Debatte ein
Im Kern geht es um die Frage, ob das US-Bundesgesetz für Pestizide (FIFRA) die Autorität der Umweltbehörde EPA über Produktkennzeichnungen stärkt – und damit Warnhinweis-Klagen auf Ebene einzelner Bundesstaaten begrenzt.
Der konkrete Auslöser ist der Durnell-Fall aus Missouri. Dort war Monsanto im Oktober 2023 zu einer Zahlung von 1,25 Millionen US-Dollar verurteilt worden. Die Klägerseite argumentiert, dass Roundup-Kennzeichnungen unzureichend auf Krebsrisiken hingewiesen hätten.
Bayer verweist dagegen auf die wiederholte Einstufung der EPA, Glyphosat sei „wahrscheinlich nicht krebserregend“. Auf dieser Basis hatte die Behörde Etiketten ohne Krebswarnung genehmigt. Die Position des Unternehmens: Wenn die EPA die Kennzeichnung freigibt, sollten einzelstaatliche Gerichte keine weitergehenden Warnhinweise erzwingen können.
Der Zeitplan der Supreme-Court-Prüfung ist bereits klar umrissen:
- 2. März 2026: Monsanto reicht seinen Schriftsatz ein
- 1. April 2026: Antwort des Klägers Durnell fällig
- 20.–29. April 2026: Mündliche Verhandlung wahrscheinlich
- Bis 30. Juni 2026: Urteil des Supreme Court erwartet
Damit ist ab dem Frühjahr 2026 mit entscheidenden Signalen aus Washington zu rechnen.
Analysten sehen Entlastungspotenzial
Die Ankündigung des Supreme Courts hat eine schnelle Reaktion der Investmentbanken ausgelöst. Mehrere Häuser gehen davon aus, dass die Glyphosat-Risiken damit deutlich besser kalkulierbar werden könnten.
- Morgan Stanley erhöht das Kursziel von 40 auf 55 Euro und bleibt bei „Übergewichten“. Die Bank wertet die Prüfung durch das Gericht als Schritt, der die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten „weiter entrisiken, wenn nicht beenden“ könnte.
- BofA Securities zieht ebenfalls nach und hebt das Kursziel von 35 auf 55 Euro an. Die Analysten sehen die Wahrscheinlichkeit eines für Bayer positiven Urteils bei rund 70 Prozent und halten sogar eine sehr deutliche Mehrheit der Richter (7:2 oder 9:0) für möglich.
- Barclays bestätigt die Einstufung „Übergewichten“ mit einem Kursziel von 50 Euro.
- HSBC bleibt bei einer Kaufempfehlung und nennt ebenfalls 55 Euro als Zielmarke.
Die Botschaft der Analysten: Das juristische Risiko bleibt erheblich, doch das Chance-Risiko-Profil verschiebt sich aus ihrer Sicht zu Gunsten des Unternehmens.
Rechtliche Altlasten in Milliardenhöhe
Trotz zahlreicher Vergleiche ist die Glyphosat-Thematik für Bayer weiterhin von großer finanzieller Bedeutung. Seit der Monsanto-Übernahme 2018 für 63 Milliarden US-Dollar wurden zwar mehr als 100.000 Fälle beigelegt, dennoch sind rund 60.000 Klagen in den USA noch anhängig.
Für diese Verfahren hat der Konzern Rückstellungen von 6 Milliarden Euro gebildet. Ein Urteil des Supreme Court zugunsten der Linie von EPA und Bayer könnte die rechtliche Basis für viele laufende und künftige Klagen spürbar verändern.
Der Broker Kepler Cheuvreux bringt die Dimension auf den Punkt: Die Entscheidung des obersten US-Gerichts nehme „eine erhebliche zukünftige finanzielle Belastung weg – eine Belastung, die selbst heute noch einen Deckel auf Bayers Marktbewertung hält“. Im Klartext: Sinkt die erwartete Last aus Schadensersatz und Vergleichszahlungen, könnte das Bewertungsniveau des Konzerns wieder Spielraum nach oben gewinnen.
Kursentwicklung: Konsolidierung nach Rallye
Nach einer kräftigen Aufwärtsbewegung der vergangenen Monate zeigt die Aktie zur Wochenmitte eine leichte Verschnaufpause. Heute notiert der Titel bei rund 42,06 Euro, nachdem am Vortag noch etwa 42,91 Euro auf den Kurszetteln standen. Der Tagesrückgang von 0,23 Prozent fällt damit moderat aus – im größeren Bild bleibt die Dynamik klar positiv.
Einige markante Eckdaten der jüngsten Entwicklung:
- 30 Tage: +18,53 %
- Seit Jahresanfang: +10,68 %
- 12 Monate: +95,72 %
- Abstand zum 52-Wochen-Tief (19,93 €): +111,08 %
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch (44,40 €): -5,27 %
Der Kurs liegt deutlich über den gleitenden Durchschnitten der vergangenen Monate:
- 50-Tage-Durchschnitt: 36,60 €
- 100-Tage-Durchschnitt: 32,08 €
- 200-Tage-Durchschnitt: 29,29 €
Charttechnisch signalisiert das einen klaren Aufwärtstrend. Gleichzeitig deutet ein 14-Tage-RSI von 19,6 auf einen kurzfristig stark überverkauften Zustand hin, was nach der vorausgegangenen Rally eher eine technische Gegenbewegung nach unten reflektiert als eine fundamentale Trendwende.
Fazit: Supreme Court als Taktgeber
Die nächsten Monate werden maßgeblich vom Verfahren vor dem US Supreme Court geprägt. Der feststehende Zeitplan bis Ende Juni 2026 gibt dem Markt einen klaren Rahmen, in dem sich Erwartungen an ein mögliches Grundsatzurteil bilden.
Entscheidend bleibt: Je stärker das Gericht die Autorität der EPA bei Produktkennzeichnungen bestätigt, desto eher könnten die noch offenen Glyphosat-Verpflichtungen unter die bereits gebildeten Rückstellungen von 6 Milliarden Euro sinken. In diesem Szenario bekäme die Kursrally der vergangenen Monate eine nachvollziehbare fundamentale Basis – die juristischen Weichenstellungen aus Washington werden damit zum zentralen Taktgeber für die weitere Entwicklung der Bayer Aktie.
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