BASF Aktie: Wende oder Wunschdenken?
Die Stimmung rund um den Chemieriesen aus Ludwigshafen hellt sich auf, doch die Expertenmeinungen driften so weit auseinander wie selten zuvor. Während ein überraschendes Analysten-Upgrade Kursfantasie weckt, mahnen andere Banken weiterhin zur Vorsicht. Parallel dazu schafft der Konzern in China Fakten und nimmt ein Milliardenprojekt in Betrieb.
- Upgrade: Warburg Research hebt Kursziel auf 53 Euro an.
- Expansion: Steamcracker in Zhanjiang nimmt Betrieb auf.
- Dividende: Ausschüttung von 2,25 Euro je Aktie geplant.
Analysten uneins über Zukunftschancen
Für frischen Wind sorgt zum Wochenstart eine optimistische Einschätzung von Warburg Research. Die Analysten stuften die Aktie von "Hold" auf "Buy" hoch und schraubten das Kursziel deutlich von 43 auf 53 Euro nach oben. Vom aktuellen Niveau aus impliziert dies ein Kurspotenzial von rund 18 Prozent. Begründet wird dieser Optimismus mit der beschleunigten Transformation des Konzerns. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 rechnen die Experten mit spürbaren positiven Impulsen aus den operativen Verbesserungen.
Doch nicht alle Marktbeobachter teilen diese Euphorie. Barclays bestätigte am Freitag lediglich das Votum "Equal Weight" mit einem Ziel von 41 Euro. Noch skeptischer zeigt sich das Bankhaus Berenberg, das bei seiner Verkaufsempfehlung ("Sell") und einem Kursziel von 38 Euro bleibt. Diese Diskrepanz spiegelt die Unsicherheit wider: Gelingt der radikale Umbau oder belasten die hohen Investitionen und die Konjunktur zu stark?
Strategischer Schwenk nach Asien
Ungeachtet der Diskussionen treibt das Management die Neuausrichtung voran. In China meldete BASF am Wochenende Vollzug: Der neue Steamcracker am Verbundstandort Zhanjiang hat offiziell den Betrieb aufgenommen. Die Anlage mit einer Kapazität von einer Million Tonnen Ethylen pro Jahr gilt als technologisches Vorzeigeprojekt, da die Hauptkompressoren vollständig mit erneuerbarem Strom betrieben werden.
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Mit Investitionskosten von rund 8,7 Milliarden Euro avanciert Zhanjiang zum drittgrößten Standort des Konzerns weltweit. Dieser Schritt unterstreicht den strategischen Pivot weg vom kostenintensiven Standort Deutschland hin zum Wachstumsmarkt China. Flankiert wird der Umbau durch Desinvestitionen wie den Verkauf der Mehrheit des Lackgeschäfts an Carlyle und die Vorbereitung der Agrarchemie-Sparte für einen Börsengang im Jahr 2027.
Charttechnik und Kapitalmaßnahmen
An der Börse reagierten Anleger zuletzt positiv. Die Aktie beendete die Woche mit einem Plus von 1,77 Prozent bei 44,94 Euro und notiert damit knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 44,48 Euro. Um das Warburg-Szenario zu realisieren, müsste der Kurs den Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 53,98 Euro überwinden.
Unterstützung kommt von der Kapitalseite: Für das Geschäftsjahr 2025 wurde die Dividende auf 2,25 Euro festgelegt. Zusätzlich läuft ein Aktienrückkaufprogramm, das bis Juni 2026 ein Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro erreichen soll. Insgesamt plant BASF bis 2028 Ausschüttungen in Höhe von 12 Milliarden Euro.
Der nächste fundamentale Realitätscheck steht am 27. Februar 2026 an. Dann veröffentlicht BASF die detaillierten Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025. Da die Deutsche Bank für das Schlussquartal einen Rückgang des operativen Ergebnisses um 17 Prozent prognostiziert, müssen sich Investoren bis dahin auf eine erhöhte Volatilität einstellen.
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