Der Chemiekonzern BASF stellt sich auf ein weiteres schwieriges Übergangsjahr ein. Nachdem die neue Gewinnprognose für 2026 die Markterwartungen verfehlt hat, steuert das Management mit härteren Maßnahmen gegen. Reicht das ausgeweitete Sparprogramm aus, um die schwächelnde Nachfrage und hohe strukturelle Kosten auszugleichen?

Schwacher Ausblick bremst Anleger

Die Hoffnungen auf eine schnelle konjunkturelle Erholung in der Chemiebranche haben einen Dämpfer erhalten. Für das Jahr 2026 stellt BASF ein operatives Ergebnis (EBITDA vor Sondereinflüssen) zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro in Aussicht. Der Mittelwert von 6,6 Milliarden Euro liegt dabei deutlich unter den Analystenschätzungen, die im Vorfeld mit rund 7,0 Milliarden Euro gerechnet hatten. Vorstandschef Markus Kamieth rechnet kurzfristig weder mit einer Marktbelebung noch mit einer geopolitischen Entspannung.

Zusätzlich belasten Währungseffekte die Bilanz: Allein ein schwacher US-Dollar könnte das Ergebnis im ersten Quartal um bis zu 200 Millionen Euro drücken. Diese trüben Aussichten spiegeln sich in der Kursentwicklung wider. Mit einem aktuellen Kurs von 44,19 Euro verzeichnet das Papier heute einen Rückgang von 2,32 Prozent und weitet den Verlust auf Zwölf-Monats-Sicht auf über 15 Prozent aus. Damit notiert der Titel spürbar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Kostenschere und Investitionsbremse

Um dem anhaltenden Gegenwind zu begegnen, verschärft BASF die Gangart bei den eigenen Ausgaben. Das jährliche Einsparziel wurde von 1,6 auf 2,3 Milliarden Euro bis Ende 2026 angehoben. Ein zentraler Hebel bleibt dabei der Personalabbau. Seit Ende 2023 hat der Konzern bereits 4.800 Stellen gestrichen, weitere Kürzungen in der Verwaltung sowie Verlagerungen nach Indien und Malaysia sind geplant.

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Gleichzeitig tritt das Unternehmen bei den Investitionen auf die Bremse. Das Budget für Sachinvestitionen für die Jahre 2026 bis 2029 wird um 20 Prozent auf 13 Milliarden Euro gekürzt. Selbst strategische Projekte am neuen Verbundstandort in China werden zeitlich gestreckt. Diese Schonung der Kapitalreserven ist notwendig: Im abgelaufenen Geschäftsjahr reichte der Free Cashflow von 1,34 Milliarden Euro nicht aus, um die garantierte Dividende von 2,25 Euro je Aktie vollständig zu decken.

Agrar-Börsengang als strategischer Hebel

Parallel zum Sparkurs treibt BASF den Umbau des Portfolios voran. Während der Verkauf des Geschäfts mit optischen Aufhellern Ende Februar abgeschlossen wurde, soll die Lacksparte im zweiten Quartal 2026 den Besitzer wechseln. Das größte Projekt ist jedoch die Vorbereitung der Agrarsparte für einen Börsengang in Frankfurt bis zum Jahr 2027. Dieser Schritt soll das "Agricultural Solutions"-Geschäft als eigenständigen Akteur etablieren und gleichzeitig frisches Kapital in den Konzern spülen. Gestützt wird der Aktienkurs derweil noch durch ein laufendes Rückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro.

Ob die Kombination aus Kostensenkungen und Portfoliobereinigung die strukturellen Nachteile wie hohe Energiepreise am Standort Ludwigshafen und Überkapazitäten in China ausreichend kompensiert, wird das Management auf der Hauptversammlung am 30. April belegen müssen. Bis sich das konjunkturelle Umfeld frühestens 2027 aufhellt, bleibt die konsequente Umsetzung der Sparziele der einzige verlässliche Hebel, um die Margen des Konzerns abzusichern.

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