BASF meldet zum Jahresbeginn gleich mehrere strategische Schritte: In China geht ein zentraler Baustein des globalen Produktionsnetzes ans Netz, das laufende Aktienrückkaufprogramm läuft im Plan, und im Geschäft mit Elektromobilität präsentiert der Konzern neue Materiallösungen. Wie ordnet sich das alles in ein weiterhin schwaches Marktumfeld ein?

Zhanjiang: Neuer Kernstandort in China

Heute hat BASF den erfolgreichen Start des Steam Crackers am Verbund-Standort Zhanjiang in Südchina gemeldet. Das Projekt ist Teil der größten Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte und macht Zhanjiang nach Ludwigshafen und Antwerpen zum drittgrößten Verbund-Standort weltweit.

Der Steam Cracker ist der zentrale Rohstofflieferant des Standorts. Er wird vollständig mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben und ist damit weltweit die erste Anlage dieser Art. Die Produktion von Ethylenoxid, Ethylenglykol und Polyethylen wurde bereits aufgenommen.

Die wichtigsten Eckdaten des Projekts:

  • Drittgrößter Verbund-Standort im BASF-Netzwerk
  • Ethylen-Kapazität: 1 Million Tonnen pro Jahr
  • 100 Prozent Versorgung mit erneuerbarem Strom
  • Fokus auf China als größten Chemiemarkt der Welt

Mit dem Start des Crackers erhöht BASF die lokale Produktion in einem strategisch wichtigen Markt und verknüpft Kapazitätsausbau mit einer CO₂-ärmeren Stromversorgung.

Aktienrückkauf über 1,5 Milliarden Euro

Parallel treibt BASF das im November 2025 gestartete Aktienrückkaufprogramm voran. Bis einschließlich 2. Januar 2026 hat der Konzern 8.650.389 eigene Aktien erworben. In der Woche vom 29. Dezember 2025 bis 2. Januar 2026 kamen 623.442 Stück hinzu, bei einem Gegenwert von rund 27,7 Millionen Euro.

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Rahmenbedingungen des Programms:

  • Gesamtvolumen: bis zu 1,5 Milliarden Euro
  • Laufzeit: bis Ende Juni 2026
  • Einbettung in Gesamtprogramm von 4 Milliarden Euro bis Ende 2028
  • Sämtliche zurückgekaufte Aktien werden eingezogen

Damit reduziert BASF die Zahl ausstehender Aktien und setzt die auf dem Kapitalmarkttag 2024 angekündigte Kapitalrückführung planmäßig um.

Materialien für Elektrofahrzeuge

Heute hat BASF zudem Fortschritte bei Polyamid-Materialien für die Elektromobilität vorgestellt. Die Ultramid-Produktlinie wurde auf die deutlich höheren Anforderungen an die Alterungsbeständigkeit von Kunststoffen in Elektrofahrzeugen ausgelegt.

Hintergrund ist die veränderte Belastung im Vergleich zu klassischen Verbrennungsmotoren:
- Übliche Lebensdaueranforderung bei Verbrennern: rund 5.000 Betriebsstunden
- Bei Elektrofahrzeugen: 45.000 bis 55.000 Betriebsstunden
- Tests mit Ultramid: Eigenschaften lassen sich auf mehr als 100.000 Betriebsstunden extrapolieren

Damit adressiert BASF spezifische Anforderungen im wachsenden Markt für Elektromobilität und positioniert die Produktlinie als Lösung für langlebige Komponenten im Motorraum von E-Fahrzeugen.

Schwaches Marktumfeld und Ausblick

Trotz der strategischen Fortschritte bleibt das Umfeld für die Chemiebranche schwierig. BASF erzielte im dritten Quartal 2025 einen Umsatz von 15,23 Milliarden Euro und einen Gewinn von 464 Millionen Euro – Zahlen, die den anhaltenden Druck durch schwache Nachfrage widerspiegeln.

Für das vierte Quartal 2025 rechnen Analysten im Durchschnitt mit einem Umsatz von rund 14,1 Milliarden Euro. Die Konsensschätzungen zum Kursziel liegen bei 48,48 Euro je Aktie, mit einer Spanne von 38,00 bis 60,00 Euro.

Der nächste konkrete Prüfstein für die Börse steht bereits fest: Am 27. Februar 2026 legt BASF die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, wie sich die Kombination aus Kapazitätsausbau in China, laufendem Aktienrückkauf und neuen Lösungen für Elektromobilität in den Zahlen niederschlägt.

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