BASF Aktie: Rückkauf kontra Skepsis
BASF investiert massiv in eigene Aktien, während der Kurs weiter hinter früheren Niveaus zurückbleibt und die Analystenlage so gespalten ist wie seit Langem nicht mehr. Im Zentrum steht ein großvolumiges Rückkaufprogramm – doch reicht dieser Impuls, um den anhaltenden Druck auf die Aktie zu mildern?
Großes Rückkaufvolumen als Signal
Der Chemiekonzern hat gestern eine umfangreiche Transaktion im Rahmen seines laufenden Aktienrückkaufprogramms gemeldet. Zwischen dem 12. und 16. Januar 2026 erwarb BASF insgesamt 951.029 eigene Aktien zurück. Die Käufe erfolgen im Rahmen des Programms, das am 3. November 2025 gestartet wurde.
Damit fließt Kapital in nennenswertem Umfang indirekt an die Aktionäre zurück. Solche Maßnahmen gelten klassisch als Zeichen, dass das Management den eigenen Unternehmenswert für attraktiv hält und den Kurs zusätzlich stabilisieren möchte.
Wichtige Eckpunkte zum Rückkauf:
- Zeitraum: 12. bis 16. Januar 2026
- Volumen: 951.029 zurückgekaufte Aktien
- Rahmen: Teil des seit 3. November 2025 laufenden Rückkaufprogramms
Im Marktbild spiegelt sich diese Stützung aber bislang nur begrenzt wider. Die Aktie schloss gestern bei 43,97 Euro und liegt damit rund 18 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 53,98 Euro. Gleichzeitig notiert der Titel nur etwa 11 % über dem 52‑Wochen-Tief von 39,76 Euro – ein klares Indiz dafür, dass die Vorsicht der Marktteilnehmer noch nicht gewichen ist.
Chemiesektor belastet – BASF im Abwärtsmodus
Trotz der Rückkäufe zählt die Aktie zuletzt zu den schwächeren Werten im DAX 40. Im XETRA-Handel zeigten sich spürbare Verluste, die in einen bereits seit Monaten zähen Kursverlauf passen. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Minus von rund 3 %, seit Jahresbeginn liegt die Bilanz leicht im negativen Bereich.
Mehrere Faktoren drücken auf die Stimmung im Sektor, insbesondere:
- eine allgemein angespannte Lage in der Chemieindustrie
- Unsicherheit über mögliche US-Strafzölle auf Chemieprodukte
- Sorgen über Überkapazitäten, vor allem in China
Die aktuelle Volatilität der Aktie ist hoch: Die annualisierte Schwankungsbreite der letzten 30 Tage liegt bei gut 72 %. Charttechnisch bewegt sich der Kurs knapp unter dem 50‑Tage-Durchschnitt von 44,76 Euro und nur geringfügig über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 43,80 Euro. Der RSI von 42,3 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine klar überverkaufte Situation, sondern eher einen gedämpften, aber nicht extremen Verkaufsdruck.
Analystenlager tief gespalten
Besonders auffällig ist die hohe Spreizung der Analysteneinschätzungen. Die Bewertungen reichen von klarer Skepsis bis zu deutlich positivem Votum – und zeichnen ein Bild erheblicher Unsicherheit über die mittelfristige Entwicklung.
Auf der optimistischen Seite stehen:
- Warburg Research: Hochstufung von „Hold“ auf „Buy“, Kursziel deutlich auf 53 Euro erhöht.
- Bernstein Research: Einstufung „Outperform“ mit Kursziel 51 Euro.
Beide Häuser trauen der Aktie also ein Potenzial deutlich über dem aktuellen Kursniveau zu. Die Zielmarken liegen nahe am 52‑Wochen-Hoch und unterstreichen die Sicht, dass der Markt die Chancen im Chemiegeschäft und die Effekte der Rückkaufpolitik derzeit eher konservativ einpreist.
Auf der vorsichtigen bis negativen Seite dominieren dagegen:
- Barclays: Kursziel auf 40 Euro gesenkt, Einstufung „Equal Weight“ bekräftigt.
- JPMorgan: Bewertung „Underweight“ bestätigt, vor allem mit Hinweis auf chinesische Überkapazitäten.
Damit ergibt sich eine ungewöhnlich breite Spanne der Kursziele – von 40 bis 53 Euro. Diese Differenz spiegelt die gegensätzlichen Annahmen wider: Während die einen in Rückkaufprogramm und Sektorstabilisierung Chancen sehen, verweisen die anderen auf strukturelle Risiken und die Belastungen durch weltweite Überkapazitäten.
Fazit: Zwischen Rückkaufstütze und Branchendruck
BASF sendet mit dem Rückkauf von fast einer Million Aktien innerhalb weniger Handelstage ein klares Signal der Unterstützung. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld schwierig, was sich in der deutlichen Distanz zum 52‑Wochen-Hoch und der hohen Volatilität zeigt.
Für die weitere Entwicklung werden vor allem zwei Faktoren entscheidend sein: Erstens, ob der Chemiesektor – inklusive der Diskussion um mögliche US-Strafzölle – wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt. Zweitens, ob sich die skeptische Sicht auf chinesische Überkapazitäten relativiert oder weiter verfestigt. Zwischen diesen Polen dürfte sich der Kurs in den kommenden Wochen bewegen, wobei das laufende Rückkaufprogramm im Hintergrund als stabilisierender Faktor wirkt.
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