BASF Aktie: Analystendruck
Der jüngste Rückschlag bei BASF trifft auf eine Branche, die ohnehin mit strukturellen Problemen kämpft. Am Freitag sorgten vor allem skeptische Analystenkommentare für Verkaufsdruck – ausgerechnet in einer Woche, in der der Konzern strategisch wichtige Fortschritte bei grüner Energie und Agrarlösungen meldete. Wie passt diese Diskrepanz zusammen?
Die Fakten im Überblick
- Schlusskurs Freitag: 44,59 Euro
- Tagesverlust: -3,67 %
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: rund -17 %
- Barclays-Kursziel: 40 Euro (zuvor 41 Euro), Einstufung „Equal Weight“
- JP Morgan: Einstufung „Underweight“ bestätigt
Während der DAX zum Wochenschluss nur leicht nachgab, rutschte BASF deutlich ab und fiel klar unter die Marke von 45 Euro. Der Kurs liegt damit spürbar unter dem 52‑Wochen-Hoch von 53,98 Euro, aber gleichzeitig noch über dem Tief der vergangenen zwölf Monate.
Der Abstand zum 50‑Tage-Durchschnitt ist mit knapp -0,23 % gering, zum 200‑Tage-Durchschnitt liegt der Kurs rund 1,8 % höher. Der RSI von 42,3 signalisiert eine schwächere, aber noch nicht überverkaufte Marktphase. Kurzfristig dominiert damit eher Zurückhaltung als Panik.
Analysten bremsen Erholungshoffnungen
Den stärksten Impuls für den Kursrutsch lieferten am Freitag neue Einschätzungen von der Analystenseite. Im Zentrum standen vor allem Sorgen um die Perspektive der europäischen Chemieindustrie.
Barclays senkte das Kursziel für BASF von 41 auf 40 Euro und blieb bei der Einstufung „Equal Weight“. Analyst Alex Sloane rechnet für 2026 mit:
- schwachen Absatzvolumina,
- einer zähen Preisentwicklung,
- und anfälligen Endmärkten.
Damit stellt er eine schnelle Erholung der Branche infrage. Die Herabsetzung des Kursziels fällt moderat aus, setzt aber ein klares Signal, dass die bisherigen Erwartungen eher zu optimistisch gewesen sein könnten.
Parallel dazu bestätigte JP Morgan ihre skeptische Haltung mit dem Votum „Underweight“. Analyst Chetan Udeshi verweist erneut auf strukturelle Belastungen durch chinesische Wettbewerber. Zwar wäre ein Kapazitätsabbau in China für europäische Anbieter tendenziell positiv, JP Morgan sieht jedoch bislang keine verlässlichen Anzeichen für eine konsequente Anti-Überkapazitätspolitik der chinesischen Regierung.
Unterm Strich dominieren damit weiterhin Zurückhaltung und Zweifel an der kurzfristigen Ertragskraft der Branche – und diese Stimmung drückt auch auf BASF.
Strategische Fortschritte im Hintergrund
Bemerkenswert: Operativ meldete BASF in der Woche einige Schritte, die genau auf die langfristigen Schlüsselthemen Energieversorgung und Nachhaltigkeit zielen – an der Börse gingen diese positiven Nachrichten jedoch im Wochenausklang weitgehend unter.
Zum einen hat Partner Vattenfall die finale Investitionsentscheidung für das Offshore-Windcluster „Nordlicht“ getroffen. Das Großprojekt ist wichtig für die Umstellung der Energieversorgung hin zu erneuerbaren Quellen und soll die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen im Konzern schrittweise verringern. Für einen energieintensiven Chemiekonzern ist das ein zentraler Baustein der Transformationsstrategie.
Zum anderen stärkt BASF mit der angekündigten Übernahme von AgBiTech die Agrarsparte. Das Unternehmen ist auf biologischen Insektenschutz spezialisiert und ergänzt das Portfolio im Bereich nachhaltiger Lösungen. Der Abschluss der Transaktion ist für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen. Strategisch zahlt der Deal auf den Ausbau zukunftsfähiger Produkte ein – auch mit Blick auf einen für 2027 diskutierten Teil-Börsengang von BASF Agricultural Solutions.
Operativ arbeitet der Konzern also an Themen, die mittelfristig Wachstums- und Bewertungsspielräume eröffnen können, kurzfristig dominiert aber der Blick auf Konjunkturrisiken und Branchendruck.
Charttechnik: Unterstützungen im Blick
Mit dem Rutsch unter 45 Euro hat sich das charttechnische Bild eingetrübt. Der Fall unter diese Marke wirkt als Warnsignal, da sie zuvor als kurzfristige Unterstützung fungierte. Technisch orientierte Marktteilnehmer achten nun darauf, ob weitere Stop-Loss-Orders ausgelöst werden und zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.
Aus charttechnischer Sicht wird es in der neuen Woche wichtig, ob sich im Bereich knapp über 44 Euro ein Boden bilden kann oder ob der Kurs in Richtung des 52‑Wochen-Tiefs bei 39,76 Euro tendiert. Solange die Analystenkommentare – insbesondere von Häusern wie Barclays und JP Morgan – überwiegend skeptisch bleiben und zugleich deutliche Nachfrageimpulse aus der Industrie fehlen, bleibt das kurzfristige Aufwärtspotenzial überschaubar.
Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob die Kombination aus strukturellem Gegenwind in der Chemiebranche und vorsichtigen Analystenstimmen schwerer wiegt als die laufenden Transformations- und Wachstumsprojekte im Konzern; erst klare Signale aus Nachfrage, Margenentwicklung oder weiteren Projektfortschritten dürften hier für eine spürbare Neubewertung sorgen.
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