Barrick Mining Aktie: Strategische Ausblicke
Die Barrick-Aktie brach am Dienstag um 8,7 Prozent ein. Der Auslöser: Gold verlor binnen eines Tages knapp vier Prozent an Wert. Was zunächst nach einem klassischen Flucht-in-sichere-Häfen-Szenario aussah, endete in einer abrupten Trendwende – und zog den weltgrößten Goldproduzenten mit nach unten.
Edelmetalle drehen ins Minus
Gold hatte Ende Februar noch bei 5.278 Dollar je Unze notiert. Nach den US-israelischen Luftangriffen auf den Iran über das Wochenende schnellte der Preis am Montag kurzzeitig auf 5.416 Dollar. Doch die Rally hielt nicht. Am Dienstag fiel Gold auf 5.102 Dollar – ein Rückgang von 3,9 Prozent binnen 24 Stunden.
Am Mittwoch stabilisierten sich die Edelmetalle wieder leicht. Spot-Gold stieg um rund ein Prozent auf 5.138 Dollar, nachdem es am Vortag den tiefsten Stand seit dem 20. Februar markiert hatte. US-Gold-Futures für April legten 0,5 Prozent auf 5.147 Dollar zu.
Analysten führen die Volatilität auf den erstarkenden US-Dollar zurück. Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen setzte bei Gold Gewinnmitnahmen ein. Auch Silber erwischte es: Nach einem Anstieg auf über 96 Dollar am Montag rutschte das Metall auf 83,27 Dollar ab – ein Minus von acht Prozent. Für Barrick, das auch Silber fördert, eine doppelte Belastung.
Starke Quartalszahlen als Basis
Die Fundamentaldaten des Unternehmens bleiben solide. Im vierten Quartal 2025 erzielte Barrick einen operativen Cashflow von 2,73 Milliarden Dollar und einen Free Cashflow von 1,62 Milliarden Dollar – Rekordwerte. Der Nettogewinn je Aktie kletterte um 88 Prozent auf 1,43 Dollar.
Die Goldproduktion lag bei 871.000 Unzen, fünf Prozent über dem Vorquartal. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1.205 Dollar je Unze, die All-in-Sustaining-Kosten auf 1.581 Dollar. Besonders Nevada Gold Mines lieferte ab: Die Carlin-Mine steigerte ihre Produktion um 25 Prozent.
Barrick kündigte zudem eine neue Dividendenpolitik an. Künftig sollen 50 Prozent des Free Cashflows ausgeschüttet werden – teils als fixe Quartalsdividende von 0,175 Dollar je Aktie, teils als variable Jahresend-Zahlung. Die Dividende für das vierte Quartal 2025 wird am 16. März an Aktionäre gezahlt.
2025 kaufte der Konzern rund 51,9 Millionen eigene Aktien zurück – etwa drei Prozent des ausstehenden Kapitals – für insgesamt 1,5 Milliarden Dollar.
Produktionsprognose enttäuscht
Für 2026 peilt Barrick eine Goldproduktion von 2,90 bis 3,25 Millionen Unzen an. Das liegt unter den 3,26 Millionen Unzen aus 2025. Bereinigt um die verkauften Minen Hemlo und Tongon kommt 2025 auf 3,03 Millionen Unzen – die neue Guidance bedeutet also bestenfalls ein leichtes Plus.
Die All-in-Sustaining-Kosten sollen bei 1.760 bis 1.950 Dollar je Unze liegen, basierend auf einem angenommenen Goldpreis von 4.500 Dollar. Die Kupferproduktion wird auf 190.000 bis 220.000 Tonnen geschätzt.
Trotz des Rückgangs bei der Goldmenge bleibt die Cashflow-Konversion hoch: 2025 wandelte Barrick etwa 50 Prozent des operativen Cashflows in Free Cashflow um – ein Anstieg um 194 Prozent.
Börsengang in Nordamerika geplant
Barrick bereitet die Abspaltung seiner nordamerikanischen Goldanlagen vor. Der Vorstand hat grünes Licht für einen Börsengang gegeben, der bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Die neue Gesellschaft würde die Beteiligungen an Nevada Gold Mines und Pueblo Viejo sowie das vollständig im Barrick-Besitz befindliche Fourmile-Projekt in Nevada umfassen.
Ziel ist es, eine "geopolitische Prämie" zu heben, indem die erstklassigen nordamerikanischen Assets vom komplexeren internationalen Portfolio getrennt werden. Während die Tochter auf Gold fokussiert bleibt, schwenkt die Mutter verstärkt auf Kupfer um. Bis 2030 soll Kupfer 30 bis 40 Prozent des Konzern-EBITDA ausmachen.
Streit um Nevada-Joint-Venture
Am 3. Februar stellte Newmont Corporation Barrick formell in Verzug. Der Vorwurf: systematische Umleitung von Ressourcen aus dem gemeinsamen Nevada Gold Mines-Komplex zum ausschließlich Barrick gehörenden Fourmile-Projekt.
Newmont hatte am 26. Januar mitgeteilt, Beweise für Missmanagement im Joint Venture gefunden zu haben. Das Unternehmen macht Prüfungs- und Kontrollrechte geltend. Laut Insidern besteht Newmont darauf, dass der geplante Börsengang seiner Zustimmung bedarf – aufgrund eines Vorkaufsrechts und Genehmigungsrechten bei Übertragungen von Nevada Gold Mines-Anteilen.
Barrick hat 30 Tage Zeit, das Problem zu beheben oder Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Andernfalls könnte der Streit vor Gericht in Nevada landen.
Fourmile als Wachstumstreiber
Am vollständig Barrick gehörenden Fourmile-Projekt in Nevada verdoppelte sich die ausgewiesene Goldressource im zweiten Jahr in Folge. Aktuell stehen 2,6 Millionen Unzen angezeigte und 13 Millionen Unzen vermutete Ressourcen in den Büchern. 2026 sollen die Bohrausgaben auf 150 bis 160 Millionen Dollar steigen, nach 91 Millionen im Vorjahr.
Der geplante Zugang über den Bullion Hill Decline kommt voran. Der Entwicklungsbeginn ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Strategischer Wendepunkt
Die scharfe Korrektur zeigt, wie eng Barricks Bewertung kurzfristig an die Rohstoffpreise gekoppelt bleibt. Nevada Gold Mines macht schätzungsweise 60 Prozent des Marktwerts aus – zentral für Bewertung und Abspaltungsstrategie.
Trotz der Volatilität bleibt Gold durch geopolitische Risiken und Zentralbankkäufe gestützt. Nach einem Plus von 64 Prozent in 2025 hat das Edelmetall 2026 bislang rund 19 Prozent zugelegt. Die Kupfernachfrage wird durch Energiewende und KI-Infrastruktur befeuert, das Angebot bleibt knapp.
Mit einem der größten Portfolios an erstklassigen Gold- und Kupfervorkommen weltweit ist Barrick in 17 Ländern auf fünf Kontinenten aktiv. Die Kombination aus Rekord-Cashflows, dem geplanten Börsengang und erneuter Rohstoff-Volatilität bringt das Unternehmen an einen Scheideweg.
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