Barrick Mining profitiert von Rekord-Goldpreisen, gleichzeitig treten die Folgen regulatorischer Konflikte in Mali deutlich zutage. Nach einem Kursanstieg von gut 200 % innerhalb eines Jahres gehen die Einschätzungen zur Bewertung weit auseinander. Im Fokus stehen nun die Produktionsperspektiven, die politische Risikolage und die Frage, ob das aktuelle Kursniveau noch gerechtfertigt ist.

Produktionsbelastung in Mali, neue Projekte in Sicht

Heute notiert die Aktie in New York nahezu unverändert bei 49,57 US-Dollar, in Toronto bei 68,99 Kanadischen Dollar. Die Kurse spiegeln vor allem neue Daten und Berichte zur operativen Entwicklung in Westafrika wider.

Ein Reuters-Bericht meldet für Mali einen Einbruch der industriellen Goldproduktion um 22,9 % im Jahr 2025 auf 42,2 Tonnen. Hauptursache ist die längere Stilllegung des Loulo-Gounkoto-Komplexes von Barrick. Auslöser waren Streitigkeiten über die Umsetzung des neuen Bergbaugesetzes von 2023 und eine Sektorprüfung, nach der sich der Staat rund 761 Milliarden CFA-Franc (rund 1,2 Mrd. US-Dollar) an Steuern nachzahlen ließ.

Barrick erzielte Ende 2025 zwar eine Einigung mit der Militärregierung. Die jetzt veröffentlichten Produktionszahlen zeigen aber, wie stark regulatorische Eingriffe die Fördermengen und damit die Ertragsbasis treffen können.

Parallel versucht der Konzern, sein Länderrisiko breiter aufzustellen. Neue Berichte deuten auf Gespräche mit der ägyptischen Regierung hin, um die Explorationsaktivitäten auszuweiten. In Papua-Neuguinea sorgen derweil lokale Meldungen zu offenen Fragen bei der Übertragung von Gas-to-Power-Anlagen am Hides-Kraftwerk für zusätzliche Unsicherheit auf operativer Ebene.

Bewertung: Überhitzt oder Hebel auf den Goldpreis?

Innerhalb von zwölf Monaten hat die Aktie rund 204 % zugelegt. Vor diesem Hintergrund klaffen die Meinungen zur fairen Bewertung weit auseinander.

Die wichtigsten Punkte:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Barrick Mining?

  • Morningstar Canada stuft Barrick als „am stärksten überbewertete“ kanadische Minenaktie ein.
  • Fair-Value-Schätzung: 42 CAD je Aktie.
  • Aktueller Kurs: 68,99 CAD → Aufschlag von rund 75 % (Price/Fair Value 1,75).
  • Goldpreis über 4.600 US-Dollar je Unze, hinzu kommen hohe Margen im Kupfergeschäft.
  • Erwarteter Rückgang des Forward-KGV von 21 (2025) auf 14 (2026) bei prognostiziertem EPS-Wachstum von 48 %.

Morningstar verweist damit klar auf eine Bewertungsprämie gegenüber dem modellierten fairen Wert.

Auf der anderen Seite zeichnen Analysen von Futunn/Zhitong Finance ein deutlich positiveres Bild. Dort wird Barrick als „Gewinnverstärker“ im aktuellen Rohstoffsuperzyklus beschrieben. Die Argumentation stützt sich auf die starke Hebelwirkung auf den hohen Goldpreis und robuste Kupfermargen. Obwohl die momentanen Bewertungskennziffern hoch ausfallen, rechnen die Befürworter mit einer deutlichen Entspannung der Multiples, falls die erwartete Ergebnisdynamik eintritt.

Sektorrahmen: Hohe Margen, politische Risiken

Die Lage von Barrick spiegelt die Situation vieler Goldproduzenten Anfang 2026 wider. Der Goldpreis steuert in Richtung 5.000 US-Dollar je Unze und verschafft den Produzenten außergewöhnlich hohe Margen.

Barrick lieferte zuletzt starke Kennzahlen ab. Im dritten Quartal wurde eine Produktion von 829.000 Unzen Gold gemeldet. Die All-In Sustaining Costs (AISC) lagen bei 1.538 US-Dollar je Unze. Angesichts der aktuellen Spotpreise entstehen damit sehr komfortable Spannen.

Gleichzeitig zeigt der Fall Mali die Kehrseite: „Resource Nationalism“ und staatliche Eingriffe können in einzelnen Ländern deutliche Produktionsausfälle verursachen. Dass ein Produktionsstopp eines großen Players einen Rückgang der nationalen Goldförderung um knapp 23 % auslöst, unterstreicht sowohl die Bedeutung des Unternehmens als auch die Anfälligkeit für politische Entscheidungen. Die Einigung mit der Regierung und der Wiederanlauf der Kapazitäten wirken positiv in die Zukunft gerichtet, die entgangene Produktion 2025 bleibt jedoch ein endgültiger Belastungsfaktor.

Der extreme Kursanstieg von über 200 % binnen eines Jahres hebt Barrick zudem klar von vielen Wettbewerbern ab. Genau diese Outperformance ist ein zentraler Grund für die Skepsis wertorientierter Häuser wie Morningstar.

Ausblick: Zahlen im Februar als Belastungstest

Der Blick richtet sich nun auf den 5. Februar, wenn Barrick die Zahlen für das Gesamtjahr und das vierte Quartal 2025 vorlegen will. Dann wird sich zeigen, inwieweit die Aktivitäten in Mali wieder voll anlaufen und ob das Management seine Prognosen im aktuellen regulatorischen Umfeld bestätigen kann.

Charttechnisch konsolidiert die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Hoch. Ein klarer Ausbruch über die Marke von 70 CAD an der TSX könnte zusätzlichen Momentum-Kaufdruck auslösen, während ein Rücksetzer unter das aktuelle Kursniveau die Argumente der Bewertungs-Skeptiker stützen würde. In Kombination mit den robusten Goldpreisen dürfte der Earnings-Report im Februar zum entscheidenden Gradmesser für die Tragfähigkeit der hohen Bewertung werden.

Barrick Mining-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Barrick Mining-Analyse vom 16. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Barrick Mining-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Barrick Mining-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Barrick Mining: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...