ASML Aktie: Führungsposition ausgebaut
Die ASML-Aktie legt zum Wochenstart spürbar zu, nachdem Bernstein SocGen den Titel hochstuft und zugleich zur Top-Empfehlung im europäischen Halbleitersektor für 2026 erklärt. Ein deutlich angehobenes Kursziel und optimistische Annahmen zum Speicherzyklus sorgen für frischen Rückenwind. Reicht dieser Analystenschub, um den Aufwärtstrend nachhaltig zu festigen?
Deutliche Hochstufung durch Bernstein
In Amsterdam steigt die Aktie heute Morgen um rund 3,7 % auf ein Rekordniveau von über 1.024 Euro. Auslöser ist ein neuer Bericht von Bernstein-Analyst David Dai, der die Einstufung von „Market Perform“ auf „Outperform“ anhebt.
Das Kursziel wird von 800 auf 1.300 Euro erhöht. Ausgehend vom aktuellen Niveau entspricht das einem theoretischen Aufwärtspotenzial von etwa 32 %. Kern der positiven Einschätzung ist die Erwartung eines kommenden „DRAM-Superzyklus“, der das Wachstum von ASML über mehrere Jahre stützen soll.
Laut Bernstein planen die drei größten DRAM-Hersteller weltweit, im Laufe des Jahres 2026 bis zu 250.000 Wafer pro Monat an neuer „Greenfield“-Kapazität aufzubauen. Das würde eine deutliche Ausweitung der Fertigungskapazitäten bedeuten und damit die Nachfrage nach Lithografieanlagen befeuern.
Wichtige technische Treiber in der Studie sind:
- Beschleunigte Node-Migration: DRAM-Anbieter beschleunigen den Umstieg auf den 1c-Knoten.
- Höhere Lithografie-Intensität: Der 1c-Knoten erfordert eine Lithografie-Intensität von etwa 28 %, im Vergleich zu rund 20–24 % bei früheren Nodes.
- Starke Logic-Nachfrage: Zusätzlich zur Speicherseite bleibt die Nachfrage im Logikbereich hoch. TSMC soll seine 3-nm-Kapazität auf 180.000 bis 200.000 Wafer pro Monat ausbauen, um den Bedarf durch KI-Anwendungen zu decken.
Bernstein rechnet für ASML mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum je Aktie (EPS-CAGR) von 18 % in den Jahren 2025 bis 2027. Damit liegt die Prognose über dem aktuellen Konsens von 15 %.
Weitere positive Analystenimpulse
Die Hochstufung durch Bernstein folgt auf bereits freundliche Signale vom Marktende der vergangenen Woche. Am 2. Januar hatte Aletheia Capital eine seltene Doppel-Hochstufung vorgenommen: von „Sell“ direkt auf „Buy“. Das Kursziel wurde dabei auf 1.500 US-Dollar gesetzt, ebenfalls mit Verweis auf starke Impulse aus KI- und Speichermärkten.
In Summe deuten diese beiden größeren Analystenänderungen auf eine Verschiebung der Wahrnehmung hin: Statt der bisher dominierenden Sorgen über Exportbeschränkungen rückt nun die robuste Nachfrage nach EUV-Lithografie in den Vordergrund.
Historisch notierte ASML im Schnitt mit einem Bewertungsaufschlag von dem 1,6-Fachen gegenüber anderen Halbleiteranlagenbauern. Laut Bernstein liegt die Prämie aktuell nur bei rund dem 1-Fachen und damit am unteren Rand der historischen Spanne. Trotz der jüngsten Kursgewinne sehen die Analysten damit noch Raum nach oben.
Ein weiterer Punkt: Die verzögerte Migration auf sogenannte 4F²-DRAM-Strukturen, die bislang als Risiko für die EUV-Nachfrage galt, wird nun eher als Unterstützung interpretiert. Lieferanten konzentrieren sich demnach stärker auf eine gute Herstellbarkeit mit den bestehenden EUV-Tools, was die Nachfrage nach den aktuellen Systemgenerationen absichern dürfte.
Ausblick auf 2026 und 2027
Entscheidend wird nun, ob die anvisierten Kapazitätserweiterungen der großen Kunden in den kommenden Quartalen durch konkrete Zahlen untermauert werden. Bernstein bezeichnet die Jahre 2026 und 2027 als besonders wichtig für die weitere Verbreitung von EUV-Technologie.
Aus technischer Sicht hat der Kurs mit dem Sprung über die Marke von 1.000 Euro ein neues Terrain betreten. Hält sich die Aktie nachhaltig über dieser Schwelle, würde das die positive Trendstruktur aus Sicht der Analysten bestätigen.
Im Fokus stehen in den nächsten Berichten vor allem die Investitionspläne großer Abnehmer wie Samsung, SK Hynix und TSMC. Deren Aussagen zu den Investitionsbudgets für den weiteren Jahresverlauf gelten als Schlüssel dafür, ob sich das aktuell eingepreiste Wachstumsszenario für ASML bestätigt.
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