Arafura nähert sich einer entscheidenden Wegmarke: Der Final Investment Decision (FID) für das seltene Erden-Projekt Nolans ist für das erste Quartal 2026 geplant. Der Markt bewertet die Aktie im Bereich von rund 0,295 bis 0,305 AUD bereits mit deutlichen Vorschusslorbeeren – der Schritt vom Entwickler zum Produzenten wäre ein grundlegender Wandel.

Zentral sind dabei vor allem drei Punkte:

  • Einstieg von Hancock Prospecting als Ankeraktionär
  • Mehrstaatliche Finanzierung und politische Unterstützung für Nolans
  • Hohe Bewertung der Aktie im Vorfeld der FID-Entscheidung

Hancock steigt groß ein

Gina Rineharts Hancock Prospecting hat sich als Kerninvestor positioniert und 125 Mio. AUD für einen Anteil von 15,7 % an Arafura zugesagt. Dieses Engagement ist Teil einer größeren Kapitalmaßnahme über insgesamt 481,4 Mio. AUD, die Ende 2025 abgeschlossen wurde und als starkes Signal aus der australischen Minenbranche gilt.

Das Finanzierungspaket bestand aus:

  • Institutioneller Platzierung: 475 Mio. AUD
  • Aktienkaufprogramm (SPP): 7,1 Mio. AUD von Privatanlegern
  • Strategischer Ankerinvestment: 125 Mio. AUD durch Hancock Prospecting

Geopolitischer Rückenwind

Das Nolans-Projekt genießt außergewöhnliche Unterstützung mehrerer westlicher Staaten, die ihre Lieferketten für Seltene Erden unabhängiger von China machen wollen. Bedingte Finanzierungszusagen liegen unter anderem vor von:

  • Export Finance Australia: bis zu 100 Mio. USD Eigenkapital
  • U.S. Export-Import Bank: Letter of Interest über bis zu 300 Mio. USD
  • Deutscher Rohstofffonds: geplante Beteiligung von 100 Mio. EUR (noch in Prüfung)

Nolans gehört zu nur zwei Projekten, die im Rahmen des im Oktober 2025 vorgestellten US‑Australien-Rahmens für kritische Rohstoffe priorisiert wurden. Damit rückt das Projekt in den Kreis strategischer Schlüsselassets für westliche Industrien.

Kursentwicklung und Bewertung

Die Aktie zeigte 2025 eine sehr starke Entwicklung: Im Kalenderjahr legte der Kurs um 134,78 % zu und ließ damit den S&P/ASX 200 deutlich hinter sich. Nach einem Ausbruch aus einer vorherigen Seitwärtsphase hat sich der Bereich um 0,30 AUD als wichtige psychologische Unterstützung etabliert.

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Aktuell relevante Kennzahlen:

  • Performance 2026 seit Jahresbeginn: rund 9–11 %
  • 52‑Wochen-Spanne: 0,11 bis 0,62 AUD
  • Marktkapitalisierung: etwa 1,26–1,37 Mrd. AUD
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis: 9,2x (Branchenschnitt: 2,6x)

Die hohe P/B-Bewertung spiegelt vor allem die Erwartungen an Nolans wider. Operativ schreibt Arafura weiterhin Verluste von rund 19,24 Mio. AUD, die Eigenkapitalrendite ist mit –12,89 % negativ.

Fahrplan bis zur Produktion

Ein positiver FID würde den Startschuss für den Bau der ersten vollständig integrierten „Ore-to-Oxide“-Verarbeitungsanlage für Seltene Erden in Australien geben. Geplant ist eine Jahresproduktion von 4.440 Tonnen Neodym-Praseodym-(NdPr)-Oxid und damit etwa 4 % der weltweiten Versorgung mit Magnet-Seltenen Erden.

Wichtige Projektdaten:

  • Zeitraum FID bis kommerzielle Produktion: rund 42 Monate
  • Voller Produktionslauf: zwischen 2030 und 2032 erwartet
  • Gesamte Projektkosten: geschätzt 1,226 Mrd. USD
  • Bereits zugesagte Fremdfinanzierung: 1,05 Mrd. USD (bedingt)

Marktumfeld für westliche Anbieter

Chinesische Exportbeschränkungen für Permanentmagnete treffen auf eine robuste Nachfrage aus Elektroauto‑ und Windenergiesektor. Prognosen zufolge dürfte sich die weltweite Nachfrage nach Seltenen Erden in den kommenden zehn Jahren in etwa verdoppeln, während China derzeit 90–99 % der Wertschöpfungskette kontrolliert.

Mit geschätzten operativen Kosten von rund 31 USD je Kilogramm liegt Nolans wettbewerbsfähig im Markt. Die geplante Minenlaufzeit von 38 Jahren sorgt zudem für langfristige Visibilität der Produktion.

Bewertungsrisiken vor der FID

Trotz der starken Kursentwicklung und des geopolitischen Rückenwinds ist die Bewertung anspruchsvoll. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 9,2x liegt deutlich über dem Branchenschnitt von 4,7x und signalisiert, dass der Markt bereits erheblichen Projekterfolg einpreist. Die durchschnittlichen Analystenkursziele liegen bei 0,27 AUD und damit unter dem aktuellen Kurs.

Der Investment-Case ruht derzeit auf drei Säulen: der gestärkten Bilanz nach der Kapitalerhöhung, Hancock Prospecting als strategischem Großaktionär sowie der koordinierten Unterstützung durch Australien, die USA, Deutschland und Südkorea. Die anstehende FID-Entscheidung im ersten Quartal 2026 wird zeigen, ob diese Vorschussbewertung Bestand haben kann oder angepasst werden muss.

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