Apple Aktie: Spannung vor Zahlen
Apple steht vor einem wichtigen Zwischenstopp im Börsenjahr 2026. Am Donnerstag nach US-Börsenschluss legt der Konzern seine Zahlen für das wichtige Weihnachtsquartal vor – und die Erwartungen sind hoch. Im Mittelpunkt stehen einmal mehr das iPhone-Geschäft, das boomende Service-Segment und die Entwicklung in China. Gelingt es Apple, Wachstumsfantasie und Margendruck überzeugend unter einen Hut zu bringen?
Quartalsausblick: Starke Erwartungen
Die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2026 (Weihnachtsquartal) sollen am 29. Januar nach US-Börsenschluss kommen. Analysten rechnen laut Konsensschätzungen mit einem klaren Wachstum:
- Umsatz von rund 138,4 Milliarden US-Dollar, etwa 11,3 % mehr als im Vorjahr
- Gewinn je Aktie von 2,67 US-Dollar, ein Plus von gut 11 %
- Nettogewinn von rund 39,4 Milliarden US-Dollar, plus 8,4 % gegenüber dem Vorjahr
Apple selbst hatte für das Quartal ein Umsatzwachstum von 10 bis 12 % in Aussicht gestellt, mit zweistelligen Zuwachsraten beim iPhone. Die Messlatte liegt also hoch, zumal das Weihnachtsgeschäft traditionell das wichtigste Quartal des Jahres ist.
Aktie erholt, aber unter Hoch
Nach einer Phase der Schwäche hat sich die Apple-Aktie zuletzt wieder stabilisiert. Gestern schloss der Titel bei 255,44 US-Dollar und liegt damit zwar rund 6,7 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 273,81 US-Dollar, aber deutlich über dem Tief der vergangenen zwölf Monate von 157,98 US-Dollar. Auf Sicht von einem Jahr steht trotz jüngster Rücksetzer noch ein zweistelliger Kurszuwachs.
Analysten vor den Zahlen überwiegend positiv
Die Analystenstimmung ist insgesamt freundlich, auch wenn nicht alle Häuser gleichermaßen optimistisch sind.
- Morgan Stanley bestätigt „Overweight“ mit Kursziel 315 US-Dollar. Analyst Erik Woodring warnt jedoch, dass die Aktie nach den Zahlen „seitwärts bis leicht schwächer“ tendieren könnte – vor allem wegen Druck auf die Margen durch steigende Speicherkosten.
- JPMorgan erhöht das Kursziel von 305 auf 315 US-Dollar und bleibt ebenfalls bei „Overweight“.
- Jefferies senkt sein Ziel leicht von 283,36 auf 276,47 US-Dollar und stuft die Aktie mit „Hold“ ein.
- Evercore ISI bleibt mit einem Kursziel von 330 US-Dollar klar über dem Konsens und empfiehlt „Outperform“.
Im Durchschnitt liegt das Konsenskursziel laut IG International bei etwa 285,59 US-Dollar. Ausgehend vom aktuellen Niveau ergibt sich damit rechnerisch ein Aufwärtspotenzial im mittleren Zehner-Prozentbereich.
iPhone und China im Fokus
Der Blick der Investoren richtet sich vor allem auf das iPhone. Die Sparte bleibt der wichtigste Wachstumstreiber – und der sensibelste Gradmesser für die Markterwartungen.
Goldman-Sachs-Analyst Michael Ng erwartet ein iPhone-Umsatzplus von 13 % gegenüber dem Vorjahr. Die Stückzahlen sollen um 5 % steigen, gestützt durch einen deutlichen Schub in China: Dort wird ein Anstieg der iPhone-Umsätze um 26 % gemeldet, nachdem Apple seinen Spitzenplatz im chinesischen Smartphone-Markt zurückerobert hat.
Evercore ISI geht sogar von einem iPhone-Umsatzplus von 17 % aus. Die Analysten rechnen damit, dass die Durchschnittspreise höher ausfallen als bisher unterstellt, weil sich das Weihnachtsgeschäft stärker auf höherpreisige Modelle konzentriert hat. Für Apple wäre das doppelt positiv: mehr Stückzahlen und ein lukrativer Produktmix.
Services: Margenstarkes Wachstum
Parallel rückt das Servicegeschäft immer stärker in den Vordergrund. Es ist der margenstärkste Bereich des Konzerns und fungiert zunehmend als Stabilitätsanker.
Konsensschätzungen sehen die Service-Umsätze im ersten Quartal bei rund 30,04 Milliarden US-Dollar – ein Plus von etwa 14,1 % im Jahresvergleich. Dazu zählen unter anderem App Store, Apple Music, iCloud, Apple TV+ und Apple Fitness+.
Apple meldete für 2025 einen Anstieg der Sehzeiten bei Apple TV+ um 36 % im Jahresvergleich. Apple Pay ist inzwischen in 89 Märkten verfügbar. Diese Kennzahlen unterstreichen, dass der Konzern seine Plattform kontinuierlich ausweitet und zahlungspflichtige Dienste breiter im Alltag der Nutzer verankert.
Margendruck durch steigende Kosten
Die Kehrseite der Wachstumsstory ist der Druck auf die Profitabilität. Morgan Stanley hebt insbesondere die steigenden Speicher- und Komponentenpreise hervor. Nach deren Berechnungen könnten die operativen Aufwendungen im März-Quartal etwa 7 % über dem aktuellen Konsens liegen, während die Bruttomarge rund 30 Basispunkte unter den Schätzungen bleiben könnte.
Apple selbst hatte für Q1 eine Bruttomarge von 47 bis 48 % signalisiert – bereits unter Berücksichtigung einer Belastung von 1,4 Milliarden US-Dollar durch Zölle. Wie stark diese Faktoren tatsächlich durchschlagen, dürfte eine der entscheidenden Botschaften der anstehenden Zahlen sein.
Katalysatoren für 2026
Über das Weihnachtsquartal hinaus sehen Analysten mehrere konkrete Kurstreiber für 2026:
- Eine überarbeitete Version von Siri, deren Neustart im Februar erwartet wird
- Neue „Apple Intelligence“-Funktionen, die zur Entwicklerkonferenz WWDC im Juni im Fokus stehen sollen
- Ein möglicher „iPhone Fold“ als Teil der Produktpipeline
- Die weitere Integration von KI-Funktionen über das gesamte Produktportfolio hinweg
Morgan Stanley sieht Apple damit gut positioniert, um 2026 überdurchschnittlich abzuschneiden, und spricht vom potenziell „innovativsten iPhone seit mehr als zehn Jahren“, sollte ein faltbares Modell tatsächlich kommen.
Fazit: Zahlen und Ausblick setzen den Ton
Mit den Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2026 steht Apple vor einem zweifachen Belastungstest: Auf der einen Seite stehen hohe Erwartungen an iPhone- und Service-Wachstum, verstärkt durch starke Signale aus China und dem margenstarken Plattformgeschäft. Auf der anderen Seite drücken höhere Komponentenpreise und Zölle auf die Marge. Der am 29. Januar um 17 Uhr US-Ostküstenzeit angesetzte Earnings Call dürfte nicht nur zeigen, wie Apple das Weihnachtsgeschäft abgeschlossen hat, sondern auch, wie überzeugend der Konzern seine KI- und Produktpipeline als Wachstumstreiber für den weiteren Jahresverlauf positioniert.
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