Apple startet mit Gegenwind ins neue Jahr. Eine vorsichtige Einstufung durch Raymond James trifft auf hohe Bewertung und nachlassende Kursdynamik – trotz solider Geschäftszahlen. Entscheidend wird nun, ob die kommenden Quartalszahlen die aktuelle Bewertung rechtfertigen können.

Neue Bewertung, alte Sorgen

Raymond James hat die Beobachtung der Apple Aktie wieder aufgenommen und mit „Market Perform“ gestartet – also einer neutralen Einstufung. Die Analysten sehen vom aktuellen Niveau aus nur begrenztes Kurspotenzial und verweisen auf mehrere Bremsfaktoren.

Im Fokus stehen dabei vor allem:

  • Verhaltende Erwartungen beim iPhone-Absatzwachstum
  • Fehlende kurzfristige Kurstreiber
  • Abhängigkeit von Lieferketten in China
  • Eine Bewertung, die deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt

Damit stellt sich die Einschätzung bewusst gegen den optimistischeren Ton anderer Häuser. JPMorgan etwa bekräftigte am Montag sein „Overweight“-Rating und erwartet Fortschritte bei Apples KI-Themen im Jahr 2026. Gleichzeitig betonen die JPMorgan-Analysten jedoch, dass die eigentlichen Kurstreiber weiter der Produktzyklus und das Kostenmanagement bleiben sollen – nicht die KI-Fantasie allein.

Hohe Bewertung, schwächerer Lauf

Bewertungstechnisch liegt Apple klar über dem Technologiesektor. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 32,85 übertrifft den Sektormedian von 24,81 deutlich, das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 8,84 liegt weit über dem Durchschnitt von 3,33. Solche Multiples lassen wenig Spielraum für Enttäuschungen, insbesondere vor einer wichtigen Berichtssaison.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Apple?

Auch der Blick auf die Kursentwicklung relativiert den Glanz: Auf Sicht von zwölf Monaten kommt die Aktie auf ein Plus von rund 13 %, während breitere Tech-Indizes stärker zulegen konnten. Seit dem Rekordhoch Ende Dezember 2025 hat der Titel etwas Boden abgegeben. Gestern schloss die Aktie bei 267,26 US‑Dollar und liegt damit nur knapp 2 % unter dem 52‑Wochen-Hoch – nach einem Anstieg von gut 69 % gegenüber dem Tief aus dem April 2025.

Technisch wirkt der Wert damit eher ausgedehnt als angeschlagen: Der Kurs notiert klar über dem 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitt, der RSI von 56,7 signalisiert weder Überkauf noch Überverkauf. Insgesamt deutet das auf eine Konsolidierungsphase auf hohem Niveau hin.

Fundamentaldaten weiter solide

Auf der operativen Seite zeigt Apple weiterhin Stärke. Im Geschäftsjahr 2025 legte das Unternehmen im Schlussquartal spürbar zu:

  • Nettoumsatz: 102,5 Mrd. US‑Dollar, +8 % gegenüber dem Vorjahr
  • iPhone-Umsatz: 49 Mrd. US‑Dollar nach 46,2 Mrd. US‑Dollar im Vorjahresquartal
  • Services-Sparte: +15,1 % auf 28,8 Mrd. US‑Dollar
  • Bereinigtes EPS: 1,85 US‑Dollar, über den erwarteten 1,78 US‑Dollar

Damit übertraf Apple die Gewinnerwartungen nun seit mehr als zwei Jahren durchgehend. Besonders der Servicebereich wächst dynamisch und erhöht die Planbarkeit der Einnahmen. Zudem verfügt der Konzern mit über 2 Milliarden aktiven Geräten über eine enorme Basis, um künftige KI- und Serviceangebote auszurollen – ein strategischer Vorteil, den auch eher vorsichtige Analysten nicht in Frage stellen.

Q1-Zahlen als Bewährungsprobe

Der nächste entscheidende Termin steht bereits fest: Am 29. Januar 2026 will Apple die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Fiskaljahres vorlegen. Der Analystenkonsens rechnet mit einem Umsatz von 138,25 Mrd. US‑Dollar, was einem Plus von rund 11 % im Jahresvergleich entsprechen würde. Beim Gewinn je Aktie werden derzeit 2,65 bis 2,67 US‑Dollar erwartet.

Im Mittelpunkt steht dabei, ob das „Apple Intelligence“-Abo-Modell und der anhaltende Schwung um das iPhone 17 stark genug sind, um die hohe Bewertung zu untermauern. Aktuell lautet das Votum der 41 beobachtenden Analysten im Schnitt „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 290,85 US‑Dollar und damit gut 7 % über dem aktuellen Kurs. Die anstehenden Q1-Zahlen werden somit zum zentralen Test, ob Apple den Spagat zwischen hoher Bewertung, vorsichtigen Stimmen und robustem Geschäft weiter durchhalten kann.

Apple-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Apple-Analyse vom 07. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Apple-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Apple-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Apple: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...