ams OSRAM zieht die nächsten Schrauben im Konzernumbau fest: Anfang März soll der Verkauf des Geschäfts mit Entertainment- und Speziallampen an Ushio abgeschlossen werden. Gleichzeitig startet das Sparprogramm „Simplify“ mit tiefen Einschnitten bei Kosten und Stellen. Die entscheidende Frage: Kommt der Konzern mit weniger Ballast schneller zu einer stabileren Profitabilität?

Verkäufe sollen Schuldenquote senken

Mit dem Ushio-Deal trennt sich ams OSRAM von einem Geschäftsteil, der nach der Dekonsolidierung im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von rund 10 Mio. Euro auslösen dürfte. Strategisch ist der Schritt klar: Nach dem Abschluss will sich das Unternehmen stärker als fokussierter Halbleiter-Photonics-Konzern positionieren.

Der zweite große Baustein ist bereits angekündigt: Der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Mio. Euro in bar. Der Abschluss wird im zweiten Quartal 2026 erwartet. Das Paket brachte zuletzt rund 220 Mio. Euro Jahresumsatz und etwa 60 Mio. Euro bereinigtes EBITDA.

Unterm Strich sollen die Veräußerungen im Entschuldungsplan rund 670 Mio. Euro einspielen. Laut Unternehmen würde die Pro-forma-Verschuldungsquote damit von 3,3 auf 2,5 sinken. An der Börse bleibt das Thema jedoch sensibel: Der Kurs schloss am Freitag bei 9,35 Euro (-1,48%) und liegt damit weiter unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,30 Euro.

„Simplify“: 200 Millionen Euro weniger Kosten

Parallel zum Portfolio-Umbau setzt ams OSRAM bei der Kostenbasis an. Das Transformations- und Sparprogramm „Simplify“ soll die jährlichen Kosten bis 2028 um weitere 200 Mio. Euro senken. Betroffen sind weltweit rund 2.000 Mitarbeitende, etwa die Hälfte davon in Europa.

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Deutschland trägt dabei den größten Anteil der europäischen Kürzungen. In Regensburg sollen im Halbleitergeschäft im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich Stellen wegfallen. Betroffen sind vor allem reife Produktlinien, deren Fertigung zur Kostensenkung nach Asien verlagert werden soll. Regensburg soll sich künftig stärker auf hochautomatisierte Produktion ausrichten. Das Programm baut auf „Re-establish the Base“ auf, das bereits rund 220 Mio. Euro jährliche Einsparungen brachte und vorzeitig abgeschlossen wurde.

2026 als Übergangsjahr – mit klaren Belastungsfaktoren

Operativ hat ams OSRAM 2025 den Nettoverlust deutlich reduziert: Der auf die Aktionäre entfallende Fehlbetrag sank auf 130 Mio. Euro nach 786 Mio. Euro im Vorjahr. Im vierten Quartal lag der Umsatz mit 874 Mio. Euro knapp unter Vorjahr, im Gesamtjahr gingen die Erlöse um 3% auf 3,32 Mrd. Euro zurück. Das Halbleiter-Kerngeschäft wuchs dagegen um 7%. Positiver Free Cash Flow von 144 Mio. Euro und Desinvestitionen halfen zudem beim Schuldenabbau.

Für das erste Quartal 2026 bleibt das Management vorsichtig: Die Umsatzguidance liegt bei 710 bis 810 Mio. Euro, die bereinigte EBITDA-Marge bei 15%. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen moderaten Umsatzrückgang – begründet mit den Desinvestitionen und einem schwächeren US-Dollar. Als zusätzliche Belastungen nennt ams OSRAM Einmaleffekte aus Verkäufen, verbleibende Fixkosten und höhere Edelmetallpreise. Die jährlichen Finanzierungskosten in der Übergangsphase schätzt das Unternehmen auf 250 bis 300 Mio. Euro, die Refinanzierung vorrangiger Anleihen ist für 2027 geplant.

Der nächste harte Datenpunkt folgt am 7. Mai 2026 mit den Q1-Zahlen. Davor steht Anfang März der Abschluss der Ushio-Transaktion an – und damit ein weiterer sichtbarer Schritt, der den Umbau vom Plan in die Umsetzung bringt.

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