Ams Osram präsentiert sich auf dem Mobile World Congress in Barcelona – gleichzeitig vollzieht der angeschlagene Halbleiterkonzern einen der härtesten Konzernumbaus der jüngeren Geschichte. 2.000 Stellen fallen weg, zwei Geschäftsbereiche gehen für insgesamt 670 Millionen Euro über den Tisch, und ein 200-Millionen-Euro-Sparprogramm soll die Wende bringen.

200 Millionen Euro einsparen – koste es, was es wolle

Das "Simplify"-Programm hat es in sich: Bis 2028 will Ams Osram 200 Millionen Euro jährlich einsparen. Etwa 2.000 Mitarbeitende müssen gehen, die Hälfte davon in Europa. Deutschland trifft es besonders hart. In Regensburg fallen im Halbleiterbereich Stellen im mittleren dreistelligen Bereich weg – betroffen sind vor allem ältere Produktlinien, die nach Asien verlagert werden. Das Werk soll stattdessen auf hochautomatisierte Fertigung umgestellt werden.

Weitere Einschnitte drohen in den Lampenbetrieben in Herbrechtingen und Schwabmünchen bei Augsburg. Die bereits angekündigte Schließung in Schwabmünchen ist in den Gesamtzahlen enthalten – laut IG Metall betrifft das rund 270 Beschäftigte.

Zwei Verkäufe zur Entschuldung

Parallel zum Personalabbau trennt sich Ams Osram von zwei Geschäftsbereichen. Das Entertainment-and-Industry-Lamps-Geschäft geht für 114 Millionen Euro an den japanischen Konzern Ushio – der Deal soll noch im März abgeschlossen werden. Deutlich größer ist der Verkauf des nichtoptischen Mixed-Signal-Sensorgeschäfts an Infineon. Für 570 Millionen Euro wechselt der Bereich mit CMOS-Sensoren, Positions- und Temperatursensoren sowie medizintechnischen Detektoren den Besitzer.

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Zusammen generieren beide Transaktionen rund 670 Millionen Euro. Das Geld fließt direkt in die Schuldenreduzierung: Die Verschuldungsquote soll von 3,3 auf 2,5 sinken.

Digital Photonics als Hoffnungsträger

Nach dem radikalen Rückbau setzt Ams Osram voll auf Digital Photonics. Die hauseigene "Digital Light"-Technologie – 2024 mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet – soll zum Wachstumsmotor werden. Die hochpixeligen EVIYOS-Frontbeleuchtungssysteme für Autos haben bereits Design-Wins im Wert von über 500 Millionen Euro eingefahren. Weitere Investitionen fließen in Mikroemitter-Arrays für AR-Brillen und optische Interconnects für KI-Rechenzentren.

Verhaltener Ausblick für 2026

Für das laufende erste Quartal rechnet das Unternehmen mit 760 Millionen Euro Umsatz und einer bereinigten EBITDA-Marge von 15 Prozent. Das Gesamtjahr 2026 dürfte schwieriger werden: Die Portfolioverkäufe drücken auf den Umsatz, der schwache Dollar belastet zusätzlich, und Einmaleffekte sowie gestiegene Edelmetallpreise belasten das bereinigte EBITDA.

Am 7. Mai folgen die nächsten Quartalszahlen – dann zeigt sich, ob der schmerzhafte Umbau erste Früchte trägt.

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