AMD Aktie: Vor Belastungsprobe
Nur wenige Tage vor den Quartalszahlen gerät AMD von ungewohnter Seite unter Druck: Partner Microsoft präsentiert einen eigenen KI-Chip – und stellt damit die Rolle klassischer Chipzulieferer in Frage. Die Börse reagiert sensibel, weil ausgerechnet im hochmargigen Datacenter-Geschäft die Fantasie steckt. Entscheidend ist nun, ob AMD mit den anstehenden Zahlen die Sorgen um Kundenerosion und Wettbewerb kontern kann.
Microsofts KI-Chip als Warnsignal
Auslöser der aktuellen Verunsicherung ist Microsofts neuer KI-Prozessor „Maia 200“. Der Schritt schürt die Sorge, dass große Cloud-Anbieter („Hyperscaler“) verstärkt auf eigene Chips setzen, um Kosten zu senken und die Abhängigkeit von Anbietern wie AMD zu reduzieren.
Für AMD trifft das einen besonders sensiblen Bereich: das Datacenter- und KI-Geschäft, das als wichtigster Wachstumstreiber gilt. Investoren werten Microsofts Vorstoß als Hinweis, dass der „Burggraben“ für klassische, frei am Markt erhältliche Chips schmaler werden könnte – nicht nur für AMD, sondern auch für Wettbewerber wie Nvidia.
Die unmittelbare Marktreaktion zeigte sich in erhöhtem Handelsvolumen und einer breiteren Risikoaversion im Halbleiterumfeld. Vor allem Aktien aus den Bereichen Chipdesign und Halbleiter-Equipment standen dabei unter Druck, was die Nervosität im Sektor unterstreicht.
Q4-Zahlen im Fokus
Die Spannung steigt, weil AMD bereits am Dienstag, dem 3. Februar 2026, die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegt. Nach der jüngsten Schwäche wächst der Druck, die hohen Erwartungen zu erfüllen.
Die Konsensschätzungen der Analysten liegen bei:
- Umsatz: 9,65 Milliarden US-Dollar
- Gewinn je Aktie (EPS): 1,31 US-Dollar
Im Zentrum steht die Frage, wie stark die KI- und Datacenter-Produkte tatsächlich skalieren. Besonders genau dürfte der Markt auf Hinweise zur weiteren Nachfrage nach den MI300- und MI350-Beschleunigern achten.
Die Logik dahinter:
- Schwächere Signale aus dem Datacenter-Bereich würden die aktuelle Korrektur eher verstärken, weil sie die Furcht vor wachsender Eigenentwicklung wichtiger Kunden stützen.
- Ein „Beat and Raise“-Szenario – also bessere Zahlen als erwartet plus angehobene Prognose – könnte dagegen den Microsoft-Schreck relativieren und den strukturellen AI-Investitionstrend wieder in den Vordergrund rücken.
Aktuell notiert die Aktie bei rund 253 US-Dollar und damit nur knapp unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch – trotz kurzfristiger Schwankungen ist der Aufwärtstrend auf Jahressicht damit weiterhin klar intakt.
Analysten optimistisch, Insider bremsen
Auf der Analystenseite dominiert weiterhin ein positives Bild. UBS-Analyst Timothy Arcuri bestätigt seine Kaufempfehlung und hebt das Kursziel auf 330 US-Dollar an. Begründung: starke langfristige Chancen im Aufbau von KI-Infrastruktur, in dem AMD mit seinen Beschleunigern und Server-Prozessoren eine zentrale Rolle spielen soll.
Auch KeyBanc zeigt sich zuversichtlich und rechnet mit einem Umsatz über den aktuellen Konsensschätzungen. Treiber sei demnach vor allem eine robuste Nachfrage nach den Turin-Prozessoren im Servergeschäft.
Kontrast dazu: Insiderverkäufe im Management. EVP Forrest Eugene Norrod hat jüngst rund 19.450 Aktien im Gegenwert von etwa 4,46 Millionen US-Dollar veräußert. Solche Transaktionen sind zwar häufig Teil langfristiger Vergütungs- und Diversifikationsprogramme, fallen in Phasen erhöhter Volatilität aber besonders auf und sorgen bei Privatanlegern erfahrungsgemäß für Diskussionen über das Timing.
Technisches Bild und Ausblick
Charttechnisch wirkt die Lage angespannt, aber nicht eskalierend. Nach einem starken Lauf testet die Aktie derzeit wichtige Unterstützungszonen. Im englischen Original wird insbesondere die Region um 250 US-Dollar als psychologisch bedeutsam hervorgehoben, während nach oben der Bereich um 260 US-Dollar als Marke gilt, ab der der kurzfristige Abwärtsimpuls wieder neutralisiert wäre.
Auffällig ist dabei der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten: Mit einem Kurs von 253,14 US-Dollar liegt AMD rund 22 % über dem 50‑Tage-Schnitt und knapp 56 % über der 200‑Tage-Linie – ein Hinweis auf einen weiterhin starken übergeordneten Trend, aber auch auf eine hohe Erwartungshaltung im Kurs.
Inhaltlich prallen derzeit zwei Narrative aufeinander: Auf der einen Seite die Story eines mehrjährigen KI‑Superzyklus, von dem AMD massiv profitieren soll, auf der anderen Seite der sehr konkrete Wettbewerb durch eigene Chips großer Kunden wie Microsoft. Der Quartalsbericht am 3. Februar dürfte daher zum zentralen Katalysator werden, ob der Markt die Microsoft-News als kurzfristige Störgröße abhakt – oder als Beginn einer Phase, in der AMD seine Wachstumsfantasie deutlich härter verteidigen muss.
AMD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AMD-Analyse vom 27. Januar liefert die Antwort:
Die neusten AMD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AMD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
AMD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








