AMD Aktie: Erholung nach Rutsch
AMD hat mit starken Rekordzahlen geliefert – und wurde trotzdem hart abgestraft. Der Grund lag nicht in den Ergebnissen, sondern im Ausblick, der nach den hohen Erwartungen an das kurzfristige KI-Wachstum zu wenig „Feuer“ hatte. Kann der Konzern den Spagat zwischen Rekordquartal und skeptischem Blick nach vorn überzeugend erklären?
Wichtige Punkte auf einen Blick:
- Rekordumsatz im Q4 2025: 10,27 Mrd. USD (+34%), über den Erwartungen
- Non-GAAP EPS im Q4: 1,53 USD (Erwartung: 1,32 USD)
- Prognose für Q1 2026: rund 9,8 Mrd. USD (±300 Mio.)
- Kursreaktion: -17% am Tag nach dem Ausblick, später +8,28% Erholung (Freitag)
Rekordzahlen – getragen vom Rechenzentrum
Im vierten Quartal 2025 meldete AMD einen Umsatz von 10,27 Mrd. USD, ein Plus von 34% gegenüber dem Vorjahr. Damit lag das Unternehmen über der von LSEG erfassten Konsensschätzung von 9,67 Mrd. USD. Auch der Gewinn je Aktie (Non-GAAP) setzte mit 1,53 USD eine Bestmarke und übertraf die erwarteten 1,32 USD klar.
Für das Gesamtjahr 2025 stehen ebenfalls Rekorde zu Buche: 34,6 Mrd. USD Umsatz, 6,8 Mrd. USD Non-GAAP-Nettoergebnis und ein verwässertes Ergebnis je Aktie von 4,17 USD.
Den größten Wachstumsbeitrag lieferte das Data-Center-Segment. Der Bereich legte im Quartal um 39% zu. AMD verwies dabei auf die anhaltende Nachfrage nach EPYC-Server-CPUs und Instinct-GPUs in Unternehmens- und Hyperscale-Umgebungen.
Ausblick bremst – China-Effekt im Fokus
Trotz der starken Zahlen rutschte die Aktie am Tag nach der Veröffentlichung laut CNBC um rund 17% ab. Auslöser war die Prognose für das erste Quartal 2026: AMD erwartet etwa 9,8 Mrd. USD Umsatz (±300 Mio.). Das lag zwar über der Konsensschätzung von 9,38 Mrd. USD, doch der sequentielle Rückgang gegenüber Q4 stieß auf.
Zusätzlich sorgte ein Detail für Diskussionen: Im Q4 waren laut Bericht rund 390 Mio. USD an KI-Chip-Umsätzen enthalten, die mit China in Zusammenhang standen. Reuters hob hervor, dass das Data-Center-Segment ohne diese China-bezogenen Verkäufe im Quartal unter den Analystenerwartungen gelegen hätte. Damit rückt auch der Wettbewerbsdruck im Markt für KI-Beschleuniger erneut in den Vordergrund – insbesondere im Vergleich zu Nvidia.
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KI-Ziele und Projekte – aber der Markt will Tempo sehen
In der Telefonkonferenz skizzierte AMD ambitionierte Langfristziele: Der Konzern will den Umsatz im Data-Center-Segment in den kommenden drei bis fünf Jahren jährlich um mehr als 60% steigern und das KI-Geschäft bis 2027 auf „Zehner-Milliarden“ Umsatz pro Jahr skalieren.
Als Bausteine nannte AMD unter anderem:
- die Helios Rack-Scale AI Platform (72 MI455X GPUs; bis zu 2,9 exaFLOPS FP4 und 1,4 exaFLOPS FP8)
- die MI400-Serie inklusive MI455X
- OpenAI-Pläne, ab H2 2026 mit dem Einsatz von 6 Gigawatt AMD-Instinct-GPUs zu beginnen
- Oracles Ankündigung, 50.000 AMD-KI-Chips einzusetzen
Analysten: Kursziele rauf und runter
Nach den Zahlen fielen die Reaktionen gemischt aus. Bank of America hob laut Yahoo Finance/TheStreet das Kursziel auf 280 USD (von 260) an und blieb bei Buy. UBS senkte auf 310 USD (von 330) bei Buy. Mizuho reduzierte auf 275 USD (von 285) und blieb bei Outperform. Morgan Stanley nahm das Kursziel auf 255 USD (von 260) zurück und führte die Aktie weiter mit Equal Weight.
Zum Wochenschluss zeigte sich dann eine Gegenbewegung: Am Freitag stieg die Aktie laut Motley Fool um 8,28% auf 208,44 USD. Der Markt preiste damit zumindest teilweise ein, dass die Enttäuschung nach dem Ausblick womöglich überzogen war.
Im Blick steht nun vor allem, ob AMD im laufenden Quartal den sequentiellen Umsatzrückgang plausibel abfedern kann – und wie viel des Data-Center-Wachstums ohne Sondereffekte wie die gemeldeten China-bezogenen KI-Chip-Umsätze tatsächlich trägt.
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