Lisa Sus erste Koreavisite seit ihrem Amtsantritt 2014 war kein Höflichkeitsbesuch. Innerhalb von 48 Stunden unterzeichnete die AMD-Chefin mehrere Vereinbarungen, die den Chipkonzern tiefer in die asiatische KI-Infrastruktur verankern — und Nvidia in einer Region unter Druck setzen, wo die Investitionen in souveräne KI-Kapazitäten besonders schnell wachsen.

NAVER als Anker in Südkorea

Kern des Besuchs war eine strategische Kooperation mit NAVER Cloud. Der koreanische Internetkonzern plant, AMDs EPYC-Prozessoren stärker einzusetzen und erhält frühzeitigen Zugang zu den kommenden Instinct MI455X GPUs. Gemeinsam wollen beide Unternehmen NAVERs proprietäres Sprachmodell HyperCLOVA X auf AMDs Plattform optimieren.

Als zentralen Standort haben die Partner NAVERs Hyperscale-Rechenzentrum „Gak Sejong" in Sejong City vorgesehen — eine Anlage mit einer Kapazität von bis zu 270 Megawatt. Für NAVER bedeutet die Partnerschaft eine Diversifizierung der GPU-Lieferkette, die bislang stark von Nvidia abhängt. Für AMD ist es ein weiterer Schritt, sich als ernstzunehmende Alternative im asiatischen Markt zu etablieren.

Helios-Plattform bekommt Fertigungspartner

Parallel dazu gab AMD eine Zusammenarbeit mit Celestica bekannt. Der Auftragsfertiger übernimmt Entwicklung, Design und Produktion der Scale-up-Netzwerk-Switches für AMDs „Helios"-Rack-Architektur — eine Infrastrukturlösung, die auf den kommenden Instinct MI450 GPUs basiert und für große KI-Cluster ausgelegt ist. Kunden sollen die Helios-Plattform ab Ende 2026 beziehen können.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei AMD?

Pipeline wächst, Zahlen folgen

Die Korea-Deals reihen sich in eine bereits beachtliche Auftragslage ein. Im Februar 2026 sicherte sich AMD einen Mehrjahresvertrag mit Meta Platforms über den Einsatz von bis zu 6 Gigawatt Instinct-GPUs. Zusammen mit einer bestehenden Vereinbarung mit OpenAI summieren sich die GPU-Commitments auf 12 Gigawatt über die kommenden Jahre.

Das schlägt sich in den Zahlen nieder: AMDs Rechenzentrumsumsätze stiegen zuletzt um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr und machen inzwischen mehr als die Hälfte des Gesamtgeschäfts aus. Der Gesamtumsatz 2025 lag bei knapp 35 Milliarden Dollar — ein Plus von 34 Prozent. Das Management peilt für die nächsten drei bis fünf Jahre ein jährliches Wachstum von mehr als 35 Prozent an.

Mit dem Aufbau bilateraler Partnerschaften bei Cloud-Anbietern, Fertigern und nationalen KI-Projekten versucht AMD, Nvidias Vorsprung nicht durch einzelne Chip-Generationen aufzuholen, sondern durch ein breiteres Hardware-Ökosystem — eines, das sich von Asien bis in die westlichen Hyperscaler erstreckt.

Anzeige

AMD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AMD-Analyse vom 20. März liefert die Antwort:

Die neusten AMD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AMD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

AMD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...