Amazon Aktie: Zölle sorgen für Gegenwind
Geopolitische Spannungen und drohende Handelskonflikte haben die Stimmung rund um Amazon zuletzt getrübt. Während der Tech-Gigant im Cloud-Bereich weiterhin Rekorde jagt, warnte CEO Andy Jassy jüngst vor den realwirtschaftlichen Folgen neuer Zölle. Investoren stehen nun vor der Frage: Können die starken KI-Fantasien die wachsenden makroökonomischen Risiken im Kerngeschäft ausgleichen?
Politische Spannungen und Margendruck
Auslöser für die jüngste Zurückhaltung am Markt sind Ankündigungen des Weißen Hauses, Zölle von 10 % auf Importe aus diversen europäischen Ländern zu erheben. Hintergrund ist ein diplomatisches Manöver, um den Druck auf Dänemark bezüglich Verhandlungen über Grönland zu erhöhen. Sollte keine Einigung erzielt werden, stehen sogar Zollerhöhungen auf 25 % im Raum. Diese geopolitische Gemengelage belastet Wachstumstitel, da parallel steigende Anleiherenditen die Bewertung zukünftiger Gewinne erschweren.
Die Auswirkungen sind laut Amazon-Chef Andy Jassy bereits spürbar. Er warnte davor, dass sich die Zollkosten langsam in die Produktpreise „einschleichen“, da Drittanbieter ihre Lagerbestände, die noch zu alten Konditionen importiert wurden, allmählich aufbrauchen. Für Amazon birgt dies konkrete Risiken:
* Margendruck: Das Handelsgeschäft könnte profitabler werden.
* Volumenrückgang: Höhere Verbraucherpreise könnten die Kaufneigung dämpfen.
* Unsicherheit: Die unklare weitere Entwicklung der Handelspolitik erschwert Prognosen.
AWS als Fels in der Brandung
Trotz der Unruhe im Einzelhandel bleibt die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) das zentrale Argument für Optimisten. AWS erwirtschaftet mittlerweile 66 % des gesamten operativen Gewinns des Konzerns bei einer Marge von 35 %. Mehrere Faktoren stützen die Hoffnung auf eine Erholung der Aktie durch diesen Sektor:
- Wachstum: Der Umsatz von AWS stieg im dritten Quartal 2025 auf 33 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 20 % und damit das stärkste Wachstum seit 2022.
- KI-Partnerschaften: Ein 38-Milliarden-Dollar-Deal versorgt OpenAI mit Rechenleistung. Zudem laufen Gespräche über weitere Investitionen in Höhe von mindestens 10 Milliarden US-Dollar, die Amazons eigene „Trainium“-KI-Chips nutzen sollen.
Gemischte Signale der Analysten
Die Bewertung der aktuellen Lage fällt an der Wall Street unterschiedlich aus, auch wenn die Grundstimmung positiv bleibt. Von 62 Analysten empfehlen 57 die Aktie weiterhin zum Kauf. Allerdings gibt es Bewegung bei den Kurszielen: Während Rothschild & Co Redburn das Ziel auf 230 US-Dollar senkte, zeigten sich Scotiabank und Pivotal Research optimistisch und hoben ihre Ziele auf bis zu 300 US-Dollar an.
Interessant für Anleger ist dabei der Blick auf die Bewertung: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 24 auf Basis der erwarteten Gewinne für die nächsten 12 Monate handelt Amazon unter seinem Fünf-Jahres-Durchschnitt von 36 und ist nach dieser Kennzahl günstiger bewertet als Konkurrenten wie Apple oder Microsoft.
Entscheidend für die weitere Richtung dürften die Quartalszahlen für das vierte Quartal 2025 sein, die Anfang Februar erwartet werden. Analysten prognostizieren für das laufende Jahr einen Anstieg des operativen Gewinns um 26 %. Erst dieser Bericht wird zeigen, ob Amazon die aktuellen makroökonomischen Hürden überwinden und wieder in einen stabilen Aufwärtstrend einschwenken kann.
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