Amazon Aktie: Rekordanleihe für KI-Offensive
Amazon begibt heute eine der größten Unternehmensanleihen der Geschichte – 37 Milliarden US-Dollar in Dollar-Bonds, möglicherweise ergänzt durch eine Euro-Tranche von mindestens zehn Milliarden Euro. Das Kapital soll einen erheblichen Teil des geplanten 200-Milliarden-Dollar-Investitionsprogramms für KI-Infrastruktur im Jahr 2026 vorfinanzieren. Gleichzeitig häufen sich intern Hinweise, dass KI-generierter Code zu Systemausfällen beigetragen hat.
Rekordnachfrage am Anleihemarkt
Das Volumen der Emission überraschte selbst erfahrene Marktbeobachter. Ursprünglich mit 25 bis 30 Milliarden Dollar geplant, wurde das Angebot auf 37 Milliarden Dollar aufgestockt – aufgeteilt in elf Tranchen mit Laufzeiten zwischen zwei und 50 Jahren. Die Nachfrage war überwältigend: Allein für den US-Teil gingen Kaufaufträge über rund 126 Milliarden Dollar ein, eines der größten Orderbücher, das je für eine Unternehmensanleihe verzeichnet wurde.
Es ist die viertgrößte US-Unternehmensanleihe aller Zeiten – und die größte, die nicht mit einer Übernahme verknüpft ist. Mit der Streuung über lange Laufzeiten bis zu 50 Jahren passt Amazon die Finanzierung gezielt zu den langlebigen Rechenzentren und KI-Anlagen, die damit gebaut werden sollen.
KI als Treiber – und als Risiko
Hinter der Kapitalaufnahme steht Amazons Bekenntnis zur KI-Infrastruktur: 200 Milliarden Dollar Investitionsausgaben sind für 2026 geplant, mehr als Analysten erwartet hatten. Zusammen mit Alphabet, Meta, Oracle und Microsoft summieren sich die angekündigten Investitionen der großen Technologiekonzerne auf rund 650 Milliarden Dollar für das laufende Jahr.
Doch ausgerechnet am Tag der Anleiheemission wurde ein internes Problem bekannt: Laut einem Bericht der Financial Times untersucht Amazon, ob KI-generierte Code-Änderungen zu einer Häufung von Systemausfällen in der Retail-Infrastruktur beigetragen haben. Amazons eigene Ingenieure hielten demnach ein größeres internes Meeting ab, um die jüngsten Vorfälle zu analysieren. Ein Hinweis, dass der Einsatz von KI in der Softwareentwicklung operative Risiken mit sich bringt, die das Unternehmen noch nicht vollständig im Griff hat.
Zoox auf Expansionskurs
Parallel dazu weitet Amazons Tochtergesellschaft Zoox ihre Tests autonomer Fahrzeuge auf Dallas und Phoenix aus. Damit ist Zoox nun in zehn US-Städten aktiv, darunter Los Angeles, Miami und Washington D.C. Den Anfang macht eine Flotte umgerüsteter Toyota Highlander SUVs, bevor die charakteristischen kastenförmigen Robotaxis folgen sollen. Zoox hat bislang über eine Million autonome Meilen zurückgelegt und mehr als 300.000 Passagiere befördert.
Der Wettbewerb ist intensiv: Waymo, die Tochter von Alphabet, dominiert den US-Markt für autonomes Fahren, während auch Tesla in diesem Segment aktiv ist. Amazon hatte Zoox 2020 für 1,3 Milliarden Dollar übernommen.
Anleger bleiben skeptisch
Die Aktie notiert seit Jahresbeginn rund fünf Prozent im Minus und liegt damit deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 220,55 Euro. Der freie Cashflow ist ein zentrales Thema: Er fiel von 47,7 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2024 auf 11,2 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2025 – ein Rückgang, der die hohen Investitionsausgaben widerspiegelt. Hinzu kommt der wachsende Wettbewerbsdruck auf AWS durch Google Cloud und Microsoft Azure.
Für Oktober 2026 ist zudem ein FTC-Kartellverfahren angesetzt, das nach Einschätzung von Beobachtern weitreichende Konsequenzen haben könnte – bis hin zu einer möglichen Abspaltung von Fulfillment-Diensten. Die Anleiheemission sichert Amazon zwar den finanziellen Spielraum für seine Infrastrukturpläne. Ob die Investitionen in den kommenden Quartalen in stabiles Cashflow-Wachstum münden, wird die entscheidende Messlatte für die Aktie sein.
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