Amazon Aktie: Neue Impulse
Amazon setzt im Gesundheitsbereich auf generative KI, während im Kerngeschäft höhere Zölle zunehmend auf die Margen drücken. Parallel sorgen Insider-Verkäufe für Diskussionen, die sich bei näherem Blick als Routine erweisen. Im Fokus steht nun, ob das Wachstum im Cloud-Geschäft die Belastungen im Handel kompensieren kann.
KI-Offensive im Gesundheitswesen
Amazon hat gestern bei der Tochter One Medical einen „agentic“ KI-Gesundheitsassistenten gestartet. Das System ist direkt in die One-Medical-App integriert und basiert auf Modellen der Amazon-Bedrock-Plattform.
Die Anwendung soll komplexere klinische Aufgaben unterstützen, darunter:
- Auswertung und Einordnung von Laborwerten
- Verwaltung von Medikationsplänen
- Terminbuchungen auf Basis einer Echtzeit-Triage
Amazon betont, dass die Lösung HIPAA-konform ist und mit strengen klinischen Sicherungen arbeitet. Der Assistent soll Ärztinnen und Ärzte unterstützen, nicht ersetzen. Für Amazon ist dies ein wichtiger Praxistest, ob sich generative KI in einem stark regulierten Umfeld profitabel skalieren lässt.
Zölle drücken auf das Handelsgeschäft
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zeichnete CEO Andy Jassy gestern ein deutlich vorsichtigeres Bild für das Handelssegment. Er machte klar, dass der Puffer aus vorab beschafften Warenbeständen inzwischen aufgebraucht ist.
Amazon und viele Drittanbieter hatten Anfang 2025 Lagerbestände aufgebaut, um erwartete Handelskosten abzufedern. Diese Bestände waren im Herbst 2025 weitgehend verbraucht. Seitdem schlagen die höheren Zölle zunehmend in den Endpreisen durch.
Jassy zufolge versucht Amazon zwar, einen Teil der Mehrkosten zu absorbieren. Aufgrund der traditionell niedrigen Margen im Handel seien viele Verkäufer jedoch gezwungen, Preissteigerungen direkt an US-Konsumenten weiterzugeben. Das deckt sich mit jüngsten Konjunkturdaten, wonach ein Großteil der Zollbelastung inzwischen beim Endkunden landet.
Insider-Verkäufe im Kontext
Regulatorische Meldungen zu Aktienverkäufen von Führungskräften hatten zuletzt für Aufmerksamkeit gesorgt. Eine Auswertung der Unterlagen zeigt jedoch, dass es sich um geplante Standardtransaktionen handelt.
- AWS-CEO Matthew S. Garman veräußerte 17.768 Aktien
- CEO Andy Jassy verkaufte 19.872 Aktien
Beide Verkäufe erfolgten im Rahmen von Rule-10b5-1-Handelsplänen. Solche Pläne werden typischerweise Monate, oft ein Jahr im Voraus aufgesetzt und legen automatische Verkäufe zu bestimmten Zeitpunkten fest.
Das bedeutet:
- Die Transaktionen stehen nicht im Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen wie den Davos-Aussagen oder dem One-Medical-Start.
- Sie gelten als übliche Diversifikationsstrategien von Top-Managern, deren Vergütung stark aktienbasiert ist.
Parallel dazu bleibt das institutionelle Interesse robust. Laut jüngst veröffentlichten Daten hat Park Avenue Securities LLC seine Position in der Amazon-Aktie im dritten Quartal um 6,5 % aufgestockt, Strategic Blueprint LLC erhöhte den Bestand um 7,5 %.
Analystenblick und Kennzahlen
Der Analystenkonsens stuft die Amazon-Aktie derzeit als „Moderate Buy“ ein. Die durchschnittlichen Kursziele liegen bei rund 295 US-Dollar.
Wichtige Orientierungsmarken und Fakten:
- Aktueller Kurs: ca. 231 US-Dollar
- Neues Produkt: One Medical KI-Assistent (Start am 21. Januar)
- Makro-Faktor: Zollpuffer durch Lagerbestände ist aufgebraucht
- Insider-Kontext: Verkäufe sind als vorgeplante 10b5-1-Transaktionen eingeordnet
- Institutionelle Nachfrage: Park Avenue Securities erhöht Beteiligung um 6,5 %
Im Fokus der nächsten Wochen steht der Q4-Bericht Anfang Februar. Entscheidend wird, ob das margenstarke Cloud-Geschäft (AWS) das durch Zölle belastete Handelsgeschäft ausreichend ausgleichen kann.
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