Amazon steht vor einer Woche der Kontraste: Am 5. Februar legt der Konzern seine Quartalszahlen vor – nur wenige Tage nachdem die größte Entlassungswelle der Unternehmensgeschichte abgeschlossen wurde. 16.000 weitere Jobs wurden im Januar gestrichen, insgesamt hat Amazon seit Oktober 2025 rund 30.000 Stellen abgebaut. Der radikale Umbau betrifft nahezu alle Geschäftsbereiche und signalisiert einen fundamentalen Strategiewechsel.

Historischer Stellenabbau abgeschlossen

Ende Januar bestätigte Amazon die Streichung von 16.000 Corporate-Positionen. Damit verschwanden seit Herbst 2025 etwa 10 Prozent aller Bürojobs – mehr als bei den Kürzungen 2022/23, als 27.000 Stellen wegfielen. Betroffen sind zentrale Bereiche:

  • Amazon Web Services (AWS)
  • Alexa und Smart-Home-Geräte
  • Prime Video und Entertainment
  • Werbung
  • Lieferketten-Optimierung
  • Logistik auf der letzten Meile

Laut der Personalabteilung sollen die Einschnitte „Hierarchien abbauen, Verantwortung stärken und Bürokratie beseitigen". Gleichzeitig schließt Amazon seine verbliebenen Fresh-Supermärkte und Go-Läden. Auch das biometrische Bezahlsystem Amazon One wird eingestellt.

Was die letzten Quartalszahlen zeigten

Im dritten Quartal 2025 legte Amazon gemischte Ergebnisse vor: Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 180,2 Milliarden Dollar. AWS, die Cloud-Sparte, wuchs mit 20 Prozent so schnell wie seit 2022 nicht mehr und erzielte 33 Milliarden Dollar Erlös. Das Werbegeschäft legte um 24 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar zu.

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Problematisch entwickelte sich der freie Cashflow: Er brach auf Zwölfmonatssicht um 69 Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar ein – Folge massiv gestiegener Investitionen. Amazon hob die Kapitalausgaben für 2025 auf 125 Milliarden Dollar an und kündigte für 2026 weitere Steigerungen an. Ziel: Ausbau der KI-Infrastruktur.

Wettbewerb um Cloud-Marktanteile verschärft sich

AWS bleibt mit rund 30 Prozent Marktanteil Branchenführer im Cloud-Geschäft. Doch Microsoft Azure (20 Prozent) und Google Cloud (13 Prozent) wachsen schneller: Azure verzeichnete im dritten Quartal 40 Prozent Umsatzplus, Google Cloud 34 Prozent – deutlich mehr als AWS' 20 Prozent. Der Auftragswert von AWS lag bei 200 Milliarden Dollar.

Der Personalabbau bei gleichzeitig hohen KI-Investitionen zeigt: Amazon setzt auf Automatisierung in den Lagern und will durch AWS von der steigenden Nachfrage nach Rechenkapazität für künstliche Intelligenz profitieren.

Fokus auf den 5. Februar

Die Quartalszahlen am Donnerstagnachmittag (23:00 Uhr MEZ) werden zeigen, ob die Effizienzmaßnahmen erste Früchte tragen. Investoren dürften vor allem auf drei Punkte achten: die Entwicklung der Kapitalausgaben, die Wettbewerbsposition von AWS und den Beitrag des Weihnachtsgeschäfts zum Retail-Segment. Bei einem Gesamtpersonalbestand von 1,58 Millionen Mitarbeitern markiert die aktuelle Restrukturierung einen Wendepunkt in der Unternehmensführung.

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