Die Erwartungen an die Cloud-Sparte AWS waren riesig, und Amazon lieferte auf der jüngsten "re:Invent"-Konferenz ab: Neue Superchips, erweiterte KI-Modelle und eine klare Kampfansage an die Dominanz von Nvidia. Doch an der Börse spiegelt sich diese Innovationskraft momentan nicht wider; das Papier konsolidiert spürbar. Während der Kurs nachgibt, bekräftigen Analysten ihre Kaufempfehlungen und verweisen auf die fundamentalen Weichenstellungen im Hintergrund.

Angriff auf die Chip-Dominanz

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand die Hardware-Strategie des Konzerns. Mit der Vorstellung der Trainium3 UltraServer greift Amazon direkt in den Markt für KI-Training ein, der bislang fast monopolartig von Nvidia beherrscht wird. Die neuen Chips sollen nicht nur die Leistung vervierfachen, sondern gleichzeitig den Energieverbrauch um 40 Prozent senken – ein entscheidender Faktor für Rechenzentren.

Dass dies mehr als nur Zukunftsmusik ist, unterstrich CEO Andy Jassy mit einer seltenen konkreten Zahl: Die aktuelle Generation (Trainium2) generiere bereits Umsätze in Milliardenhöhe. Ergänzt wird die Hardware-Offensive durch den neuen Graviton5-Prozessor. Laut Unternehmensangaben setzen bereits 98 der 1.000 größten EC2-Kunden auf diese Technologie, was die Unabhängigkeit von externen Chip-Lieferanten weiter stärkt.

Strategische Erweiterung der Infrastruktur

Neben der Hardware adressiert Amazon mit den neu angekündigten "AI Factories" ein kritisches Problem vieler Großunternehmen: Datensouveränität. Dieser Service ermöglicht es Kunden, AWS-Infrastruktur direkt in den eigenen Rechenzentren zu betreiben. Damit zielt der Konzern auf Workloads ab, die aus rechtlichen oder sicherheitstechnischen Gründen nicht in die öffentliche Cloud verlagert werden dürfen.

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Zusätzlich erweitert Amazon sein Software-Angebot mit der Nova-Modellfamilie und Nova Forge, womit Unternehmen eigene Basismodelle entwickeln können. Die Strategie ist klar: Amazon will nicht nur die Plattform stellen, sondern die gesamte Wertschöpfungskette der künstlichen Intelligenz abdecken.

Analysten ignorieren Kursrutsch

Trotz dieser technologischen Fortschritte hat die Aktie in den letzten Wochen Federn gelassen. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet das Papier ein Minus von gut 9 Prozent und notiert derzeit unter der psychologisch wichtigen 200-Tage-Linie. Marktbeobachter werten dies jedoch primär als technische Korrektur nach der vorangegangenen Rallye.

Die Analystengemeinde zeigt sich von der aktuellen Schwäche unbeeindruckt. Nach der Konferenz bestätigten mehrere große Häuser ihre positiven Einschätzungen. Die These der Experten: Die neuen Chips dürften mittelfristig die Margen der Cloud-Sparte AWS signifikant verbessern, da Amazon weniger auf teure Hardware von Drittanbietern angewiesen ist. Sollte sich die Adaption von Trainium und Graviton im angekündigten Tempo fortsetzen, dürfte die aktuelle Konsolidierung als Einstiegsgelegenheit in eine neue Wachstumsphase gewertet werden.

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