Der „Black Friday“ brachte für den E-Commerce-Giganten Amazon eine explosive Mischung: Während in Deutschland tausende Mitarbeiter die Arbeit niederlegten, glühten in den USA die Kreditkarten. Investoren standen vor der Wahl: Fürchten sie den Zorn der Gewerkschaft Verdi oder feiern sie den unersättlichen Konsumhunger der Amerikaner? Die Entscheidung an der Börse fiel eindeutig aus.

Milliarden-Segen aus den USA

Die Anleger ignorierten die Störfeuer in Europa weitgehend und konzentrierten sich auf das, was für den Kurs wirklich zählt: den Umsatz. Daten von Adobe Analytics signalisieren einen historischen Kaufrausch in den USA. Mit prognostizierten Online-Ausgaben von bis zu 11,9 Milliarden Dollar wurde nicht nur ein neuer Rekord aufgestellt, sondern auch die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Als unangefochtener Marktführer im Online-Handel profitiert Amazon überproportional von dieser Ausgabefreude. Besonders bemerkenswert ist, dass die Kunden trotz anhaltender Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheiten bereitwillig die Geldbörsen öffneten. Diese Widerstandsfähigkeit des US-Konsumenten ist der entscheidende Treibstoff für die Amazon-Aktie im wichtigen vierten Quartal.

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Verdi macht Druck – erfolglos?

Ganz anders präsentierte sich die Lage hierzulande, im zweitwichtigsten Markt des Konzerns. Die Gewerkschaft Verdi rief an neun Logistikzentren, darunter Bad Hersfeld und Leipzig, zum Streik auf. Unter dem Motto „Make Amazon Pay“ legten rund 3.000 Beschäftigte die Arbeit nieder, um Tarifverträge auf dem Niveau des Einzelhandels zu erzwingen.

Doch die Börse reagierte gelassen auf die Arbeitskämpfe. Amazon konterte mit purer Masse: Angesichts von rund 40.000 festangestellten Logistikern und zusätzlichen 12.000 Saisonkräften verpuffte der Effekt der Streiks operativ weitgehend. Für den Markt scheinen diese Proteste mittlerweile eher ein jährliches Ritual als eine ernsthafte Bedrohung für das Weihnachtsgeschäft zu sein. Investoren preisen ein, dass Amazon die Logistik notfalls über das europäische Ausland umleitet, ohne dass es zu nennenswerten Lieferverzögerungen kommt.

Anleger atmen auf

Die positive Reaktion der Aktie spiegelt die Erleichterung über den robusten Start in die „Cyber 5“-Tage wider. Mit einem Schlusskurs von 201,10 € am Freitag und einem Plus von 1,29 % bestätigte das Papier den jüngsten Aufwärtstrend. Technisch betrachtet sendet die Aktie damit ein konstruktives Signal und nähert sich wieder dem 52-Wochen-Hoch.

Nun richtet sich der Blick auf den „Cyber Monday“, der die Umsätze des Black Friday noch einmal übertreffen könnte. Die entscheidende Frage für die kommenden Wochen bleibt: Kann Amazon diese enorme Umsatzdynamik nutzen, um trotz der heftigen Rabattschlachten die Margen stabil zu halten? Die Antwort darauf dürfte die Kursrichtung bis zu den nächsten Quartalszahlen maßgeblich bestimmen.

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