Amazon Aktie: Kahlschlag geht weiter
Amazon greift erneut zur Axt – und diesmal mit noch größerer Wucht. 16.000 Mitarbeiter weltweit müssen ihre Jobs räumen. Das verkündete Beth Galetti, zuständig für Personal und Technologie, in einem Blogbeitrag am Mittwoch. Erst im Oktober hatte der Konzern 14.000 Stellen gestrichen. Macht zusammen: 30.000 Jobs in nur drei Monaten. Die Dimension ist gewaltig.
Die Betroffenen in den USA erhalten 90 Tage Zeit, um sich intern neu zu bewerben. Wer keine Position findet oder nicht suchen will, bekommt Abfindung, Outplacement-Services und verlängerte Krankenversicherung. International variieren die Fristen je nach lokalen Vorschriften.
Bürokratie-Monster soll fallen
Was treibt Amazon zu diesem drastischen Schritt? CEO Andy Jassy macht keinen Hehl daraus: Die Organisation ist zu schwerfällig geworden. Nach der Einstellungsorgie während der Pandemie haben sich Hierarchieebenen aufgetürmt. Entscheidungswege wurden länger, die Bürokratie lähmender.
"Wir haben daran gearbeitet, unsere Organisation zu stärken, indem wir Hierarchiestufen reduziert, die Eigenverantwortung erhöht und Bürokratie abgebaut haben", erklärt Galetti. Klingt nach Managementsprech – dahinter steckt aber knallharte Realität. Mit seinen 1,58 Millionen Beschäftigten (Stand September 2025) ist Amazon zum Tanker geworden, der nur noch mühsam zu manövrieren ist.
KI als stiller Jobkiller?
Doch ist das die ganze Wahrheit? Jassy hatte die Oktober-Entlassungen zunächst mit dem Aufstieg der Künstlichen Intelligenz begründet. KI helfe Unternehmen, schneller und effizienter zu arbeiten. Später ruderte er zurück: Die Kürzungen seien nicht primär finanziell motiviert oder KI-getrieben, sondern dienten dem Kulturwandel.
Trotzdem: Im vergangenen Jahr warnte der Amazon-Chef die Belegschaft bereits deutlich. KI werde zu einem Rückgang der Mitarbeiterzahl führen, da immer mehr Abläufe automatisiert würden. Viele Unternehmen setzen längst auf KI für Software-Entwicklung und repetitive Aufgaben – zur Kostensenkung.
Peinliche Panne bei der Verkündung
Besonders pikant: Einige Mitarbeiter erfuhren von ihrem drohenden Job-Verlust durch eine versehentlich versandte Kalendereinladung. Ein kommunikativer Super-GAU, der die ohnehin angespannte Stimmung weiter anheizte.
Ist das der neue Rhythmus?
Galetti versuchte, Befürchtungen zu zerstreuen: "Einige von euch fragen sich vielleicht, ob dies der Beginn eines neuen Rhythmus ist – wo wir alle paar Monate breite Kürzungen ankündigen. Das ist nicht unser Plan." Gleichzeitig stellte sie klar: Jedes Team werde weiterhin Eigentümerschaft, Geschwindigkeit und Innovationskraft für Kunden evaluieren – und nötige Anpassungen vornehmen.
Die Botschaft ist eindeutig: Amazon bleibt im Umbau-Modus. Während tausende gehen müssen, will der Konzern in strategischen Bereichen weiter einstellen und investieren. Betroffen von den Kürzungen sind Teams quer durch die Organisation – von AWS über Retail bis hin zu Prime Video und Human Resources.
Aktie zeigt sich unbeeindruckt
Der Markt reagierte gelassen. Im vorbörslichen Handel am Mittwoch legte die Amazon-Aktie um 0,7 Prozent auf 246,38 Dollar zu. Am Dienstag hatte der Titel bereits 2,6 Prozent gewonnen und bei 244,68 Dollar geschlossen. Offenbar werten Investoren die Maßnahmen als notwendige Straffung – nicht als Zeichen der Schwäche.
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