Amazon Aktie: Strategiewechsel
Amazon stellt seine Organisation und Strategie neu auf. Ein versehentlich verschicktes internes Schreiben bestätigt einen weiteren Stellenabbau, der vor allem den Cloud-Bereich AWS betrifft. Parallel zieht sich der Konzern aus eigenen stationären Handelsformaten zurück und fokussiert stärker auf Whole Foods und Lieferdienste. Vor den anstehenden Quartalszahlen wächst damit der Druck, die Balance zwischen hohen KI-Investitionen und Kostendisziplin überzeugend zu erklären.
„Project Dawn“ und neue Stellenkürzungen
Ein fehlgeleitetes internes E-Mail eines hochrangigen AWS-Managers hat den nächsten Jobabbau vorzeitig offengelegt. Unter dem Codenamen „Project Dawn“ sind organisatorische Änderungen und der Abbau von Stellen in den USA, Kanada und Costa Rica geplant.
Das Schreiben bestätigt Markterwartungen, dass Amazon in dieser Woche umfassendere Kürzungen im Konzern bekanntgeben dürfte. Betroffen sein sollen demnach sowohl die Cloud-Sparte als auch Teile des Handelsgeschäfts. Der Konzern versucht damit, seine Kostenbasis anzupassen, während gleichzeitig hohe Zukunftsinvestitionen laufen.
Rückzug aus eigenen Ladenformaten
Parallel vollzieht Amazon einen deutlichen Kurswechsel im stationären Handel. Alle Amazon-Go- und Amazon-Fresh-Filialen sollen schließen. Künftig konzentriert sich das Unternehmen bei physischen Geschäften auf die bereits etablierte Kette Whole Foods Market und den Ausbau von Lebensmittellieferungen am selben Tag.
Damit verabschiedet sich Amazon von seinen eigenen Lebensmittel-Formaten, in denen unter anderem die kassenlose „Just Walk Out“-Technologie zum Einsatz kam. Offiziell begründet das Management den Schritt damit, dass es nicht gelungen sei, ein ausreichend differenziertes Kundenerlebnis mit einem tragfähigen wirtschaftlichen Modell für eine breite Expansion zu kombinieren.
Quartalszahlen im Schatten hoher KI-Investitionen
Die Umbrüche bilden den Hintergrund für die Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal 2025, die für den 5. Februar angekündigt ist. Im Fokus stehen vor allem Investitionsvolumen, Free Cashflow und die Wettbewerbsposition von AWS.
Wesentliche Punkte:
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Sehr hohe KI-Investitionen:
Amazon hat seine Investitionsprognose für 2025 auf 125 Milliarden US-Dollar angehoben und stellt bereits klar, dass die Ausgaben 2026 weiter steigen sollen. Schätzungen von Analysten gehen von mehr als 150 Milliarden US-Dollar aus, überwiegend für KI-Infrastruktur bei AWS. -
Druck auf den Free Cashflow:
Die massiven Ausgaben für Rechenzentren und KI-Hardware belasten den freien Cashflow spürbar. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie Amazon diese Investitionen mittelfristig finanzieren will, ohne die finanzielle Flexibilität zu stark einzuschränken. -
AWS im verschärften Wettbewerb:
AWS bleibt mit einem Marktanteil von rund 30–32 % Marktführer im Cloud-Geschäft. Allerdings wachsen Microsoft Azure und Google Cloud derzeit schneller. Anleger achten daher besonders auf Aussagen dazu, wie AWS sein Wachstumstempo und die führende Position verteidigen will.
Entscheidender Test für die Strategie
Mit den Stellenstreichungen in Teilen des Konzerns und den hohen Investitionen in KI-Infrastruktur verfolgt Amazon einen doppelten Ansatz: Kosten senken, wo sich das Geschäft nicht wie erhofft entwickelt, und gleichzeitig massiv in Wachstumsfelder investieren. Der anstehende Quartalsbericht wird zum Gradmesser, ob diese Kombination den Kapitalmarkt überzeugt oder ob die Belastungen durch Investitionen und Umstrukturierungen kurzfristig stärker durchschlagen.
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