Amazon stellt seine Ladenstrategie auf den Kopf. Der Konzern schließt alle Amazon Go- und Amazon Fresh-Filialen und setzt stattdessen stärker auf Whole Foods, Lieferdienste und ein neues Supercenter-Konzept. Parallel rückt der anstehende Quartalsbericht Anfang Februar in den Fokus – Anleger wollen wissen, ob sich der teure Ausbau von Cloud, Infrastruktur und KI in den Zahlen niederschlägt.

Fokus weg von Go und Fresh

Am 27. Januar 2026 hat Amazon angekündigt, sämtliche 57 Amazon-Fresh-Supermärkte und 15 Amazon-Go-Corner-Stores zu schließen. Die Entscheidung bedeutet einen klaren Kurswechsel im stationären Geschäft und eine Konzentration der Ressourcen auf bestehende Erfolgsformate und neue Konzepte.

Ein Teil der betroffenen Flächen soll zu Whole-Foods-Market-Filialen umgebaut werden. Damit stärkt Amazon die bekannte Bio-Supermarktkette, statt weiter zwei zusätzliche Marken im Lebensmittelhandel zu etablieren. Gleichzeitig betont das Management, dass die Investitionen in die „Just Walk Out“-Technologie weiterlaufen. Die kassenlose Lösung kommt bereits bei Drittanbietern und in eigenen Logistikzentren zum Einsatz und bleibt damit ein Baustein der physischen Präsenz.

Parallel plant Amazon, die taggleiche Lebensmittellieferung 2026 in weitere Regionen auszurollen. Das passt zur übergeordneten Linie, Liefergeschwindigkeit und -reichweite zu erhöhen, statt um jeden Preis zusätzliche Verkaufsflächen zu betreiben.

Neues Supercenter-Konzept in Arbeit

Neben der Stärkung von Whole Foods arbeitet Amazon an einem neuen großflächigen Store-Format. Vorgesehen ist ein „Supercenter“, das nicht nur Lebensmittel, sondern auch Haushaltswaren und allgemeine Konsumgüter unter einem Dach bündeln soll.

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Damit rückt Amazon weg von kleinteiligen Testformaten hin zu einem breiter aufgestellten, skalierbaren Konzept. Marktbeobachter dürften vor allem interessiert sein, wie sich dieses Format später in das bestehende Ökosystem einfügt – etwa durch Verknüpfung mit Prime, Online-Bestellungen oder Abholoptionen.

In der Summe ist der Schritt ein Signal, dass der Konzern seine Experimente im stationären Handel strafft und sich auf Formate konzentriert, die entweder schon etabliert sind (Whole Foods) oder ein klar definiertes, größeres Potenzial versprechen (Supercenter).

Blick auf Zahlen und Bewertung

Der Strategiewechsel fällt in eine Phase, in der die Aktie zuletzt unter Druck stand. Auf Wochensicht liegt das Papier rund 6,5 % im Minus, seit Jahresbeginn aber moderat im Plus. Im größeren Bild notiert der Kurs spürbar über dem 52‑Wochen-Tief, aber einige Prozent unter dem Jahreshoch – ein Hinweis auf eine nach wie vor konstruktive, aber nervöse Marktstimmung.

Am 5. Februar 2026 legt Amazon die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Der Bericht gilt als nächster wichtiger Kurstreiber. Entscheidend wird sein, wie sich das Kerngeschäft im E‑Commerce entwickelt hat und ob AWS den erwarteten Wachstumskurs fortsetzen konnte.

Im Mittelpunkt steht zudem die Frage nach der Ertragskraft: Investitionen in künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Logistik treiben die Investitionsausgaben nach oben. Der Markt wird genau hinschauen, ob Umsatz- und Gewinnentwicklung diese höheren Kosten bereits ausreichend kompensieren und wie sich der freie Cashflow entwickelt. Auch der intensive Wettbewerb im Onlinehandel und in der Cloud dürfte im Ausblick eine Rolle spielen.

Fazit: Strategische Weichen vor wichtigem Termin

Mit dem Rückzug aus Amazon Go und Amazon Fresh und der Fokussierung auf Whole Foods, Delivery und ein neues Supercenter-Format bündelt Amazon seine Kräfte im physischen Handel. Die Maßnahme verschiebt den Schwerpunkt klar in Richtung skalierbarer, margenstärkerer Modelle und integrierter Services. Der anstehende Quartalsbericht am 5. Februar wird zeigen, wie gut diese Neuausrichtung in das Gesamtbild aus Wachstum, Profitabilität und Investitionsdruck passt und liefert damit eine zentrale Grundlage für die Einschätzung der Aktie im weiteren Jahresverlauf.

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