Amazon Aktie: Harte Zäsur
Amazon zieht die Zügel kräftig an. Der Konzern streicht zehntausende Stellen im Konzernumfeld und richtet Kapital konsequent auf künstliche Intelligenz und Rechenzentren aus. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob dieser tiefgreifende Umbau kurzfristig nur die Marge stützt – oder tatsächlich die Basis für die nächste Wachstumsphase legt.
Größter Stellenabbau der Firmengeschichte
Ab Montag, 26. Januar, beginnt Amazon damit, rund 14.000 bis 16.000 Mitarbeitenden die Kündigung zuzustellen. Zusammen mit einer ersten Welle von etwa 14.000 gestrichenen Stellen im Oktober 2025 summiert sich die laufende Restrukturierung damit auf rund 30.000 vor allem konzerninterne Positionen – der größte Abbau von White-Collar-Jobs in der Geschichte des Unternehmens.
Besonders stark betroffen sind:
- Amazon Web Services (AWS)
- Prime Video
- Retail-Sparte
- People Experience and Technology (PXT)
Im Fokus der Maßnahmen stehen vor allem Management- und Zwischenebenen. Die Organisation soll deutlich flacher werden, um Entscheidungswege zu verkürzen und nach innen wieder mehr Tempo zu gewinnen.
CEO Andy Jassy positioniert den Schritt ausdrücklich nicht nur als Sparprogramm. Er spricht von einem kulturellen Neustart, der überbordende Bürokratie zurückdrängen und die berühmte „Day 1“-Mentalität von Amazon stärken soll.
Kapital wird in KI umgelenkt
Die frei werdenden Mittel sind klar verplant: Amazon will aggressiv in generative KI und den Ausbau seiner Rechenzentren investieren. In diesem Bereich liefert sich der Konzern ein kostspieliges Rennen mit Microsoft und Alphabet, die ihre Cloud- und KI-Plattformen ebenfalls massiv ausbauen.
- Zielrichtung: Mehr Effizienz im Konzern, höhere Marge und gleichzeitig mehr Schlagkraft im KI-Geschäft
- AWS im Fokus: Der Umbau trifft ausgerechnet die profitabelste Sparte. Marktbeobachter werten das als Signal, dass Amazon hier die operative Hebelwirkung verbessern will, ohne das Wachstum zu gefährden.
Parallel dazu steht der Gesamtkonzern unter Druck, die hohe Investitionsintensität zu rechtfertigen. Für 2026 wird ein Capex-Volumen im Bereich von rund 125 Milliarden US-Dollar erwartet, vor allem für KI-Infrastruktur. Die Einschnitte bei Personal und Struktur dienen auch dazu, diese Summen finanzierbarer zu machen und die Profitabilität im klassischen Retail-Geschäft gegenüber neuen Angreifern wie Temu zu schützen.
Aktie in Konsolidierung
An der Börse verläuft die Entwicklung bislang moderat positiv. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 2 % im Plus. Gegenüber dem 52‑Wochen-Tief vom April 2025 notiert der Titel deutlich höher, bleibt aber gut 6 % unter dem jüngsten Hoch vom 19. Januar 2026.
Der Kurs bewegt sich aktuell klar oberhalb der vielbeachteten 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitte, was technisch für einen intakten Aufwärtstrend spricht. Mit einem RSI von knapp 67 nähert sich die Aktie zwar dem überkauften Bereich, von einer Überhitzung ist nach den Daten aber noch nicht zwingend zu sprechen.
Ausblick: Montag und Quartalszahlen im Fokus
Kurzfristig rechnen Marktteilnehmer mit erhöhter Schwankung zum Wochenstart, wenn das volle Ausmaß der Entlassungen am Montag sichtbar wird. Entscheidend wird aber rasch der Blick nach vorn: Am 5. Februar 2026 legt Amazon die Zahlen für das vierte Quartal vor.
Wesentliche Punkte für die nächsten Wochen sind:
- Gewinnerwartungen 2026: Die strikte Kostendisziplin dürfte tendenziell für höhere EPS-Schätzungen sorgen – vorausgesetzt, der Ausblick auf Umsatz und Investitionen bleibt stabil.
- AWS-Wachstum: Investoren werden genau darauf achten, ob die Kürzungen die Innovationskraft und das Tempo im Cloud- und KI-Geschäft spürbar beeinträchtigen oder ob Amazon hier trotz Stellenabbau weiter zulegen kann.
- Technische Marken: Auf der Oberseite rückt der Bereich um das jüngste Hoch nahe 247 US-Dollar als Widerstand in den Blick, während auf der Unterseite die Zone um 230 US-Dollar als erste relevante Unterstützungsregion gilt.
Unterm Strich steht Amazon vor einem tiefgreifenden Effizienzprogramm, das Kosten senken, Strukturen verschlanken und gleichzeitig enorme KI-Investitionen ermöglichen soll; ob diese Balance gelingt, dürfte sich erstmals mit den Q4-Zahlen Anfang Februar im Zahlenwerk ablesen lassen.
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