Altria startet ins neue Jahr mit einem klaren Schwerpunkt: Weg von der klassischen Zigarette, hin zu rauchfreien Nikotinprodukten. Neue FDA-Zulassungen, frisches Interesse großer Anleger und stabile Ertragsziele rücken den Titel wieder stärker in den Blick. Die zentrale Frage: Reicht der Strategiewechsel, um den strukturellen Druck im Kerngeschäft abzufedern?

Institutionelle Käufe und FDA-Schub

Im institutionellen Lager hat sich zuletzt etwas bewegt. Silver Oak Securities hat seine Beteiligung an Altria im dritten Quartal um 155,4 % auf 31.220 Aktien ausgebaut, ein Investment von rund 2,06 Millionen US-Dollar. Dieses deutliche Aufstocken wird am Markt als Signal gewertet, dass einzelne Profianleger die Bewertung trotz Gegenwind im Tabaksektor als attraktiv einschätzen.

Rückenwind kommt zudem von regulatorischer Seite. Ende Dezember hat die US-Arzneimittelbehörde FDA sechs Varianten der Nikotinbeutel on! PLUS zum Marketing zugelassen. Goldman-Sachs-Analystin Bonnie Herzog sieht darin einen wichtigen Wachstumstreiber für 2026. Besonders relevant: Es handelt sich um die erste Genehmigung im beschleunigten PMTA-Programm für Tabakprodukte – ein Prozess, der bislang als Unsicherheitsfaktor galt.

Die Marke on! ist bereits ein etablierter Wettbewerber im Markt für orale Nikotinprodukte. Mit der neuen Zulassung fällt ein regulatorischer Bremsklotz weg, was aus Analystensicht den Weg für eine offensivere Marktausweitung im neuen Jahr freimacht.

Parallel dazu setzt Altria weiter auf Aktionärsvergütung. Der Konzern bietet eine Dividendenrendite von rund 7,3 %, deutlich über dem Durchschnitt des S&P 500. Zusätzlich läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 2,0 Milliarden US-Dollar, was etwa 1,9 % der ausstehenden Aktien entspricht und tendenziell stützend auf den Kurs wirkt.

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Rauchfrei-Anteil: Rückstand zur Konkurrenz

Im Branchenvergleich wird allerdings klar, warum der Umbau bei Altria so dringlich ist. Studien stellen den Konzern zunehmend seinem Wettbewerber Philip Morris International gegenüber – mit eher ernüchterndem Ergebnis. Während Philip Morris bereits rund 41 % seiner Erlöse mit rauchfreien Produkten wie IQOS und ZYN erzielt, stammen bei Altria noch etwa 89 % der Umsätze aus klassischen Rauchwaren.

Die Zahlen aus dem dritten Quartal 2025 unterstreichen den Druck im Kerngeschäft: Das Zigarettenvolumen von Altria sank im Jahresvergleich um 8,2 %, bei der Kernmarke Marlboro lag das Minus sogar bei 11,7 %. Diese strukturelle Schwäche erklärt die niedrige Bewertung: Die Aktie wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 11 gehandelt – deutlich unter Werten wie Target (rund 15) oder Philip Morris (rund 26).

Value-orientierte Anleger argumentieren dennoch, dass der Markt die Risiken inzwischen überzeichnet einpreist. In einer am Freitag veröffentlichten Analyse wird betont, dass zwar der adressierbare Markt für Zigaretten schrumpft, doch hohe Dividendenrendite und niedrige Bewertung aus Sicht von Bewertungsinvestoren einen Puffer gegen Rückschläge bieten, den wachstumsstarke, hoch bewertete Titel so nicht haben.

Ausblick 2026: leichte Ergebnissteigerung angepeilt

Für 2026 erwarten Analysten ein eher stabiles, leicht wachsendes Ergebnis. Der Konsens liegt bei einem Gewinn je Aktie von 5,56 US-Dollar, rund 2,2 % über der Prognose für 2025 (etwa 5,44 US-Dollar). Ob diese Ziele erreichbar sind, hängt vor allem von zwei Punkten ab: der erfolgreichen Vermarktung der neu zugelassenen on! PLUS-Produkte und der Fähigkeit, über Preiserhöhungen im klassischen Zigarettensegment die rückläufigen Volumina teilweise zu kompensieren.

Wichtige Termine stehen kurzfristig an:

  • 9. Januar 2026: Auszahlung der zuletzt beschlossenen Quartalsdividende von 1,06 US-Dollar je Aktie
  • Ende Januar 2026: Erwartete Vorlage der Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025, inklusive aktualisierter Prognose für 2026

Charttechnisch bewegt sich die Aktie aktuell in der Nähe ihres 52‑Wochen-Hochs: Am Freitag schloss der Titel bei 57,31 US-Dollar und liegt damit nur gut 2 % unter dem Jahreshoch von 58,75 US-Dollar. Gleichzeitig signalisieren ein RSI von über 80 und ein Abstand von mehr als 8 % zum 200-Tage-Durchschnitt einen klar überkauften Zustand nach einer 30‑Tage-Performance von rund +14 %.

Im Fazit bleibt Altria ein Wert im Übergang: Das traditionelle Zigarettengeschäft schrumpft spürbar, doch regulatorische Fortschritte im Bereich rauchfreier Produkte, hohe Ausschüttungen und eine im Branchenvergleich niedrige Bewertung schaffen Spielraum für ein Szenario, in dem 2026 zu einem Jahr der vorsichtigen Stabilisierung werden kann.

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