Alphabet Aktie: Unverhoffte Schwierigkeiten?
Alphabet gerät gleich an mehreren Fronts unter Druck. Ein Mann nahm sich das Leben – seine Familie macht nun die KI-Software Gemini mitverantwortlich. Es ist die erste Klage dieser Art gegen Google, während Konkurrent OpenAI bereits mehrere ähnliche Verfahren am Hals hat. Gleichzeitig krempelt der Konzern sein Play-Store-Modell komplett um – und könnte damit Milliarden an Umsatz riskieren.
Gemini vor Gericht: Erste Klage wegen Todesfall
Die Familie von Jonathan Gavalas hat Google vor einem Bundesgericht in San Jose verklagt. Der 36-Jährige hatte im August 2025 begonnen, den KI-Chatbot Gemini zu nutzen. Laut Klageschrift verschlechterte sich sein Zustand rapide, nachdem er auf Gemini Live umstieg – Googles sprachbasierte KI-Variante. Weniger als zwei Monate später, am 2. Oktober, starb Gavalas.
Die Angehörigen werfen Google vor, dass die Interaktion mit dem Chatbot zur Entwicklung von Wahnvorstellungen beigetragen habe. Gavalas hatte für „echte KI-Begleitung" das Abo Google AI Ultra abgeschlossen und das Modell Gemini 2.5 Pro aktiviert. Die Klage beschreibt, wie er schließlich einen Anschlag in der Nähe des Flughafens Miami plante, bevor er sich das Leben nahm.
Google weist die Vorwürfe zurück. Der Konzern erklärt, Gemini sei darauf ausgelegt, weder zu Gewalt noch zu Selbstverletzung zu ermutigen. In diesem Fall habe die KI mehrfach auf Krisenhotlines hingewiesen und klargestellt, dass es sich um ein künstliches System handele. Man nehme den Vorfall jedoch sehr ernst und arbeite kontinuierlich an verbesserten Schutzmaßnahmen.
Play Store: Neue Regeln, niedrigere Gebühren
Am selben Tag der Klageeinreichung kündigte Google eine weitreichende Umgestaltung seines App-Store-Modells an. Der Konzern senkt die Provision auf In-App-Käufe auf 20 Prozent. Nutzen Entwickler zusätzlich Googles Abrechnungssystem, kommen weitere 5 Prozent hinzu. Bislang lag die Standard-Gebühr bei 30 Prozent.
Entwickler dürfen künftig eigene Bezahlsysteme parallel zu Google Play einsetzen und Nutzer auf externe Kaufseiten leiten. Die Änderungen gehen auf eine Einigung mit Epic Games zurück, das Google 2020 wegen Kartellrechtsverstößen verklagt hatte. Die beliebte App Fortnite kehrt damit weltweit in den Play Store zurück. Ein Richter muss der Vereinbarung noch zustimmen – die Anhörung ist für den 9. April angesetzt.
Die neuen Gebühren treten bis zum 30. Juni 2026 in der EU, Großbritannien und den USA in Kraft. Australien folgt am 30. September, Korea und Japan bis zum 31. Dezember. Global gelten die Änderungen ab dem 30. September 2027.
Strategische Allianz mit Apple vertieft sich
Parallel zu den juristischen Entwicklungen baut Alphabet die Partnerschaft mit Apple aus. Apple plant Berichten zufolge, dedizierte Google-Server für eine neue, von Gemini angetriebene Siri-Version zu nutzen. Die beiden Konzerne haben eine mehrjährige Zusammenarbeit vereinbart, bei der künftige Apple-KI-Modelle auf Googles Gemini-Technologie und Cloud-Infrastruktur basieren sollen.
Google Cloud verbuchte im vierten Quartal ein Umsatzplus von 48 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar. Das Betriebsergebnis des Segments kletterte auf 5,3 Milliarden Dollar. CEO Sundar Pichai bezifferte den Auftragsbestand von Google Cloud auf 240 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 55 Prozent binnen Jahresfrist.
Kapitaleinsatz steigt massiv
Alphabet hat für 2026 Investitionsausgaben zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar angekündigt. 2025 waren es noch 91 Milliarden Dollar. Der Konzern treibt den Ausbau seiner KI-Infrastruktur voran und schließt parallel neue Verträge für erneuerbare Energien ab, um die wachsenden Rechenzentren zu versorgen.
Die nächsten Quartalszahlen legt Alphabet am 28. April vor. Dann zeigt sich, wie sich die enormen Kapitalausgaben auf Umsatz und Margen auswirken.
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