Alphabet will an der Wall Street vor allem eines vermitteln: Das Unternehmen setzt alles auf „AI-first“ – und investiert dafür so viel wie nie. Gleichzeitig wächst intern der Widerstand gegen mögliche Militär-Anwendungen von Gemini. Damit steht der Konzern nicht nur finanziell, sondern auch ethisch unter Beobachtung.

Milliarden für Infrastruktur – Chance und Belastung zugleich

Auf der Morgan Stanley Technology, Media & Telecom Conference Anfang dieser Woche skizzierte CFO Anat Ashkenazi den Kurs: Alphabet will die KI-Nachfrage mit einem massiven Ausbau der Infrastruktur bedienen. Für 2026 stellt das Management Investitionen (Capex) von 175 bis 185 Milliarden US-Dollar in Aussicht.

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Genau hier verläuft die Bruchlinie in der Debatte. Optimisten sehen die Ausgaben als notwendige Eintrittskarte, um die Führungsrolle in KI und Cloud zu verteidigen. Skeptiker verweisen dagegen auf mögliche Nebenwirkungen: kurzfristig weniger freier Cashflow und höhere Abschreibungen, die auf die Margen drücken können. Das ist der Preis, wenn man das Fundament für die nächste Wachstumsphase gießt.

Rückenwind aus Cloud und KI

Die hohe Bewertung wird von starken Zahlen gestützt. Im Q4 2025 (veröffentlicht am 4. Februar) meldete Alphabet 113,8 Mrd. US-Dollar Umsatz, ein Plus von 18% gegenüber dem Vorjahr.

Besonders auffällig: Google Cloud legte um 48% auf 17,7 Mrd. US-Dollar zu. Der operative Gewinn stieg dabei auf 5,3 Mrd. US-Dollar – ein Signal, dass Skaleneffekte und bessere Margen greifen. Die Google-Services-Sparte wuchs um 14% auf 95,9 Mrd. US-Dollar, getragen von Search und Abonnements. Auf Jahressicht kam Alphabet 2025 auf 403 Mrd. US-Dollar Umsatz (+15%). Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Investitionen, wie ernst es Alphabet ist: 91 Mrd. US-Dollar Capex im Jahr 2025, nach 53 Mrd. US-Dollar 2024.

TPUs als Trumpf – und interne Kritik an Militärdeals

Ein Wettbewerbsvorteil, der zuletzt wieder stärker diskutiert wurde, sind Alphabets eigene KI-Chips, die Tensor Processing Units (TPUs). Sie laufen inzwischen in der siebten Generation und tragen einen Großteil der internen Workloads. Das macht sie „kampferprobt“ – und offenbar so begehrt, dass laut Bericht auch große KI-Adressen wie Meta, Anthropic und Apple TPUs anmieten, um eigene Anwendungen zu betreiben. Brisant wirkt das auch vor dem Hintergrund, dass Meta die Entwicklung seines fortgeschrittensten KI-Training-Chips nach Problemen wieder stoppte.

Parallel wächst der Druck aus der Belegschaft. Mehr als 100 Google-Mitarbeiter aus dem KI-Umfeld forderten in einem Brief klare Grenzen für den militärischen Einsatz von KI-Produkten. Konkret: kein Einsatz von Gemini zur Überwachung amerikanischer Bürger und keine autonomen Waffen ohne menschliche Kontrolle. Die Protestwelle trifft einen sensiblen Punkt, weil Google im Februar 2025 ein internes Verbot für KI in Waffen- und Überwachungskontexten zurückgenommen hatte. Kann Alphabet die KI-Offensive durchziehen, ohne dass politische oder reputative Reibung die potenziellen Regierungsaufträge belastet? Der Konflikt ist damit klar benannt: Wachstum durch KI – aber unter steigender öffentlicher und interner Kontrolle.

Zum Kursbild passt der Zwiespalt: Auf Sicht von 30 Tagen liegt die Aktie -9,41%, der Schlusskurs von gestern lag bei 260,45 Euro.

Am 23. April 2026 (erwartet) richten sich die Blicke auf die nächsten Quartalszahlen: Dann dürfte es vor allem um Fortschritte bei KI-Monetarisierung (inklusive möglicher Werbe-Integrationen rund um Gemini) und um die Umsetzung der hohen Investitionspläne gehen – also um die Frage, ob Alphabet das teure Fundament effizient in Wachstum übersetzen kann.

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