PayPal steht unter Druck. Mehrere Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs, ein überraschender CEO-Wechsel und enttäuschende Quartalszahlen haben den Zahlungsdienstleister in eine seiner schwierigsten Phasen geführt. Die Aktie brach im Februar um über 20 Prozent ein – und die juristische Aufarbeitung hat gerade erst begonnen.

Sammelklagen wegen irreführender Prognosen

Gleich mehrere renommierte Anwaltskanzleien haben Sammelklagen gegen PayPal eingereicht. Betroffen sind Anleger, die zwischen dem 25. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 Aktien des Unternehmens erworben haben. Der Vorwurf: PayPal habe falsche oder irreführende Angaben zu seinen Umsatzprognosen und Wachstumsaussichten gemacht.

Konkret werfen die Kläger dem Unternehmen vor, den Eindruck erweckt zu haben, über verlässliche Informationen zur künftigen Umsatzentwicklung zu verfügen. Tatsächlich seien die optimistischen Wachstumspläne durch verschiedene Initiativen im Bereich Branded Checkout nicht umsetzbar gewesen. Die für 2027 gesetzten Ziele hätten unter der bisherigen Führung nicht erreicht werden können.

Anleger haben bis zum 20. April 2026 Zeit, sich als Hauptkläger zu registrieren.

Quartalszahlen lösen Kursrutsch aus

Auslöser der juristischen Offensive waren die Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2025. PayPal meldete am 3. Februar einen Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar – rund 1,4 Prozent unter der Analystenschätzung von 8,80 Milliarden. Beim bereinigten Gewinn je Aktie verfehlte das Unternehmen mit 1,23 Dollar die Erwartungen von mindestens 1,30 Dollar deutlich.

Besonders enttäuschend: Das Wachstum im Online-Geschäft mit der eigenen Marke verlangsamte sich im vierten Quartal auf nur noch ein Prozent, nach sechs Prozent im Vorjahr. Verantwortlich dafür waren Schwächen im US-Einzelhandel, internationale Gegenwinds und ein erschwertes Vergleichsumfeld. Gleichzeitig zog PayPal die erst ein Jahr zuvor ausgegebenen Finanzziele für 2027 zurück.

Der Ausblick für 2026 verstärkte die Sorgen: Für das erste Quartal stellte PayPal nur niedriges einstelliges Umsatzwachstum in Aussicht, der bereinigte Gewinn je Aktie soll "mittlere einstellige Prozentpunkte" sinken.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei PayPal?

Führungswechsel nach Enttäuschung

Zeitgleich mit den Zahlen vollzog PayPal einen radikalen Führungswechsel. Der Verwaltungsrat ernannte Enrique Lores zum neuen CEO, der ab dem 1. März 2026 die Geschäfte führt. Lores leitete zuvor mehr als sechs Jahre lang den Computerkonzern HP.

Der Verwaltungsrat begründete den Schritt mit dem unzureichenden Tempo bei Veränderungen und Umsetzung. Lores soll nun Innovation, KI-Initiativen und operative Disziplin beschleunigen. David W. Dorman wurde zeitgleich zum unabhängigen Verwaltungsratsvorsitzenden ernannt.

Strategische Neuausrichtung läuft

Trotz der Turbulenzen treibt PayPal strategische Partnerschaften voran. Das Unternehmen kündigte die Übernahme von Cymbio an, einer Plattform, die Händlerkataloge auf KI-Oberflächen wie Microsoft Copilot und Perplexity verfügbar macht. Der Deal soll in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.

Gemeinsam mit TCS Blockchain arbeitet PayPal zudem an einer Blockchain-basierten Abrechnungslösung für die Transportbranche. Über den Stablecoin PYUSD sollen Spediteure Frachtrechnungen am selben Tag begleichen können – mit angeblichen Kosteneinsparungen von bis zu 90 Prozent gegenüber traditionellen Finanzierungsmethoden. Für 2026 plant TCS, Rechnungen im Wert von über einer Milliarde Dollar über das System abzuwickeln.

Analysten hatten gewarnt

Bereits vor den Quartalszahlen waren mehrere Investmentbanken skeptischer geworden. Rothschild & Co Redburn stufte die Aktie Ende Januar herab und senkte das Kursziel von 70 auf 50 Dollar. Morgan Stanley folgte kurz darauf mit einer ähnlichen Anpassung. Am 2. März stufte KGI Securities PayPal auf "Neutral" herunter.

Die Herausforderungen sind bekannt: Sinkende Handelsvolumen nach der Pandemie und zunehmender Wettbewerb durch große Tech-Konzerne wie Apple und Google setzen das Kerngeschäft unter Druck. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz durch neue Fintech-Anbieter.

Ausblick auf eine entscheidende Phase

Mit 438 Millionen aktiven Konten und einem Transaktionsvolumen von 458 Milliarden Dollar im vierten Quartal – ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr – verfügt PayPal weiterhin über eine solide Basis. Die Zahlungsplattform Venmo verzeichnete im vierten Quartal in Folge ein Wachstum von 14 Prozent.

Die kommenden Quartale werden zeigen, ob der neue CEO Lores das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen und das Wachstum im Kerngeschäft wiederbeleben kann. Die laufenden Sammelklagen und der schwache Ausblick belasten die Aktie vorerst weiter.

PayPal-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PayPal-Analyse vom 05. März liefert die Antwort:

Die neusten PayPal-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PayPal-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

PayPal: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...