Alphabet hat diese Woche gleich mehrere größere Ankündigungen gemacht. Der Fokus: AI-Infrastruktur ausbauen, neue Einnahmequellen erschließen und die Position im Wettlauf um künstliche Intelligenz sichern. Die Maßnahmen zeigen, wie ernst es Google mit dem Thema meint – und wie viel Kapital dafür nötig ist.

Am Montag verkaufte das Unternehmen Anleihen im Wert von 20 Milliarden Dollar auf dem US-Markt. Ursprünglich waren nur 15 Milliarden Dollar geplant, doch die Nachfrage war so stark, dass Alphabet aufstockte. Die längste Laufzeit reicht bis 2066, also über 40 Jahre. Parallel dazu bereitet der Konzern auch Anleihen in Schweizer Franken und britischen Pfund vor – darunter eine besonders seltene 100-Jahr-Anleihe in Pfund Sterling. Solche extrem langfristigen Papiere sind im Tech-Sektor nahezu einmalig. IBM hatte 1996 ein ähnliches Instrument aufgelegt, sonst gibt es kaum Vergleichbares.

Woher der Kapitalbedarf kommt

Die Antwort liegt auf der Hand: AI verschlingt riesige Summen. Alphabet kündigte kürzlich an, 2026 bis zu 185 Milliarden Dollar investieren zu wollen – deutlich mehr als früher prognostiziert. Branchenweit rechnen Analysten damit, dass die großen Cloud- und AI-Anbieter in diesem Jahr über 650 Milliarden Dollar in Infrastruktur stecken. Bis 2029 könnten die kumulierten Ausgaben für AI, Cloud und Rechenzentren weltweit drei Billionen Dollar erreichen.

Ein konkretes Beispiel liefert der Stromvertrag mit TotalEnergies. Der französische Energiekonzern wird über 15 Jahre hinweg ein Gigawatt Solarkapazität bereitstellen – genug, um Googles Rechenzentren in Texas mit 28 Terawattstunden erneuerbarer Energie zu versorgen. Die beiden Solarparks Wichita und Mustang Creek sollen ab dem zweiten Quartal 2026 gebaut werden. Zusammen mit weiteren 1,2 Gigawatt, die über Clearway abgewickelt werden, sichert sich Google damit erhebliche Strommengen für seine datenintensive Infrastruktur.

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YouTube TV wird modularer

Abseits der Infrastruktur-Offensive hat Alphabet auch bei YouTube TV eine Änderung vorgenommen. Ab dieser Woche können Nutzer zwischen mehr als zehn kleineren, thematisch zugeschnittenen Paketen wählen – statt nur dem Komplettabo. Es gibt Bundles für Sport, News, Entertainment oder Familieninhalte, jeweils günstiger als das Standardangebot. Der Sport-Plan enthält etwa ESPN, FS1 und NBC Sports, später im Jahr soll ESPN Unlimited dazukommen. Ein kombiniertes Sport-plus-News-Paket richtet sich an Zuschauer, die beides wollen. Funktionen wie unbegrenzter Cloud-DVR oder Multiview bleiben erhalten.

Die Strategie ist klar: Flexiblere Preise sollen mehr Kunden anziehen und die Abwanderung zu günstigeren Alternativen bremsen. Ob das ausreicht, um YouTube TV langfristig profitabler zu machen, bleibt offen.

Waymo ohne Fahrer in Nashville

Ebenfalls am Montag gab Waymo bekannt, dass der Dienst in Nashville nun vollständig autonom fährt – kein Sicherheitsfahrer mehr hinter dem Lenkrad. Die Partnerschaft mit Lyft läuft seit September 2025, Nashville ist die erste Stadt, in der Waymos fahrerlose Taxis über das Lyft-Netzwerk buchbar sind. Insgesamt betreibt Waymo jetzt über 2.500 Fahrzeuge in San Francisco, Los Angeles, Phoenix, Austin, Atlanta und Nashville.

Anfang Februar sammelte Waymo 16 Milliarden Dollar in einer Finanzierungsrunde ein, die Bewertung stieg auf 126 Milliarden Dollar – fast eine Verdreifachung innerhalb von zwei Jahren. Das zeigt, wie groß das Interesse an autonomer Mobilität geworden ist, auch wenn Tesla mit Elon Musk an der Spitze massiv Druck macht.

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