Diginex vollzieht einen Führungswechsel mit klarer strategischer Ausrichtung. Nach der Übernahme von Plan A für rund 55 Millionen Euro übernimmt die Gründerin des Berliner ESG-Software-Anbieters nun das Ruder beim Londoner Mutterkonzern. Die Personalentscheidung folgt einem konsequenten Muster: Das Unternehmen integriert nicht nur Technologie, sondern auch die Köpfe dahinter.

Die wichtigsten Fakten:

  • Lubomila Jordanova löst Mark Blick als CEO ab (seit 28. Januar)
  • Plan A-Übernahme für 55 Mio. EUR abgeschlossen (3 Mio. bar, Rest in Aktien)
  • Visa und Deutsche Bank steigen als neue Anteilseigner ein
  • Umsatzwachstum von 293 Prozent im Halbjahr
  • Weitere Akquisition in Hongkong (Remedy Project) abgeschlossen

Plan A wird zum Kern der Strategie

Die am 14. Januar finalisierte Übernahme von Plan A bringt Diginex KI-gestützte CO2-Bilanzierung und Expertise in Scope-1-3-Emissionserfassung. Die Berliner Plattform betreut Kunden wie BMW und Visa – letzterer wird durch die Transaktion selbst zum Aktionär bei Diginex. Das Kaufpreisvolumen von 55 Millionen Euro verteilt sich auf 3 Millionen Euro in bar und 6,7 Millionen neue Aktien.

Die kombinierte Plattform deckt nun 19 globale ESG-Reporting-Rahmenwerke ab und verbindet klassisches Compliance-Reporting mit operativer Dekarbonisierung. Jordanova, die Plan A zum europäischen Marktführer im Carbon Accounting aufbaute, kennt die regulatorischen Anforderungen der EU-Taxonomie und der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) aus erster Hand.

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Zwei weitere Deals in drei Wochen

Am 8. Januar sicherte sich Diginex The Remedy Project aus Hongkong – ein Beratungshaus für Menschenrechts-Due-Diligence in Lieferketten. Zwei Wochen später folgte ein Joint-Venture-Rahmenabkommen mit dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso für ESG-Infrastrukturprojekte. Die Akquisitionsstrategie zielt auf geografische Expansion und die Abdeckung unterschiedlicher ESG-Säulen: von Emissionen über soziale Standards bis zu Governance-Themen.

Finanzielle Ausgangslage

Das Halbjahr bis Ende September 2025 zeigt ein Umsatzwachstum von 293 Prozent – eine Verdreifachung, die allerdings von einer kleinen Basis ausgeht. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 185 Millionen US-Dollar. Insider halten etwa 74 Prozent der Anteile, was auf eine konzentrierte Eigentümerstruktur hindeutet. Mit Visa und Deutsche Bank als neue Aktionäre durch die Plan A-Transaktion erhält Diginex Zugang zu strategischen Partnern aus der Finanzbranche.

Marktumfeld begünstigt ESG-Software

Der globale ESG-Softwaremarkt wird auf 80 bis 100 Milliarden US-Dollar bis 2030 geschätzt. Treiber sind verschärfte Regulierungen wie die EU-CSRD, die ab 2025 tausende europäische Unternehmen zur detaillierten Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Diginex positioniert sich mit der Plan A-Technologie in einem Segment, das von Compliance-Druck und steigenden Anforderungen institutioneller Investoren profitiert.

Die Führungsstruktur unter Jordanova konzentriert sich auf die europäische Expansion – ein logischer Schritt angesichts der dort striktesten ESG-Vorgaben. Mark Blick bleibt als Strategic Advisor an Bord und dürfte seine Netzwerke in Asien einbringen, wo Diginex historisch verwurzelt ist.

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