Trotz übertroffener Erwartungen im vierten Quartal erleben Anleger bei Novo Nordisk ein böses Erwachen. Der Pharmariese schockte die Märkte mit einer düsteren Prognose für das Gesamtjahr 2026, die den Aktienkurs massiv unter Druck setzte. Im Zentrum des Sturms steht ein beispielloser Preiskampf auf dem wichtigsten Markt der Welt, der die Gewinne stärker belastet als befürchtet.

Ausverkauf nach Gewinnwarnung

Die Reaktion an den Börsen fiel heftig aus: In Kopenhagen brach der Kurs um rund 17 Prozent ein und vernichtete fast 50 Milliarden Dollar an Marktwert. Auslöser war der Ausblick auf das laufende Jahr. Statt des vom Markt erwarteten moderaten Rückgangs von rund 2 Prozent, prognostiziert Novo Nordisk nun ein Minus bei Umsatz und operativem Gewinn zwischen 5 und 13 Prozent.

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Damit wurden die eigentlich soliden Zahlen für 2025, in denen der Gewinn je Aktie im vierten Quartal mit 1,00 Dollar die Schätzungen (0,89 Dollar) übertraf, zur Nebensache. Die Aktie hat seit ihrem Höchststand 2024 rund zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt, wobei allein das Jahr 2025 das schlechteste der Unternehmensgeschichte markierte.

CEO Mike Doustdar fand im Gespräch mit CNBC deutliche Worte für die Lage: „Es geht erst abwärts, bevor es wieder aufwärts geht.“ Der Konzern sieht sich gezwungen, die Preise drastisch zu senken, um GLP-1-Produkte für Millionen von Patienten erschwinglich zu machen, die sie sich bisher nicht leisten konnten.

Gründe für den Preisverfall

Mehrere Faktoren zwingen den dänischen Konzern in die Defensive und drücken auf die Margen:

  • Regierungs-Deal: Eine Einigung mit der US-Regierung senkt die Preise für Medicare und Medicaid.
  • Billigere Alternativen: Die Wegovy-Pille wird für 149 Dollar monatlich an Selbstzahler verkauft – ein Bruchteil des Preises der bisherigen Spritzen.
  • Wettbewerb: Konkurrent Eli Lilly gewinnt bei Verschreibungen in den USA Marktanteile, während Apotheken mit günstigeren Nachahmer-Mischungen (Compounders) den Markt fluten.
  • Patentabläufe: In mehreren Märkten außerhalb der USA läuft 2026 der Patentschutz für den Wirkstoff Semaglutide aus.

Hoffnungsträger Wegovy-Pille

Einen Lichtblick in diesem schwierigen Umfeld bietet der Start der oralen Wegovy-Variante in den USA. Die Akzeptanz übertrifft bisherige Erwartungen: Innerhalb von nur vier Wochen nutzten bereits 170.000 Patienten die Tablette – eine schnellere Adaption als bei jedem früheren GLP-1-Medikament des Konzerns.

Laut Reuters erreichten die wöchentlichen Verschreibungen Ende Januar bereits rund 50.000, wobei etwa 90 Prozent der Umsätze von Selbstzahlern über Telemedizin-Partnerschaften stammen. Dies bestätigt die Strategie, über den Preis neue Kundengruppen zu erschließen.

Markus Manns von Union Investment bezeichnete die Guidance gegenüber Reuters dennoch als „schockierend“, da niemand mit einem zweistelligen Gewinnrückgang gerechnet hatte. Um die Anleger etwas zu beruhigen, kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 15 Milliarden Dänischen Kronen an.

Anleger sollten nun die kommenden Termine im Blick behalten: Am 26. März 2026 findet die Jahreshauptversammlung statt, gefolgt von den Finanzergebnissen zum ersten Quartal am 6. Mai 2026.

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