Kurz vor den Quartalszahlen wächst der Druck auf die Google-Mutter Alphabet von zwei Seiten. Während in Kalifornien ein Prozess wegen Social-Media-Sucht an Fahrt aufnimmt, schlagen britische Regulierer Alarm wegen der marktbeherrschenden KI-Suche. Anleger blicken nun gespannt auf die kommende Woche: Können die operativen Zahlen die juristischen und regulatorischen Sorgen zerstreuen?

YouTube im Visier der Justiz

In Los Angeles spitzt sich ein juristischer Konflikt zu, der die Tech-Branche in Atem hält. Nachdem sich TikTok und Snapchat kurzfristig mit den Klägern verglichen haben, stehen nun Alphabet (YouTube) und Meta allein im Fokus des Verfahrens am Superior Court. Der Vorwurf wiegt schwer: Das Design der Apps soll die psychische Gesundheit von Jugendlichen schädigen und gezielt Abhängigkeiten fördern.

Rechtsexperten ziehen bereits Parallelen zu den historischen Tabak-Prozessen der 1990er-Jahre. Der Klägeranwalt Mark Lanier machte deutlich, dass sich das Verfahren nun voll auf die verbliebenen Beklagten konzentriert. Für Alphabet bedeutet dies, dass das Unternehmen die volle Härte der Beweisführung abwehren muss, während die Konkurrenz sich durch Vergleiche aus der Schusslinie genommen hat. Zudem droht später im Jahr ein weiterer Bundesprozess im Northern District of California, der ähnliche Vorwürfe behandelt.

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Gegenwind aus Großbritannien

Parallel dazu droht Ungemach aus Europa. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA fordert konkrete Änderungen an der Google-Suche, um Verleger besser zu schützen. Der Kernpunkt des Vorschlags: Webseitenbetreiber sollen die Verwendung ihrer Inhalte in den neuen "AI Overviews" ablehnen können, ohne ihr Ranking in der allgemeinen Suche zu verlieren.

Hintergrund sind Klagen von Nachrichten-Websites über sinkende Klickzahlen, da KI-generierte Zusammenfassungen den Traffic zunehmend abgreifen. Da Google in Großbritannien für über 90 Prozent der Suchanfragen verantwortlich ist, hat die Behörde dem Konzern einen "strategischen Marktstatus" zugewiesen, der schärfere Eingriffe erlaubt. Google signalisierte zwar Gesprächsbereitschaft, warnte jedoch davor, die Funktionsweise der Suche durch neue Kontrollmechanismen zu beschädigen. Bis zum 25. Februar läuft nun die Konsultationsphase.

Blick auf die Zahlen

Trotz dieser Schlagzeilen zeigt sich der Aktienkurs bisher robust und notiert mit aktuell 330,96 US-Dollar nur knapp unter dem jüngsten Rekordhoch. Die wirkliche Bewährungsprobe steht jedoch unmittelbar bevor. Alphabet hat bestätigt, am Mittwoch, den 4. Februar 2026, nach Börsenschluss die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorzulegen.

An diesem Termin wird sich entscheiden, ob das fundamentale Wachstum stark genug ist, um die regulatorischen Störfeuer zu überlagern. Investoren werden genau hinhören, wie das Management die Risiken durch die neuen Auflagen in Großbritannien und die laufenden Klagen in den USA einschätzt.

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