Alphabet Aktie: Positive Entwicklungen
Alphabet setzt im Rennen um die KI-Vorherrschaft gleich an mehreren Fronten an. Das Unternehmen treibt die globale Monetarisierung seiner KI-Dienste voran, meldet starkes Wachstum im Cloud-Geschäft – und steht zugleich unter genauer Beobachtung von Regulierern in Europa. Wie passt dieses Bild zur aktuellen Rekordbewertung der Aktie?
KI-Abo als neuer Wachstumstreiber
Ein zentraler Treiber der aktuellen Stimmung ist die schnelle Ausweitung des KI-Geschäfts auf Endkundenbasis. Seit dem 27. Januar bietet Google seinen Dienst „Google AI Plus“ in 35 weiteren Ländern an, darunter auch in den USA.
Der Abo-Preis von rund 7,99 US-Dollar pro Monat zielt klar auf die breite Masse. Statt nur auf teure Unternehmenskunden zu setzen, versucht Alphabet, die riesige kostenlose Nutzerbasis schrittweise in wiederkehrende Erlöse zu überführen.
Strategisch wichtig: Das Angebot liegt preislich unter vielen Enterprise-Tarifen der Konkurrenz. Damit positioniert sich Alphabet aggressiv im Consumer-Segment für generative KI und versucht, früh einen großen Marktanteil zu sichern.
Insiderverkäufe: Routine statt Alarmzeichen
Parallel haben Aktienverkäufe aus dem Top-Management Aufmerksamkeit erzeugt. CEO Sundar Pichai trennte sich am 21. Januar von Anteilen im Volumen von rund 10,6 Millionen US-Dollar. Auch ein Treuhandvehikel, das mit Verwaltungsratsmitglied John L. Hennessy verbunden ist, veräußerte im Januar Aktien.
Wichtig ist hier der Kontext:
- Die Verkäufe von Sundar Pichai erfolgten auf Basis eines vorab festgelegten Rule-10b5-1-Handelsplans, der bereits am 2. Dezember 2024 beschlossen wurde.
- Die Transaktionen des mit Hennessy verbundenen Trusts liefen ebenfalls über einen solchen Plan, der am 5. November 2024 aufgesetzt wurde.
Solche Programme werden Monate im Voraus definiert und sind gängige Praxis, um Vermögen zu diversifizieren, ohne Insiderhandel-Vorwürfe zu riskieren. Der Kern: Die Verkäufe spiegeln keine kurzfristige Einschätzung des aktuellen Marktumfelds wider, sondern folgen einem automatisierten Ablauf.
Cloud-Sparte als Wachstumsmotor
Deutlich relevanter für die fundamentale Bewertung sind die jüngsten Zahlen aus dem Cloud-Geschäft. Ende 2025 wuchs Google Cloud laut aktuellen Daten um rund 34 bis 36 Prozent im Jahresvergleich – und damit deutlich schneller als Amazon Web Services, das bei etwa 19 bis 20 Prozent lag.
Besonders aussagekräftig ist der Blick auf die sogenannten Remaining Performance Obligations, also den Auftragsbestand zukünftiger Cloud-Umsätze. Dieser erreichte zum Jahresende 2025 rund 155 bis 157 Milliarden US-Dollar, ein Plus von etwa 46 Prozent.
Das deutet darauf hin, dass Alphabet in der Unternehmens-IT und bei Infrastruktur für KI-Anwendungen spürbar Marktanteile gewinnt. Die hohe Nachfrage nach KI-fähigen Rechenressourcen wirkt hier als zusätzlicher Beschleuniger.
EU-Druck und Datenschutzrisiken
Auf der Gegenseite stehen wachsende regulatorische Risiken, vor allem in Europa. Die EU hat am Dienstag ein Verfahren eingeleitet, um zu prüfen, ob Google Wettbewerbern ausreichenden Zugang zu seinen Gemini-KI-Diensten und zu Suchdaten gewährt – im Einklang mit den Vorgaben des Digital Markets Act.
Im Fokus steht die Frage, ob Alphabet seine starke Stellung im Android-Ökosystem nutzt, um sich im entstehenden KI-Markt zusätzliche Vorteile zu sichern. Für das Unternehmen gehen solche Verfahren regelmäßig mit Anpassungen von Produkten und Geschäftsmodellen einher.
Hinzu kommt eine weitere Belastung: Alphabet hat sich kürzlich auf einen Vergleich in Höhe von 68 Millionen US-Dollar geeinigt, um eine Klage beizulegen, in der dem Sprachassistenten illegale Aufnahmen privater Gespräche vorgeworfen wurden. Das Unternehmen bestreitet zwar ein Fehlverhalten, die Einigung verdeutlicht jedoch, dass Datenschutzthemen weiterhin rechtliche und finanzielle Risiken bergen.
Bewertung am Rekordhoch
An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus Wachstum und Regulierung deutlich wider: Die Alphabet-Aktie schloss gestern bei 336,93 US-Dollar und markierte damit ihr 52‑Wochen-Hoch. Seit dem Tief im April 2025 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.
Für die nächsten Wochen dürfte entscheidend sein, wie das Management im kommenden Quartalsbericht die Fortschritte bei der KI-Monetarisierung und im Cloud-Geschäft gegen die zunehmenden Regulierungs- und Datenschutzrisiken gewichtet – und ob die aktuellen Wachstumsraten das Bewertungsniveau rechtfertigen können.
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