Alibaba zieht im KI-Wettrennen in China das Marketing-Tempo deutlich an. Rund um das chinesische Neujahr will der Konzern seine Qwen-Chatbot-App mit einem großen Werbe- und Incentive-Paket nach vorn bringen. Dahinter steckt ein klarer Plan: In der wohl aufmerksamkeitsstärksten Reise- und Familienzeit des Jahres sollen möglichst viele neue Nutzer gewonnen werden.

3 Milliarden Yuan für Qwen

Wie am Montag (2. Februar) bekannt wurde, stellt Alibaba 3 Milliarden Yuan (umgerechnet 431 Mio. US-Dollar) bereit, um Qwen während der Neujahrsperiode zu pushen. Damit setzt der Konzern in der aktuellen Promotion-Schlacht ein Ausrufezeichen: Laut Reuters liegt das Budget dreimal so hoch wie bei Tencent (1 Mrd. Yuan) und deutlich über Baidu (500 Mio. Yuan) für ähnliche Kampagnen.

Losgehen soll die Aktion am 6. Februar, also noch vor dem Beginn der offiziellen Neujahrsferien ab dem 15. Februar. Geplant sind Anreize für Alltag und Freizeit – von Essen und Getränken bis Unterhaltung. Alibaba wirbt dabei auch mit fortlaufend verteilten „roten Umschlägen“, einem in China etablierten Neujahrs-Format, das digital inzwischen als harter Hebel zur App-Verbreitung gilt.

Wichtige Eckdaten auf einen Blick:
- Budget: 3 Mrd. Yuan (431 Mio. US-Dollar)
- Start der Kampagne: 6. Februar 2026
- Beginn der Neujahrsferien: 15. Februar 2026 (neun Tage)
- Quartalszahlen: 19. Februar 2026

Warum ausgerechnet Neujahr so wichtig ist

Die zeitliche Platzierung ist kein Zufall. Chinas Tech-Konzerne nutzen das Neujahr seit Jahren als Marketing-Hauptsaison, weil in dieser Phase Hunderte Millionen Menschen unterwegs sind, mehr Zeit am Smartphone verbringen und digitale Geschenke besonders gut funktionieren.

Das bekannteste Beispiel liefert Tencent: 2015 nutzte der Konzern digitale „Red Envelopes“ in WeChat, um Zahlungen in der App massiv zu popularisieren – und stärkte damit WeChat Pay im Wettbewerb gegen Alibabas Alipay. Alibaba greift diese Logik nun für den KI-Bereich auf: Wer in diesen Tagen als Standard-App hängen bleibt, gewinnt oft längerfristig.

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KI-Strategie: Marketing trifft Infrastruktur

Die Qwen-Promotion fällt zudem in eine Phase, in der Alibaba mehrere KI-Bausteine parallel nach vorn schiebt:

  • Laut Berichten wurden mehr als 100.000 Einheiten des eigenen KI-Chips Zhenwu 810E ausgeliefert (ein ASIC für Training und Inferenz).
  • Bloomberg zufolge plant Alibaba für die Chip-Einheit T-Head einen Börsengang.
  • Chinesische Aufseher genehmigten Ende Januar, dass Alibaba und andere große Tech-Firmen Nvidias H200-KI-Chips kaufen dürfen.

Unterm Strich: Die Werbemilliarden wirken wie die sichtbare Spitze – darunter läuft der Versuch, Rechenpower, Chips und Produkte so zu verzahnen, dass Qwen nicht nur Reichweite bekommt, sondern auch technisch mithalten kann.

Ein zusätzlicher Treiber ist der Wettbewerb im Markt seit dem Start von DeepSeeks R1-Modell (Januar 2025). Das hat die Dynamik im chinesischen KI-Sektor spürbar angeheizt. Zudem wird DeepSeeks nächstes Modell V4 Berichten zufolge Mitte Februar erwartet – also genau in dem Zeitfenster, in dem Alibaba und Konkurrenten um Aufmerksamkeit kämpfen.

Alibaba selbst steht an der Börse zuletzt im Spannungsfeld aus kurzfristiger Schwäche und starkem Jahresvergleich: Der Schlusskurs lag am Montag bei 142,00 Euro, in den vergangenen sieben Tagen ging es 2,34% nach unten.

Am 19. Februar werden die nächsten Quartalszahlen zum entscheidenden Prüfstein: Dann dürfte vor allem zählen, wie sich die KI-Offensive in den Investitionen niederschlägt – und welche Signale Alibaba für die weitere Entwicklung seines Cloud-Geschäfts liefert, das zuletzt 34% Umsatzwachstum gemeldet hatte.

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