Alibaba baut seine KI-Power gleich auf zwei Ebenen aus: mit einem eigenen Hochleistungsprozessor – und parallel mit dem Versuch, an Spitzenchips von Nvidia zu kommen. Dahinter steckt ein klarer Plan: mehr Rechenkapazität sichern, ohne sich von geopolitischen Engpässen ausbremsen zu lassen. Doch wie gut greift diese Doppelstrategie im Alltag von Alibaba Cloud?

Eigener Chip: Zhenwu 810E rückt in den Einsatz

Am Freitag hat die Halbleitersparte T-Head den neuen, selbst entwickelten KI-Prozessor Zhenwu 810E offiziell vorgestellt. Der Chip ist für Training und Inferenz ausgelegt – also sowohl für das Anlernen großer KI-Modelle als auch für deren Einsatz im Betrieb.

Alibaba nennt auch zentrale Eckdaten: 96 GB HBM2e-Speicher und eine Interconnect-Bandbreite von 700 GB pro Sekunde. Wichtig ist aber vor allem der praktische Schritt dahinter: Der Prozessor wird bereits in Rechenclustern von Alibaba Cloud genutzt und bedient laut Unternehmensangaben mehr als 400 Kunden. Zudem ist er auf die Qwen-Sprachmodelle optimiert. Damit schließt Alibaba gewissermaßen einen Kreis aus Modell, Cloud-Infrastruktur und Hardware, der die Abhängigkeit von externen Zulieferern reduzieren soll.

Parallel dazu: Zugang zu Nvidia-Chips bleibt entscheidend

Trotz der internen Entwicklung setzt Alibaba weiterhin auf internationale Top-Hardware. Berichte von Ende Januar sprechen davon, dass chinesische Behörden eine bedingte Genehmigung erteilt haben, damit Alibaba (und weitere große Tech-Konzerne) Nvidias H200-KI-Chips kaufen kann.

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„Bedingt“ heißt: Die Freigabe ist offenbar noch an finale Auflagen geknüpft. Genau hier zeigt sich der Kern der Strategie: Eigenentwicklungen sollen Risiken abfedern – aber wenn der Zugang zu den leistungsstärksten Chips möglich ist, will Alibaba ihn zusätzlich nutzen, um bei Rechenleistung nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Warum das für Anleger relevant ist

Die Chip-News fallen in eine Phase, in der Investoren das KI-Potenzial gegen die kurzfristigen Kosten abwägen. Der Aufbau von KI-Infrastruktur ist teuer, drückt also tendenziell auf Margen. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb im chinesischen Tech-Markt hoch, was zusätzliche Ausgaben etwa für Marketing und Investitionen in Infrastruktur begünstigt.

Ein Blick auf die Kurslage unterstreicht, dass der Markt derzeit eher abwägt als euphorisch nach vorn rennt: Am Freitag schloss die Aktie bei 144,80 Euro.

In den kommenden Wochen dürfte vor allem zweierlei zählen: wie stark der Zhenwu 810E im Cloud-Alltag wirklich angenommen wird – und ob die Konditionen für den Kauf der Nvidia-H200-Chips finalisiert werden. Genau an diesen beiden Punkten entscheidet sich, ob Alibabas Hardware-Doppelstrategie die eigene Cloud- und KI-Sparte spürbar nach vorn bringt.

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