AeroVironment steckt in einer unangenehm spannenden Gemengelage: Auf der einen Seite stehen neue Aufträge und ein Ausbau der Produktion, auf der anderen ein wichtiger US-Space-Force-Vertrag, der plötzlich wieder offen ist – plus ein angekündigter CFO-Abgang. Genau diese Mischung aus Rückenwind und Unsicherheit bestimmt aktuell die Diskussion. Schon am Montag könnten neue Fakten folgen, wenn das Unternehmen Quartalszahlen vorlegt.

Neue Army-Aufträge stützen das Geschäft

Unterm Strich liefert AeroVironment weiter operative Argumente. Neu ist ein auf drei Jahre angelegter Auftrag über 97,4 Mio. US-Dollar im Rahmen eines U.S.-Army-Konsortiums. Damit soll eine fortschrittliche Testumgebung (GENESIS) entwickelt werden, die Tests für Raketenabwehr- und Sensorsysteme verbessern soll.

Der Deal kommt nicht aus dem Nichts: Zuvor hatte die U.S. Army bereits einen Auftrag über 186 Mio. US-Dollar für das Switchblade-600-Block-2-System erteilt. Das signalisiert, dass die Nachfrage nach taktischen unbemannten Lösungen nicht abreißt. AeroVironment beziffert seine jährliche Produktionsrate auf 14.400 Switchblade-Einheiten. Zudem meldet das Unternehmen einen Auftragsbestand von 2,8 Mrd. US-Dollar – ein Polster, das kurzfristige Störfeuer zumindest abfedern kann.

SCAR wird zum Risikofaktor

Der größte Bremsklotz bleibt das SCAR-Programm (Satellite Communications Augmentation Resource). Die U.S. Space Force hat den Bieterprozess für den 1,4-Mrd.-US-Dollar-Vertrag offiziell wieder geöffnet. Für AeroVironment ist das heikel, weil SCAR als besonders wertvoller Baustein nach der BlueHalo-Übernahme 2025 galt.

Das Unternehmen betont zwar, man sei weiterhin in aktiven Gesprächen mit der Space Force, um BADGER-Phased-Array-Antennen-Bodenstationen im Rahmen von SCAR zu liefern. Der Vertrag sei aber vorübergehend pausiert worden, während beide Seiten auf ein „firm-fixed-price“-Modell hinarbeiten.

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Genau hier liegt der Kern: Das Pentagon schwenkt laut Bericht unter den Verteidigungsleitlinien 2026 stärker von „cost-plus“-Verträgen auf Festpreisverträge um. Damit wandert mehr finanzielles Risiko zum Auftragnehmer. Für den Markt ist das ein klarer Unsicherheitsfaktor, weil sich Margen und Cashflow in solchen Modellen schneller verschlechtern können, wenn Kosten aus dem Ruder laufen.

Albuquerque-Ausbau und CFO-Ruhestand

Parallel setzt AeroVironment ein langfristiges Zeichen in der Produktion. In Albuquerque (New Mexico) sollen über 30 Mio. US-Dollar in den Ausbau der Fertigung fließen, flankiert von einem 6-Mio.-US-Dollar-Incentive-Paket. Geplant sind mehr als 450 neue, gut bezahlte Jobs; der wirtschaftliche Effekt über zehn Jahre wird mit über 670 Mio. US-Dollar beziffert. Das Unternehmen stellt den Ausbau ausdrücklich auch in den Kontext von Space- und Directed-Energy-Plattformen – inklusive SCAR-Fertigung – und gibt sich überzeugt, Systeme schneller als Wettbewerber liefern zu können.

Zusätzlich steht ein Wechsel im Finanzressort an: CFO Kevin McDonnell geht zum 31. Juli 2026 in Ruhestand. Er bleibt bis dahin an Bord, während die Nachfolge gesucht wird. Außerdem wurde ein „Non-Qualified Deferred Compensation Plan“ für ausgewählte Schlüsselpersonen und Direktoren beschlossen, der seit dem 1. März 2026 gilt.

Analysten uneins – und der Markt bleibt nervös

Wie ist das alles zu gewichten? Auffällig ist die Spaltung bei Analysten: Raymond James stufte am 2. März von „Strong Buy“ auf „Underperform“ ab – mit dem Hinweis, dass SCAR rund 50% des gesamten Auftragsbestands ausmachen könnte. Jefferies bleibt hingegen bei „Buy“ und sieht im Ausverkauf eher eine mögliche Überreaktion; der unmittelbare Effekt auf den Jahresumsatz könne laut deren Einschätzung bei etwa 100 Mio. US-Dollar liegen – schmerzhaft, aber kein Existenzthema.

An der Börse dominiert kurzfristig trotzdem Vorsicht: In den vergangenen sieben Tagen verlor die Aktie 11,83%, aktuell notiert sie bei 188,25 €.

Am Montag, dem 10. März, legt AeroVironment die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor (nach US-Börsenschluss) – und genau dort dürfte der Markt vor allem auf zwei Punkte schauen: konkrete Aussagen zur Profitabilität und zum Cashflow sowie jedes belastbare Update zum Stand der SCAR-Verhandlungen und zur Neu-Ausschreibung.

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