Es ist der 18. Februar 2026, und die Stimmung im Tech-Sektor ist angespannt. Sowohl Adobe (ADBE) als auch Salesforce (CRM) sitzen derzeit auf der "Strafbank" der Anleger. Mitten in einer breiteren Korrektur bei Software-Aktien notieren beide Titel deutlich unter ihren 52-Wochen-Hochs. Der Grund für die Nervosität ist klar: Die Angst vor der deflationären Wirkung generativer KI auf lizenzbasierte Geschäftsmodelle.

Während Adobe seit Jahresbeginn rund 26 % an Wert verloren hat und bei 260,45 USD notiert, kämpft Salesforce bei 189,72 USD darum, nicht auf neue Jahrestiefs abzurutschen. Der Markt stellt sich die bange Frage: Ist die Wachstumsstory dieser einstigen Highflyer vorbei, oder bietet sich hier gerade die Kaufchance des Jahrzehnts?

Wer steckt tiefer in der Krise?

Ein Blick auf die Charttechnik verrät: Die Skepsis sitzt tief.

Adobe hat es besonders hart getroffen. Mit einem Kursrutsch von über 40 % gegenüber dem 52-Wochen-Hoch preist der Markt ein Szenario ein, in dem Open-Source-Bildgeneratoren den "Burggraben" der Creative Cloud austrocknen. Die Aktie wirkt wie ein fallendes Messer, das verzweifelt einen Boden sucht.

Salesforce hingegen pendelt in der Nähe seiner Tiefststände (180,24 USD). Trotz solidem Umsatzwachstum von 9 % und verbesserten Margen gelingt der Ausbruch nicht. Hier wiegen Anleger ab: Kann die neue Agentforce-Plattform das Ruder herumreißen, oder werden KI-Agenten die Anzahl der benötigten Software-Lizenzen in Unternehmen drastisch reduzieren?

Strategie-Check: Wer hat die besseren Karten?

Beide Konzerne befinden sich in einem radikalen Wandel von reinen SaaS-Anbietern hin zu KI-Orchestrierungs-Plattformen. Doch ihre Ansätze könnten unterschiedlicher kaum sein.

Merkmal Adobe Inc. (ADBE) Salesforce Inc. (CRM)
Burggraben Standard für Kreative (Photoshop, Premiere) & PDF-Dokumente. Zentrales Datenregister für Kundendaten (Sales, Service, Marketing Cloud).
KI-Flaggschiff Firefly: Generative KI für Content-Erstellung, direkt im Workflow. Agentforce: Autonome Agenten zur Ausführung von Aufgaben ohne Menschen.
Umsatzmix ~73 % Digitale Medien, ~26 % Digital Experience. ~25 % Sales, ~29 % Service, ~25 % Plattform, ~16 % Marketing.
Geografie ~60 % Amerika, ~25 % EMEA, ~15 % APAC. ~67 % Amerika, ~23 % EMEA, ~10 % APAC.
Wettbewerbsvorteil Tiefe KI-Integration in bestehende Workflows (z.B. Generative Füllung). Data Cloud: Nutzt isolierte Unternehmensdaten als Treibstoff für KI-Agenten.

Während Adobe darauf setzt, KI als Werkzeug für den Menschen zu etablieren, zielt Salesforce mit seinen Agenten darauf ab, Prozesse autonom zu gestalten.

Zahlen-Showdown: Bewertung trifft Effizienz

Die Fundamentaldaten zeigen ein überraschendes Bild. Die folgende Tabelle basiert auf den Q4-Zahlen von Adobe (Nov. 2025) und den Q3-Zahlen von Salesforce (Okt. 2025).

Kennzahl Adobe (ADBE) Salesforce (CRM)
Marktkapitalisierung ~107 Mrd. USD ~172 Mrd. USD
KGV (erwartet) 14,0x 21,4x
Umsatzwachstum (YoY) 10,5 % 8,6 %
Operative Marge (Non-GAAP) 46,5 % 35,5 %
Rule of 40 57,0 44,1
FCF-Rendite ~4,5 % ~4,8 %
Netto-Bindungsrate ~110 % ~92 % (geschätzt)

Analyse: Adobe handelt auf einer historisch niedrigen Bewertung. Ein 14er KGV für ein Unternehmen mit über 46 % operativer Marge ist im Tech-Sektor eine Seltenheit. Adobe gewinnt klar beim Effizienz-Maßstab "Rule of 40". Salesforce hat zwar seine Margen beeindruckend auf 35,5 % gesteigert, hinkt beim Umsatzwachstum jedoch leicht hinterher.

Momentum: Wo liegen die Kurstreiber?

Doch Zahlen sind Vergangenheit – an der Börse wird die Zukunft gehandelt. Wer hat das Momentum auf seiner Seite?

Adobe (ADBE)

  • Momentum: Schwach. Der Abwärtstrend ist intakt. Die Angst, dass Tools wie Sora und Midjourney kreative Arbeit zur Massenware machen, lastet schwer auf dem Kurs.
  • Katalysatoren:
    • Firefly-Monetarisierung: Anleger warten auf den Beweis, dass KI echten Neumsatz bringt und nicht nur bestehende Nutzer hält.
    • Q1-Zahlen (März): Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 deutet auf stabiles, aber unspektakuläres Wachstum von 10 % hin.
    • Insider-Käufe: Das Management kaufte im letzten Quartal rund 7,2 Millionen Aktien zurück – ein starkes Signal, dass sie die eigene Firma für unterbewertet halten.

Salesforce (CRM)

  • Momentum: Gemischt bis Stabilisierend. Im direkten Vergleich zeigt sich CRM widerstandsfähiger als Adobe.
  • Katalysatoren:
    • Agentforce-Explosion: Das Q3 zeigte bereits 540 Mio. USD ARR für Agentforce (plus 330 % YoY). Das ist der schnellste organische Produktstart der Firmengeschichte.
    • Q4-Zahlen (25. Feb. 2026): Analysten erwarten nächste Woche einen Gewinn je Aktie von 3,05 USD. Ein Übertreffen der Erwartungen könnte das negative Narrativ sofort drehen.
    • Data Cloud: Das verbrauchsabhängige Modell wächst dreistellig und eröffnet neue Umsatzquellen jenseits der klassischen Sitzplatz-Lizenzen.

Das Risiko-Rendite-Profil im Härtetest (0-100)

Adobe: Score 78/100

  • Bewertung (25/25): Mit einem 14er KGV ist Adobe für Nullwachstum eingepreist. Jede positive Überraschung könnte eine massive Neubewertung auslösen.
  • Wachstum (15/25): 10 % sind solide, aber weit entfernt von früheren Glanzzeiten.
  • Qualität (23/25): Eine Festungs-Bilanz, massive Margen und Marktführerschaft.
  • Momentum (15/25): Charttechnisch ein Desaster; der Griff ins fallende Messer.

Salesforce: Score 72/100

  • Bewertung (15/25): Ein 21er KGV ist fair, aber kein "Deep Value" wie bei Adobe.
  • Wachstum (18/25): Das Kerngeschäft ist reif, aber Agentforce bietet eine glaubwürdige Story zur Wachstumsbeschleunigung.
  • Qualität (20/25): Starker Cashflow und Aktienrückkäufe, aber höheres Exekutionsrisiko beim KI-Umbau.
  • Momentum (19/25): Bessere relative Stärke; der Newsflow um Agentforce ist positiv.

Fazit: Wer gehört ins Depot?

Für Value-Investoren führt kein Weg an Adobe (ADBE) vorbei. Der Markt preist derzeit eine existenzielle Krise ein, die sich in den Finanzdaten noch nicht widerspiegelt. Mit fast 50 % Marge und einem Quasi-Monopol bei kreativen Workflows ist das Chance-Risiko-Verhältnis bei 260 USD extrem attraktiv – vorausgesetzt, KI erweist sich als Werkzeug und nicht als Totengräber.

Für Wachstums-Investoren bietet Salesforce (CRM) die greifbarere KI-Fantasie. Agentforce generiert bereits heute signifikante Umsätze, während der finanzielle Einfluss von Firefly bei Adobe noch nebulös bleibt. Wer daran glaubt, dass KI-Agenten menschliche Arbeitskraft ergänzen oder ersetzen, setzt mit Salesforce auf den Marktführer dieser Transformation.

Das Urteil:
* Kurzfristig (3-6 Monate): Salesforce hat die Nase vorn, getrieben durch die anstehenden Zahlen und konkrete Erfolge bei Agentforce.
* Langfristig (12-24 Monate): Adobe bietet das tiefere Value-Potenzial. Sollte sich die These vom "Tod der Kreativ-Software" als übertrieben herausstellen, könnte sich die Aktie vom aktuellen Niveau aus verdoppeln, um zu ihrer historischen Bewertung zurückzukehren.

Empfehlung: Adobe akkumulieren bei Schwäche (Value-Play); Salesforce halten und auf Beweise für die KI-Exekution warten.

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