Adidas Aktie: Trikot-Launch am Tiefpunkt
Während die deutsche Nationalmannschaft im neuen Auswärtstrikot aufläuft, kämpft der Ausrüster an der Börse mit einem handfesten Stimmungstief. Adidas zelebriert das letzte Kapitel der 70-jährigen DFB-Partnerschaft mit viel Nostalgie und dem Comeback des ikonischen Trefoil-Logos. Anleger blicken jedoch besorgt auf die jüngste Prognose, die den sportlichen Rekordzahlen des Vorjahres einen deutlichen Dämpfer verpasst.
Nostalgie als margenstarker Umsatztreiber
Das am heutigen Freitag in Basel gegen die Schweiz erstmals getragene Auswärtsjersey markiert einen historischen Einschnitt. Zum Jahresende 2026 wechselt der Deutsche Fußball-Bund nach sieben Jahrzehnten zum Konkurrenten Nike. Adidas nutzt diesen Abschied für einen gezielten Marketing-Schritt: Das tiefblaue Trikot mit Zickzack-Muster und dem Schriftzug „Seit 1954“ zielt auf die Emotionen der Fans ab.
Besonders relevant für die Bilanz ist dabei die Rückkehr des Originals-Logos. Erstmals seit 1990 prangt das Trefoil-Zeichen wieder auf den Auswärtstrikots von 25 Partnerverbänden. Mit diesem koordinierten globalen Launch stärkt der Sportartikelhersteller gezielt sein margenstarkes Lifestyle-Geschäft im Vorfeld der Weltmeisterschaft.
Rekordjahr trifft auf trüben Ausblick
Operativ blickt das Unternehmen auf ein bemerkenswert starkes Jahr 2025 zurück. Die währungsneutralen Umsätze kletterten um 13 Prozent auf den Rekordwert von 24,8 Milliarden Euro, während der operative Gewinn sogar um 54 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro zulegte.
Verantwortlich für die aktuelle Kursmisere ist jedoch der Ausblick auf 2026. Das Management rechnet lediglich mit einem operativen Ergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten. Zölle und negative Währungseffekte belasten die Prognose mit etwa 400 Millionen Euro. Die Enttäuschung der Anleger spiegelt sich direkt im Chartbild wider: Die Aktie markierte heute ihr 52-Wochen-Tief bei 132,20 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit auf über 21 Prozent.
Milliarden-Paket für Aktionäre
Um den Abwärtsdruck abzufedern, steuert das Management mit Kapitalmaßnahmen gegen. Ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 1 Milliarde Euro läuft bereits, wobei die erste Tranche über 500 Millionen Euro abgeschlossen ist. Finanziert wird dies durch die erwartete starke Cashflow-Generierung im laufenden Jahr.
Die Einschätzungen des Marktes zu dieser Gemengelage fallen derzeit unterschiedlich aus:
- Berenberg: Kursziel auf 190 Euro gesenkt (zuvor 220 Euro) aufgrund reduzierter EBIT-Schätzungen
- UBS: Kaufempfehlung mit Kursziel 219 Euro trotz Gegenwind bestätigt
- Dividende: Erhöhung um 40 Prozent auf 2,80 Euro je Aktie beschlossen
- Quartalszahlen: Veröffentlichung der Q1-Daten am 29. April
Der Termin Ende April liefert die ersten harten Fakten darüber, wie stark die einkalkulierten Währungs- und Zolleffekte bereits ins Gewicht fallen. Sollte Adidas im ersten Quartal beweisen, dass die konservative Jahresprognose finanziellen Spielraum nach oben lässt, bietet dies eine konkrete Basis für eine charttechnische Bodenbildung.
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