Ein radikaler Stimmungsumschwung bei der Bank of America sorgt für Unruhe unter den Adidas-Aktionären. In einem seltenen Schritt stuften die Analysten das Papier gleich um zwei Stufen von "Buy" auf "Underperform" herab und warnen vor dem Ende eines jahrzehntelangen Megatrends. Droht dem Sportartikelriesen nach dem Ende des Sneaker-Hypes nun eine strukturelle Wachstumskrise?

Hier sind die entscheidenden Fakten zur aktuellen Lage:

  • Drastische Maßnahme: Herabstufung von "Kauf" direkt auf "Underperform".
  • Kursziel rasiert: Senkung von 213 Euro auf 160 Euro.
  • Kernargument: Marktsättigung im Bereich "Casualization" (Freizeit-Schuhwerk).
  • Wettbewerb: Erstarkende Konkurrenz durch Nike und Nischenmarken.

Das Ende des Sneaker-Booms?

Die Begründung der Analysten um Thierry Cota zielt auf das Fundament des Branchenwachstums der letzten 20 Jahre. Die sogenannte "Casualization" – der Siegeszug des Turnschuhs im Alltag – sei weitgehend abgeschlossen. Der Marktanteil von Sneakern habe sich von 20 auf 50 Prozent erhöht, womit das natürliche Sättigungsniveau erreicht scheint.

Die Konsequenzen dieser Einschätzung sind weitreichend. Die Bank of America prognostiziert für 2026 lediglich eine Rückkehr zu einem einstelligen organischen Umsatzwachstum. Künftig dürfte die Branche nur noch im Rahmen des Bruttoinlandsprodukts wachsen, also etwa fünf Prozent inklusive Inflation. Das neue Kursziel von 160 Euro markiert derzeit die pessimistischste Schätzung am Markt und liegt unter dem Schlusskurs vom Freitag (166,65 Euro).

Nike erwacht, Adidas leidet

Zusätzlichen Druck erzeugt die Wettbewerbssituation. Historisch besteht eine inverse Korrelation zwischen den beiden Branchenführern: Gewinnt Nike an Stärke, verliert Adidas oft an Boden. Die laufende Restrukturierung bei Nike unter CEO Elliott Hill wird daher als direkte Bedrohung wahrgenommen.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Adidas?

Gleichzeitig attackieren aufstrebende Marken wie On, Asics und Puma die Marktanteile der etablierten Riesen. Diese fragmentierte Konkurrenzsituation trifft auf ein sinkendes Investoreninteresse am Sektor insgesamt, der sich bereits seit dem zweiten Quartal 2023 in einem ungewöhnlich langen Abschwung befindet.

Realitätscheck am Chart

Die Warnungen treffen auf eine ohnehin angeschlagene Aktie. Auf Sicht von 12 Monaten verlor das Papier 32,39 Prozent an Wert. Zwar konnte sich der Kurs am Freitag leicht um 0,76 Prozent stabilisieren, doch der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 149,70 Euro ist mit gut 11 Prozent nicht komfortabel.

Besonders brisant ist die Diskrepanz zwischen der Marktmeinung und der neuen Analyse: Während 84 Prozent der von Bloomberg erfassten Experten noch zum Kauf raten, stellt sich die Bank of America nun diametral gegen den Konsens. Dies birgt das Risiko weiterer Herabstufungen, sollten andere Häuser dieser Argumentation folgen.

Fazit: WM-Effekt vs. Strukturkrise

Kurzfristig richten sich die Hoffnungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika, die traditionell für Umsatzimpulse sorgt. Doch die zentrale These der Bank of America wiegt schwerer: Ein einmaliges Event kann strukturelle Sättigungsprobleme nicht dauerhaft lösen. Sollte sich die Prognose des abgebremsten Branchenwachstums bewahrheiten, dürfte die Luft für Kurssteigerungen oberhalb der 170-Euro-Marke dünn bleiben.

Adidas-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adidas-Analyse vom 11. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Adidas-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adidas-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Adidas: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...